Finnisches Parlament - LinkFang.de





Finnisches Parlament


Eduskunta
Riksdagen
Finnisches Parlament
Logo Parlamentsgebäude
Basisdaten
Sitz: Helsinki
Legislaturperiode: 4 Jahre
Erste Sitzung: 25. Mai 1907
Abgeordnete: 200
Aktuelle Legislaturperiode
Letzte Wahl: 17. April 2011
Vorsitz: Parlamentspräsident
Maria Lohela (PS)
          

Sitzverteilung:
  • KOK 44
  • SDP 42
  • PS 38
  • KESK 35
  • VAS 12
  • VIHR 10
  • RKP 10
  • KD 6
  • Linke Fraktion 2
  • Muutos 2011 1
  • Website
    web.eduskunta.fi

    Das finnische Parlament (finnisch eduskunta, wörtl. Vertretergemeinde; schwedisch riksdagen , wörtl. Reichstag) ist ein Einkammer-Parlament mit 200 Abgeordneten und hat seinen Sitz in Helsinki. Parlamentspräsident ist seit 2014 die Basisfinnin Maria Lohela.

    Verfassung

    Gemäß dem finnischen Grundgesetz vertritt der Reichstag das Volk und übt die gesetzgebende Gewalt aus. Weiterhin entscheidet es über den Staatshaushalt, ratifiziert internationale Verträge und überwacht die Arbeit der Regierung. Es kann die Verfassung ändern, die Regierung absetzen und Vetos des Präsidenten überstimmen. Verfassungsänderungen muss das Parlament zweimal in zwei unterschiedlichen Legislaturperioden, zwischen denen eine Reichstagswahl stattfindet, zustimmen.

    Wahlrecht

    1906 wurde in Finnland das allgemeine, gleiche, freie und direkte Wahlrecht für Frauen und Männer eingeführt. Finnland gewährte Frauen damit als erstes Land in Europa das Wahlrecht.[1] Wahlberechtigt sind Bürger mit finnischer Staatsangehörigkeit ab 18 Jahren; auch die, die ständig im Ausland wohnen. Die Abgeordneten werden für vier Jahre nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Für die Reichstagswahl ist Finnland in 15 Wahlkreise aufgeteilt. Die Anzahl der Abgeordneten eines Wahlkreises bestimmt sich nach der Bevölkerungszahl, mit Ausnahme von Åland, das stets einen Abgeordneten stellt. Die Verteilung der Mandate erfolgt nach dem D’Hondt-Verfahren; eine Sperrklausel gibt es nicht.

    Der Wahltag lag traditionell im März, 2011 wurde erst im April gewählt.

    Wahl 2011

    Die jüngste Wahl fand am 17. April 2011 statt. Stärkste Kraft wurde mit 20,4 % die konservative Sammlungspartei unter der Führung von Jyrki Katainen. Die größten Gewinne verzeichnete allerdings die Protestpartei «Wahre Finnen». Die Zentrumspartei zog sich als Wahlverliererin aus der Regierung zurück. Sie wurde durch eine breite Koalition aus Sammlungspartei, Sozialdemokraten, Linkspartei, Grünen, Schwedischer Volkspartei und Christdemokraten ersetzt (Regierung Katainen). Nach dem Fraktionsaustritt von zwei Abgeordneten der Linken verfügte diese Koalition über 124 von 200 Sitzen im Reichstag. Im Oktober 2013 schlossen die Basisfinnen ihr Mitglied James Hirvisaari aus der Partei aus. Er trat daraufhin der Kleinpartei Muutos 2011 bei. Am 25. März 2014 trat das Linksbündnis aus der Koalition aus.

    Ergebnis der Parlamentswahl in Finnland 2011
    Partei Stimmen Sitze
    Anzahl  % +/− Anzahl +/−
    Nationale Sammlungspartei (KOK) 599.138 20,4 −1,9 44 −6
    Sozialdemokratische Partei Finnlands (SDP) 561.558 19,1 −2,3 42 −3
    Basisfinnen (PS) 560.075 19,1 +15,0 39 +34
    Finnische Zentrumspartei (KESK) 463.266 15,8 −7,3 35 −16
    Linksbündnis (VAS) 239.039 8,1 −0,7 14 −3
    Grüner Bund (VIHR) 213.172 7,3 −1,2 10 −5
    Schwedische Volkspartei (RKP) 125.785 4,3 −0,3 9 ±0
    Finnische Christdemokraten (KD) 118.453 4,0 −0,9 6 −1
    Piratenpartei (PP) 15.103 0,5 +0,5
    Kommunistische Partei Finnlands (SKP) 9.232 0,3 −0,4
    Åland-Koalition 8.546 0,3 1 ±0
    Veränderung 2011 (M11) 7.504 0,3 +0,3
    Sonstige 18.700 0,5 +0,4 [2] 1
    Gesamt 2.939.571 100,0 200
    Gültige Stimmen 2.939.571 99,4
    Ungültige Stimmen 16.294 0,6
    Wahlbeteiligung 2.955.865 67,4
    Wahlberechtigte 4.387.701 100,0
    Quelle: Finnisches Justizministerium[3]

    Sitzverteilung seit 1907

    Gebäude

    Das Reichstagsgebäude (finnisch eduskuntatalo, schwedisch riksdagshuset) liegt im zentralen Helsinki an der Straße Mannerheimintie. Das Gebäude wurde von dem Architekten Johan Sigfrid Sirén im neoklassizistischen Stil entworfen. Der Bau begann 1926, die offizielle Eröffnung fand am 7. März 1931 statt. 1978 wurde das Parlament durch einen dreiteiligen Gebäudekomplex erweitert. Moderne Abgeordnetenbüros, ein Besucherzentrum und ein viel frequentiertes Restaurant befinden sich im jüngsten Anbau aus dem Jahr 2004, dem sogenannten Kleinen Parlament (pikkuparlamentti, lilla parlamentet).

    Einzelnachweise

    1. Oskar Niedermayer, Richard Stöss und Melanie Haas: Die Parteiensysteme Westeuropas. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006. S. 145.
    2. Der Vertreter Ålands schließt sich traditionell der Fraktion der Schwedischen Volkspartei an. Seit 2007 hat die parteilose Elisabeth Nauclér das Mandat inne.
    3. Offizielles Ergebnis Parlamentswahl 2011 Finnisches Justizministerium (Englisch)

    Weblinks

     Commons: Finnisches Parlament  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Kategorien: Sitzungsort eines Parlaments | Recht (Finnland) | Politik (Finnland) | Parlament (Europa) | Parlamentsgebäude | Neoklassizistisches Bauwerk | Bauwerk in Helsinki | Erbaut in den 1930er Jahren | Parlament nach Staat

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