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Flaggenalphabet


Dieser Artikel behandelt das Alphabet mit bunten Signalflaggen. Zum Alphabet mit zwei in unterschiedlichen Armstellungen gehaltenen Flaggen siehe Winkeralphabet.

Das Flaggenalphabet wird in der Schifffahrt verwendet, um Nachrichten auf optischem Wege durch Signalflaggen zwischen Schiffen auszutauschen. Diese Nachricht wird Signal (Fachausdruck: „Heiß“) genannt.

Es gibt unter anderem das internationale und ein deutsches Flaggenalphabet. Bei diesen Flaggenalphabeten wird jeder Buchstabe des lateinischen Alphabets durch eine unterschiedlich farbig gestaltete Flagge signalisiert. Des Weiteren existieren Flaggen zur Signalisierung von Ziffern und Sonderflaggen. Die meisten Flaggen des Flaggenalphabets besitzen noch weitere spezielle Bedeutungen, zum Beispiel signalisiert Flagge A des internationalen Flaggenalphabets Taucher unten. Diese Flagge wird deshalb als Taucherflagge bezeichnet und zudem außerhalb der Schifffahrt verwendet.

Im Gegensatz zum Flaggenalphabet wird beim Winkeralphabet (Semaphore) ein Buchstabe durch die Stellung von zwei Flaggen signalisiert.

Geschichte

1817 führte Frederick Marryat von der britischen Royal Navy ein System von Flaggensignalen ein,[1] das zunächst zur Signalisierung und Erkennung von Handelsschiffen über größere Entfernungen auf See diente (Marryat-Signalcode). Das mehrfach, und unter anderem für die Zwecke der Royal Navy erweiterte System wurde 1854 umbezeichnet in The Universal Code of Signals for the Mercantile Marine of All Nations und war bis etwa 1890 in Gebrauch, zumeist bei britischen und US-amerikanischen Schiffen, deutsche Schiffe nutzten dieses System mitunter.

Ein anderes Flaggenalphabet wurde 1855 vom Board of Trade entworfen, 1857 veröffentlicht und nach und nach von vielen seefahrenden Nationen übernommen. Deutschland übernahm das System 1870. Mit der Auflage des Internationalen Signalbuches von 1901 wurde dieses erstmals allgemeingültig eingeführt. Seitdem wurde es mehrfach überarbeitet und mit dem Einzug moderner Kommunikationsmethoden seit der Gründung der IMO im Jahr 1959 immer wieder gestrafft.

Flaggenalphabete galten zunächst als militärische Geheimnisse und dienten vor allem dazu, auf See im Zuge einer Seeschlacht die eigenen Befehle an befreundete Kriegsschiffe übermitteln zu können, ohne dass diese Befehle vom Gegner gelesen werden konnten. Da Handelsschiffe generell nur Befehlsempfänger sind, gab es in vielen Nationen zwei Signalbücher, eines für die Handelsmarine, das auch der Kriegsflotte zur Verfügung stand, und eines ausschließlich für die Kriegsflotte.

Gleich geblieben ist das Prinzip, wie es seit 1901 gilt. Die Zahl der Wimpel und Stander wurde inzwischen vergrößert. Es gibt 26 Buchstabenwimpel, zehn Zahlenwimpel, einen Signalwimpel und vier Hilfsstander, sowie inzwischen zwei Bahn- und einen Zielwimpel.[1] Generell werden bis zu vier verschiedene Buchstaben gleichzeitig gesetzt und von oben nach unten gelesen, was in der Summe 475.254 verschiedene Aussagen zu formulieren erlaubt. Durch den Einsatz der Hilfsstander und des Signalwimpels sind weitere Möglichkeiten vorhanden. Die Bahn- und Zielwimpel sind nur bei Wettfahrten (Regatten) von Bedeutung.

Echtes Alphabetisieren, also das Buchstabieren von Wörtern, ist nur in Ausnahmefällen zulässig. Solch ein Beispiel ist das Übertragen von Namen, um die Schreibweise eines Besatzungsmitgliedes zu übermitteln. Dazu wird nach einem „Ich beginne zu buchstabieren“-Signal der Schriftzug übertragen und mit einem „Ich habe buchstabiert“-Signal beendet. Diese Technik ist im ersten Band des Internationalen Signalbuches enthalten, der sich mit den Flaggen-, Morse-, und Winkersignalen befasst.[1] Im Band zwei (von zwei) des Internationalen Signalbuches ist das Funkbuch enthalten.

Signaltabelle

Die nachfolgende Tabelle[2] zeigt das internationale Signalflaggenalphabet mit der Bedeutung des Hissens einzelner Wimpel oder Stander.

