Firngleiter - LinkFang.de





Firngleiter


Ein Firngleiter (abgekürzt Figl) ist ein kurzskiähnliches Wintersportgerät, das vor allem zur Abfahrt auf Firn (weichem Frühjahrsschnee) verwendet wird.

Bauweisen

Firngleiter sind etwa 50 bis 66[1] cm lange Skier mit einer am Ende montierten Bindung. Klassische Firngleiter sind aus Leichtmetallblech (oder auch Holz) gefertigt und etwas breiter als normale Skier. Als Bindungssystem wird häufig eine einfache Schnürbindung verwendet, die die Verwendung jedes festen Schuhwerks (auch verschiedener Größen) ermöglicht. Klappbindungen bieten festeren Halt, verlangen aber die Einstellung auf eine bestimmte Schuhgröße und die Verwendung von steigeisenfesten Bergschuhen oder Skischuhen. Darüber hinaus werden Firngleiter heute oft im Eigenbau aus gebrauchten, abgesägten Skiern mit einer neu montierten Bindung hergestellt.

Ähnliche Sportgeräte wie Firngleiter sind Kurzski („Big Foot“ von Kneissl, „Snowblade“ von Salomon). Bei Kurzski ist die Bindung jedoch nicht am Ende, sondern in der Mitte der Gleitfläche montiert.

Fahrweise

Beim Fahren mit Firngleitern hat der Sportler im Gegensatz zur herkömmlichen Skitechnik eine starke Rücklage. Im Gegensatz zu Skiern, die hauptsächlich über Seitwärtsbewegungen und durch Einsatz der Kanten gesteuert werden, kontrolliert man Firngleiter mehr durch Vor- und Rückwärtsverlagerung des Gewichts. Zum Beschleunigen verlagert man das Gewicht nach vorne, zum Bremsen werden die Fersen in den weichen Schnee gedrückt und der Körperschwerpunkt nach hinten gebracht. Durch diese Technik ist bei Firngleitern Bremsen auch während des Geradeausfahrens möglich. Häufig werden beim Firngleiten auch Skistöcke zur Stabilisierung verwendet, sie spielen jedoch eine geringere Rolle als beim Skifahren.

Verwendung

Firngleiter eignen sich besonders zum Fahren auf weichem Frühlingsschnee (Firn) und an steilen Hängen. Zu dieser Jahreszeit werden sie von Bergsteigern häufig als Abstiegshilfe bei Bedingungen eingesetzt, die für Skitouren nicht mehr günstig sind: Wenn im Frühling bis Frühsommer keine durchgehende Schneedecke mehr vorhanden ist, erweisen sich Figl als vorteilhaft, da sie aufgrund ihres geringen Gewichts kein großes Hindernis beim Aufstieg in aperem Gelände darstellen. Zudem ermöglichen sie (je nach Modell) den Aufstieg mit normalen Bergschuhen. Bei der Abfahrt durch oft nur schmale noch schneebedeckte Rinnen ist weiterhin der im Vergleich zu Skiern geringere seitliche Platzbedarf von Vorteil.

Für tiefen Pulverschnee oder Harsch sind Figl hingegen kaum geeignet. Auf Skipisten werden meist keine klassischen Firngleiter, sondern figlähnliche Kurzski verwendet.

Abseits des Bergsteigens werden Figl auch als Rennsportgerät verwendet. Trotz rückgehenden Trends werden immer noch Rennen mit Firngleitern veranstaltet, wie die Österreichischen Meisterschaften und Europameisterschaften, die von bis zu 150 Startern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein bestritten werden. Hierbei werden nicht unbeträchtliche Geschwindigkeiten erreicht: der bis heute gültige Geschwindigkeitsweltrekord aus dem Jahr 1985 aufgestellt von Dieter Vonier (nur in der Papierausgabe vom Guinness Buch der Rekorde 1988 verzeichnet) beträgt 136 km/h.

Geschichte

Die Anfänge des Firngleitens reichen bis ins Jahr 1930 zurück. Der Grazer Karl Taul wird ebenso als Erfinder der Figl genannt wie der Innsbrucker Emo Henrich (1922 - 2009), der sich seine Firngleiter in den frühen 1950er Jahren patentieren ließ. Henrich, Mitglied des Innsbrucker Bergvereins „Bergvagabunden“, konstruierte die ersten Firngleiter zusammen mit seinem Vereinskollegen Otto Streng. 1955 begann die serienmäßige Produktion, bereits 1960 veranstalteten die Bergvagabunden das erste Figlrennen[2]. 1961 fand das erste öffentlich ausgeschriebene Figlrennenn statt, 1966 wurde ein Reglement erstellt. 1972 fand die erste Österreichische Meisterschaft statt, 1984 die erste (noch inoffizielle) Europameisterschaft. 1986 schuf der Österreichische Skiverband erstmals ein eigenes Referat für Firngleiten. Die ersten Weltmeisterschaften fanden 1987 und 1989 statt. 1990 wurde Figln in Österreich offiziell als Sport anerkannt und die erste offizielle Meisterschaft durchgeführt, 1995 folgte die Anerkennung durch die FIS und die erste offizielle Europameisterschaft. Ab 2000 folgte die Entwicklung des Fun-Carver als Weiterentwicklung des Firngleitens im Wettkampfsport. Das klassische Firngleiten im alpinistischen Kontext hingegen ist in den vielen Jahrzehnten seit seiner Erfindung weitgehend unverändert geblieben.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. laut FIS-Reglement für Rennfigl
  2. 50 Jahre Alpiner Klub Bergvagabunden. In: Österreichischer Alpenverein, Zweig Innsbruck, Touristenklub Innsbruck, Akademische Sektion Innsbruck (Hrsg.): Innsbruck Alpin. Band 3, Nr. 2008. Innsbruck Juni 2008, S. 23.

Kategorien: Ski | Sportgerät

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Firngleiter (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.