Festspielhaus Hellerau - LinkFang.de





Festspielhaus Hellerau


Das Festspielhaus Hellerau entstand 1911 im Stile der Reformarchitektur in der zu Dresden gehörenden Gartenstadt Hellerau.

Geschichte

Auftrag- und Ideengeber für das Festspielhaus war der Schweizer Musikpädagoge Émile Jaques-Dalcroze, dessen „Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus“ in diesem Gebäude untergebracht war. 1914 mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Dalcroze jedoch gezwungen, das Deutsche Reich zu verlassen. 1920 nahm hier eine reformpädagogisch orientierte Schule ihre Arbeit auf,[1] deren internationalen Zweig 1921 Alexander Neill gründete; dies gilt als Gründung der renommierten Summerhill-Schule. 1932/33 bemühte sich Alfred Reucker, das Festspielhaus Hellerau wieder als musikalische Aufführungsstätte zu beleben. Mit der Amtsenthebung Reuckers 1933 scheiterte die Fortführung einer Bespielung des Festspielhauses. Ab 1939 war im Festspielhaus eine Polizeischule untergebracht. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges nutzte die Rote Armee das Gebäude als Lazarett, Sporthalle sowie als Kaserne.

1992 wurde das Haus zunächst an das Bundesvermögensamt zurückgegeben. Aufgrund des durch die Umnutzung entstandenen ruinösen Zustandes musste das Haus renoviert bzw. restauriert werden. Die Bauarbeiten begannen dank der Finanzierung durch die Wüstenrot-Stiftung mit dem östlichen Torhaus 1994.

HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Zwölf Jahre nach Beginn der Sanierung konnte das Gebäude im Herbst 2006 wieder in Betrieb genommen werden und ist heute Sitz von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden. Seit 2009 wird das Festspielhaus ganzjährig spartenübergreifend mit zeitgenössischer Kunst bespielt. Mittlerweile zählt HELLERAU zu den wichtigsten interdisziplinären Zentren zeitgenössischer Künste in Deutschland. Zeitgenössischer Tanz, Neue Musik, Theater, Performance, Bildende Kunst und Neue Medien sind hier zuhause. Die weltweit gefeierte Forsythe Company und das Tanztheater DEREVO sind feste Partner des Hauses.[2]

Architektur

Das Gebäude beeindruckt durch seinen Mittelbau, dem ein Portikus mit vier Pfeilern vorgelagert ist. Diese Pfeiler tragen einen steilen Dreiecksgiebel, der schmucklos bis auf ein kleines Rundfenster ist. Fritz Löffler meinte mit Bezug auf Heinrich Tessenows Wohnbauten am Hellerauer Heideweg, dass deren Baumeister „hier das Prinzip des Bauhauses teilweise um ein Jahrzehnt vorwegnahm und einen neuen bürgerlichen Wohnstil schuf.“[3] Tessenows Festspielhaus sei ein „vorbildlicher Bau in nobler Einfachheit“[4] und „inzwischen in die deutsche Kunstgeschichte eingegangen “.[3]

Literatur

  • Ulrich Hübner u. a.: Symbol und Wahrhaftigkeit. Reformbaukunst in Dresden. Verlag der Kunst Dresden Ingwert Paulsen jun., Husum 2005, ISBN 3-86530-068-5.
  • Fritz Löffler: Das alte Dresden. Geschichte seiner Bauten. E. A. Seemann, Leipzig 2012, ISBN 978-3-86502-000-0.
  • Hans-Stefan Müller: Festspielhaus Hellerau. Diplomarbeit 1996 (PDF ; 3,3 MB).
  • Thomas Nitschke: Die Geschichte der Gartenstadt Hellerau. Hellerau Verlag, Dresden 2009, ISBN 978-3-938122-17-4.
  • Nina Sonntag: Raumtheater. Adolphe Appias theaterästhetische Konzeption in Hellerau. Klartext Verlag, Essen 2011, ISBN 978-3-8375-0627-3.

Weblinks

 Commons: Festspielhaus Hellerau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hans-Stefan Müller: Festspielhaus Hellerau. 1996, Seite 13
  2. Hellerau auf dresden.de
  3. 3,0 3,1 Löffler: Das alte Dresden, S. 421.
  4. Löffler: Das alte Dresden, S. 439, Text zu Bild 532 Gartenstadt Hellerau, das Festspielhaus

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Festspielhaus Hellerau (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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