  1. Spalte: Buchstabe
  2. Spalte: Buchstabe in der internationalen Buchstabiertafel (ICAO-Alphabet), wie sie entsprechend der IMO weltweit im Seefunk (Sprechfunk) verwendet wird
  3. Spalte: Internationale Signalflagge
  4. Spalte: Morsecode
  5. Spalte: Bedeutung als Einflaggensignal
  6. Spalte: Gibt an, ob der entsprechende Morsecode als Schallsignal mit dem Einflaggensignal übereinstimmt. Es gibt Morsezeichen entsprechende Schallsignale in den Kollisionsverhütungsregeln und in der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung, die andere Bedeutung haben, als das entsprechende Einzelflaggensignal.
  7. Spalte: Bedeutung bei Regattaveranstaltungen gemäß der Internationalen Wettsegelbestimmungen 2009–2012[3] – Anordnungen/Signale der Wettfahrtleitung an die teilnehmenden Boote (zusätzliche oder hiervon abweichende Signale können in den Segelanweisungen der jeweiligen Regatta bekanntgegeben werden)
Sprechfunk Signalflagge Morsecode Einflaggensignal Schall Regattazeichen
A Alfa
· −
„Ich habe Taucher unten; halten Sie sich gut frei von mir bei langsamer Fahrt.“ nur unter „AP“ oder „N“
B Bravo
− · · ·
„Ich lade/lösche/befördere gefährliche Güter.“ Protestflagge
C Charlie
− · − ·
„Ja.“ die Position der nächsten Bahnmarke wurde geändert
D Delta
− · ·
„Halten Sie sich frei von mir; ich bin manövrierbehindert.“ ja
E Echo
·
„Ich ändere meinen Kurs nach Steuerbord.“ ja
F Foxtrot
· · − ·
„Ich bin manövrierunfähig; nehmen Sie Verbindung mit mir auf.“
G Golf
− − ·
„Ich brauche einen Lotsen.“
H Hotel
· · · ·
„Ich habe einen Lotsen an Bord.“ nur unter „AP“ oder „N“
I India
· ·
„Ich ändere meinen Kurs nach Backbord.“ ja Startverschärfung: Regel 30.1 ist in Kraft
J Juliett
· − − −
„Halten Sie sich gut frei von mir. Ich habe Feuer im Schiff und gefährliche Ladung an Bord.“
K Kilo
− · −
„Ich möchte mit Ihnen Verbindung aufnehmen.“
L Lima
· − · ·
„Bringen sie Ihr Fahrzeug sofort zum Stehen!“ (z. B. Aufforderung durch die Wasserschutzpolizei) ja An Land: Bekanntmachungen an die Teilnehmer wurden ausgehängt
auf See: Kommen Sie in Rufweite oder folgen Sie
M Mike
− −
„Meine Maschine ist gestoppt; ich mache keine Fahrt durchs Wasser.“ Dieses Objekt ersetzt eine fehlende Bahnmarke
N November
− ·
„Nein.“ Abbruch der Wettfahrt,
alleine: Wettfahrtabbruch, zurück zum Start;
über „A“: Abbruch, heute keine weiteren Wettfahrten;
über „H“: Abbruch, weitere Signale an Land
O Oscar
− − −
„Mann über Bord!“ Erlaubt das Pumpen, Schaukeln und Treiben, die normalerweise nicht erlaubt sind (Regel 42). [Nur wenn Anhang P angewendet wird.]
P Papa
· − − ·
Diese Flagge (auch Blauer Peter genannt) wird gesetzt, um anzuzeigen, dass ein Schiff innerhalb der nächsten 24 Stunden auslaufen will. Sie ist ein Zeichen für die Mannschaft, die sich auf Landgang befindet, an Bord zu kommen, und dass örtliche Lieferanten ausstehende Rechnungen präsentieren sollen. / „Meine Netze sind an Hindernis festgekommen“ (auf See). Vorbereitungssignal
Q Quebec
− − · −
„An Bord alles gesund, ich bitte um freie Verkehrserlaubnis“.
Die Signalflagge „Q“ wird als Zollstander benutzt.
R Romeo
· − ·
Hat als einzelne Flagge heute keine Bedeutung mehr. Historische Bedeutung war das Anzeigen einer schiffbaren Passage auf dem Gegenkurs. Wenn vorher „O“ gezeigt wurde: Pumpen, Schaukeln und Treiben sind ab hier verboten.
S Sierra
· · ·
„Meine Maschine läuft rückwärts.“ (wird insbesondere dann gegeben, wenn das Schiff noch vorwärts fährt) ja Bahnverkürzung
T Tango
„Halten Sie sich von mir frei; ich bin beim Gespannfischen.“
U Uniform
· · −
„Ihnen droht Gefahr.“
V Victor
· · · −
„Ich brauche Hilfe.“
W Whiskey
· − −
„Ich brauche ärztliche Hilfe.“
X Xray
− · · −
„Brechen Sie Ihr Manöver ab. Achten Sie auf meine Signale.“ Einzelrückruf
Y Yankee
− · − −
„Ich treibe vor Anker.“ Schwimmwesten anlegen!
Z Zulu
− − · ·
„Ich benötige einen Schlepper.“ / „Ich setze Netze aus (Fischer).“ Startverschärfung: Regel 30.2 ist in Kraft
0 Nadazero
− − − − −
1 Unaone
· − − − −
Wird auch bei Soloseglern gesetzt. nur unter „AP“
2 Bissotwo
· · − − −
nur unter „AP“
3 Terrathree
· · · − −
nur unter „AP“
4 Kartefour
· · · · −
nur unter „AP“
5 Pantafive
· · · · ·
nur unter „AP“
6 Soxisix
− · · · ·
nur unter „AP“
7 Setteseven
− − · · ·
8 Oktoeight
− − − · ·
9 Novenine
− − − − ·
AP Signalbuch- und Antwortwimpel Startverschiebung;
über 1–6: um 1–6 Std.
über „A“: auf späteres Datum;
über „H“: weitere Signale an Land
1st Substitute Erster Hilfsstander (An dieser Stelle erstes Zeichen wiederholen) Gesamtrückruf
2nd Substitute Zweiter Hilfsstander (An dieser Stelle zweites Zeichen wiederholen)
3rd Substitute Dritter Hilfsstander (An dieser Stelle drittes Zeichen wiederholen)
(Zollstander)
4th Substitute Vierter Hilfsstander (An dieser Stelle viertes Zeichen wiederholen)
üblicherweise: Bahnmarke bleibt an Steuerbord liegen (nicht in den Wettfahrtregeln festgeschrieben)
Dieses ist die älteste, international gültige Flagge und war über Jahrhunderte als sogenannte „Quarantäneflagge“ in Gebrauch. Sie wurde im 16. Jahrhundert von den Piraten übernommen, bevor die Seeräuber im 18. Jahrhundert zur (oft schwarzen) Totenkopfflagge wechselten. Wegen der Historie mit den Piraten, um Verwechslungen auszuschließen, bekam die „Quarantäneflagge“ den Schwalbenschwanz und ist heute als „Flagge Bravo (Gefahr)“ bekannt. Außerdem wird die ehemalige „Quarantäneflagge“ in der „Flagge Whiskey (ich brauche einen Arzt)“ wiederholt. Zur Backbordflagge wurde das rote Rechteck erst mit Einführung der Farbzuordnungen für die Fahrtrichtungsseiten von Wasserfahrzeugen im 19. Jahrhundert. üblicherweise: Bahnmarke bleibt an Backbord liegen (nicht in den Wettfahrtregeln festgeschrieben)
Zielflagge
Anmerkung: Die Flaggen werden hier wegen des besseren Kontrastes vor grauem Hintergrund gezeigt.

