Fidaxomicin - LinkFang.de





Fidaxomicin


Strukturformel
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Freiname Fidaxomicin
Andere Namen
  • Lipiarmycin
  • Dificid
  • Clostomycin B1
  • Tiacumicin B
  • Difimicin
Summenformel C52H74Cl2O18
CAS-Nummer 873857-62-6
PubChem 10034073
ATC-Code

A07AA12

DrugBank DB08874
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Antidiarrhoika

Wirkmechanismus

Hemmung der bakteriellen RNA-Polymerase

Eigenschaften
Molare Masse 1058,04 g·mol−1
Löslichkeit

löslich in Ethanol, Methanol, DMF oder DMSO, begrenzt löslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Fidaxomicin (Handelsname Dificlir; Hersteller Astellas Pharma) ist ein Arzneistoff aus der neuen Gruppe der Makrozykline, der in der Behandlung von Darminfektionen mit Clostridium difficile eingesetzt wird.

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Fidaxomicin ist für die Anwendung bei Erwachsenen zur Behandlung von Darminfektionen mit den pathogenen C. difficile angebracht.

Art und Dauer der Anwendung

Die empfohlene Tagesdosis von Fidaxomicin liegt bei 200 mg zweimal täglich (bid), unabhängig von den Mahlzeiten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Es wird angenommen, dass Fidaxomicin das P-Glykoprotein des Darmes inhibieren kann. Infolgedessen sollte die parallele Einnahme von bekannt starken P-Glykoprotein-Inhibitoren wie Ciclosporin, Clarithromycin, Verapamil, Dronedaron, Amiodaron oder Ketoconazol vermieden werden.

Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit

Obwohl es bisher keine Hinweise für eine Schädigung des Fötus oder des gestillten Neugeborenen vorliegen, wird aus Sicherheitsgründen die Anwendung nicht empfohlen. In tierexperimentellen Studien zeigte sich Fidaxomicin als nicht teratogen.

Besondere Patientengruppen (Diabetiker, Nierenkranke)

Für Patienten, die an einer schwerem Nieren- oder Leberleiden erkrankt sind, soll die Einnahme von Fidaxomicin unter genauen Beobachtung und Vorsicht erfolgen.

Unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen)

Bei den beobachteten Patientengruppen zeigten sich folgende Nebenwirkungen mit folgender durchschnittlichen Häufigkeit: Erbrechen (12 von 1.000 Personen), Übelkeit (27 von 1.000 Personen) sowie Verstopfung (12 von 1.000 Personen).

Pharmakologische Eigenschaften

Wirkungsmechanismus (Pharmakodynamik)

Fidaxomicin ist ein bakteriozides Makrozyklin-Antibiotikum, das biotechnisch durch den Aktinomyzeten Dactylosporangium aurantiacum spp. hamdenesis hergestellt wird. Das Makrozyklin-Antibiotikum hemmt die Proteinbiosynthese im Bakterium, indem es an die DNA-abhängige RNA-Polymerase bindet - dies passiert auch bei Rifamycinen.

Aufnahme und Verteilung im Körper (Pharmakokinetik)

Das fast wasserunlösliche Makrozyklin-Antibiotikum wird über den Darm kaum aufgenommen und wirkt somit nur lokal. Daher wird der größte Teil über den Stuhl wieder ausgeschieden. Im Darm beträgt die Halbwertszeit 8 bis 10 Stunden.

Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses

Nach Beurteilung durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 4. Juli 2013 einen Beschluss zum Zusatznutzen[3] gegenüber der Vergleichstherapie Vancomycin getroffen. Darin wird ein Beleg für einen Zusatznutzen bei schwer Erkrankten festgestellt. Allerdings fehlt eine geeignete Aufbereitung der Nebenwirkungen. Studien über einen Einsatz bei leicht Erkrankten wurden nicht vorgelegt.[4]

Literatur

  • Fidaxomicin. In: Neue Arzneimittel. 60. Jahrgang, Mai 2013, Nr. 5.
  • Johannes Hausmann, Stefan Zeuzem, Oliver Schröder: Fidaxomicin—The Next Step? A New Narrow-Spectrum Macrocyclic Antibiotic for the Management of Clostridium Difficile Infection. In: Gastroenterology. Band 141, Nr. 3, September 2011, S. 1116–1118, doi:10.1053/j.gastro.2011.07.014 , PMID 21801724 .
  • Derrick W. Crook u. a.: Fidaxomicin Versus Vancomycin for Clostridium difficile Infection: Meta-analysis of Pivotal Randomized Controlled Trials. In: Clinical Infectious Diseases. 55, Suppl. 2, 8. Januar 2012, S. 93–103, doi:10.1093/cid/cis499 , PMID 22752871 .
  • Jennifer S. Hardesty, Paul Juang: Fidaxomicin: A Macrocyclic Antibiotic for the Treatment of Clostridium difficile Infection. In: Pharmacotherapy. Band 31, Nr. 9, 2011, S. 877–886, doi:10.1592/phco.31.9.877 , PMID 21923589 .
  • Gemeinsamer Bundesausschuss: Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Anlage XII - Beschlüsse über die Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach § 35a SGB V – Fidaxomicin. In: Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Anlage XII. 4. Juli 2013 (PDF ).
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Fidaxomicin bei Clostridium-difficile-Infektion: Zusatznutzen nicht belegt. 15. April 2013 ([2] ).

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 uniscience: fidaxomicin (PDF; 138 kB).
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. Beschluss zum Zusatznutzen
  4. [1]
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Kategorien: ATC-A07 | Antibiotikum | Glycosid | Chlorbenzol | Carbonsäureester | Arzneistoff

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Fidaxomicin (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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