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Fügen (Zillertal)


Fügen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Schwaz
Kfz-Kennzeichen: SZ
Fläche: 6,64 km²
 :
Höhe: 545 m ü. A.
Einwohner: 4.029 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 6263
Vorwahl: 05288
Gemeindekennziffer: 7 09 09
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 58
6263 Fügen
Website: www.fuegen.at
Politik
Bürgermeister: Dominik Mainusch (Zukunft Fügen)
Gemeinderat: (2016)
(15 Mitglieder)
4 Zukunft Fügen,
4 Fügener Wahlgemeinschaft,
3 Wir für Fügen,
2 Gemeinsam für Fügen,
1 Für unser Dorf,
1 Die Fügener Kapfing + Kleinboden + Gagering SPÖ
Lage der Gemeinde Fügen im Bezirk Schwaz
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Fügen ist mit 4029 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) die größte Gemeinde des Zillertals und gehört zum Bezirk Schwaz in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Zell am Ziller.

Geografie

Fügen gilt als Hauptort des vorderen Zillertals. Der Ort liegt auf dem breiten Murkegel des Rischbachs. Das Gemeindegebiet besteht aus dem Haufendorf Fügen mit 2435 Einwohnern (Stand 2011) und den Ortschaften Gagering im Norden mit 103 Einwohnern, Kapfing im Süden mit 863 Einwohnern und der einstigen Industriesiedlung Kleinboden am Finsingbach im Südwesten mit 400 Einwohnern.

Gemeindegliederung

Fügen besteht aus einer einzigen, gleichnamigen Katastralgemeinde bzw. vier Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Fügen (2570)
  • Gagering (108)
  • Kapfing (942)
  • Kleinboden (398)

Nachbargemeinden

Alle fünf Nachbargemeinden von Fügen liegen im Bezirk Schwaz.

Schlitters Bruck am Ziller
Fügenberg Hart im Zillertal
Uderns

Geschichte

1982 gefundene Urnengräber in Kapfing belegen eine frühe Besiedlung während der Bronzezeit. Finsing wurde bereits 927 als „Funzina“ urkundlich genannt, Fügen selbst erst zu Beginn des 12. Jahrhunderts. Fügen gehörte kirchlich zur Diözese Brixen, staatsrechtlich jedoch bis 1803 zum Erzstift Salzburg. Einige Zeit war Fügen „Dingstätte“ des salzburgischen Gerichtes Zell.

Die große Not des Dreißigjährigen Krieges führte am 19. Mai 1645 zum Aufstand der Fügener Bauern gegen ihren Landesfürsten, den Salzburger Erzbischof, dem sie zinspflichtig waren. Diesem Aufstand schlossen sich alle Zillertaler Bauern an, die dem Salzburger Erzbischof unterstanden.

1678 wurde ein eigener Richter für das salzburgische Gericht Fügen eingesetzt, das 1849 als Bezirksgericht bezeichnet wurde. 1923 wurde der Gerichtsbezirk Fügen dem Bezirksgericht Zell am Ziller zugeteilt.

Bedeutung erhielt Fügen seit dem 15. Jahrhundert als industrielles Zentrum des Tals, hier wurden Kanonenkugeln und Harnischbleche sowie Eisenbleche erzeugt. 1697 errichtete das Fügener Eisenunternehmen eine Eisenhütte in Kiefersfelden (Bayern). Die Betriebe mussten Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund der Konkurrenz eingestellt werden.

Bevölkerungsentwicklung

Wappen

Blasonierung:

„In rotem Feld eine mit der Schneide nach rechts gekehrte silberne Hacke ober einer silbernen Rübe mit drei Blättern.“[2]

Das 1964 verliehene Gemeindewappen erinnert an zwei bedeutende Adelsgeschlechter, die in Fügen ansässig waren. Die Hacke war das redende Wappen der Hackl, die weiße Rübe entstammt dem Wappen der Familie Keutschach.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Fügen
  • Schloss Fügen
  • Exponate aus der Geschichte des Ortes werden im Heimatmuseum gezeigt.

Wirtschaft

Die Wirtschaft ist durch Landwirtschaft, Handel, Gewerbe, Industrie und nicht zuletzt Tourismus geprägt. Fügen als zweisaisonaler Tourismusort profitiert dabei von den beiden Skigebieten Hochfügen-Hochzillertal und Spieljoch sowie der Erlebnistherme Zillertal. Unternehmen mit überregionaler Bedeutung sind Möbel-Wetscher und Binderholz.

  • Binderholz: Am Stammsitz der Firma Binder Holz werden ca. 1 Million fm Jahreseinschnittleistung und 250.000 m³ Hobelware pro Jahr erzeugt. Mit circa 1.300 Mitarbeitern an neun Standorten in Österreich, Deutschland und Finnland ist Binder einer der größten Sägewerksbetriebe Europas. Die Massivholz-Produktpalette reicht von Dimensionsholz, Hobelware, ein- und mehrschichtig verleimten Massivholzplatten, Brettschichtholz, MDF-Platten sowie Brettsperrholz bis hin zu Holzbriketts und Holzpellets. Die Holztransporte wurden bis 2012 mit Normalspurwaggons, die auf schmalspurigen Rollwagen aufgebockt werden, über die Zillertalbahn durchgeführt. Binder betreibt neben der Schnittholzproduktion im Stammwerk in Fügen weitere Werke u. a. in Jenbach, St. Georgen bei Salzburg, Hallein, Unternberg sowie im bayerischen Kösching.

Verkehr

Fügen liegt an der Zillertalstraße, vom Ortskern aus führt eine Bergstraße über den Fügenberger Ortsteil Pankrazberg auf der Hochfügen-Straße zu dem knapp 1480 m hoch gelegenen Wintersportort Hochfügen. In der Gemeinde liegen zudem auch drei Haltestellen der Zillertalbahn, nämlich Gagering, Fügen-Hart und Kapfing.

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Fügen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Einwohner nach Ortschaften (Excel-Datei, 766 KB); abgerufen am 29. Juli 2015
  2. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 52/1964. (Digitalisat )
  3. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 74.


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Fügen (Zillertal) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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