Das Flaggensignal „N über C“ (die Flagge N wird über C gehisst)

Ein Satz dieser Signalflaggen wird ein „Stell“ genannt. Die Signalflaggen können nicht nur einzeln gesetzt werden, sondern in Kombinationen von mehreren. Dabei werden sie untereinander gesetzt und von oben nach unten gelesen. So bedeutet „U“, „W“ „Good Luck“ oder „Gute Reise“. Dies wird bei der Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft in Wedel bei Hamburg verwendet. Solche Kombinationen wurden – unter Zuhilfenahme geheimer Codebücher – besonders von Kriegsschiffen in Verbänden benützt, um untereinander zu kommunizieren. Diese Art der Kommunikation ist, im Gegensatz zu Funk, von feindlichen U-Booten nicht abhör- oder peilbar.

Das Mehrflaggensignal „N“ über „C“ ist ein international gültiges Seenotsignal. Weitere Mehrflaggen-Signale werden heute kaum noch verwendet. Sie wurden zunächst mit den Q-Codes der Morsetelegrafie ersetzt und später durch Sprechfunk.

Farben der Signalflaggen

Quelle[4]
BW-Farbbezeichnung RAL-Farbe RAL-Hilfsbezeichnung Farbmuster
Mittelgelb RAL 1021 Rapsgelb
Rot RAL 3000 Feuerrot
Dunkelblau RAL 5013 Kobaltblau
Grün RAL 6001 Smaragdgrün
Weiß RAL 9001 Cremeweiß
Schwarz RAL 9005 Tiefschwarz

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Signalflaggen / Flaggenalphabet - Grundlagen. Abgerufen am 25. Mai 2011.
  2. Signalflaggen / Flaggenalphabet - Das Signalflaggenalphabet. Abgerufen am 25. Mai 2011.
  3. International Sailing Federation (PDF; 584 kB) Racing Rules of Sailing 2009–2012 english
  4. Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (Memento vom 26. September 2007 im Internet Archive) (PDF; 155 kB).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Flaggenalphabet (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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