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Exanthem


Klassifikation nach ICD-10
R21 Hautausschlag und sonstige unspezifische Hauteruptionen
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Ein Exanthem (gr. exantheo, ‚ich blühe auf‘) ist ein akut auftretender Hautausschlag (engl. Rash [1][2]). Er tritt häufig bei infektiösen Allgemeinerkrankungen wie Masern, Röteln, Windpocken, Scharlach, Typhus, Hand-Fuß-Mund-Krankheit etc. auf. Ein Exanthem kann auch die Folge einer Arzneimittelunverträglichkeit (Arzneimittelexanthem) oder Symptom einer allergischen Reaktion sein. Zudem ist ein Exanthem ein Hauptsymptom der Syphilis im Sekundärstadium und ein Symptom des Morbus Still, einer juvenilen Form der Rheumatoiden Arthritis. Ebenfalls kann ein Vitamin-B2-Mangel zu einem Exanthem führen.

Medizingeschichte

Eine historische Klassifikation der Krankheiten mit Hautausschlag, die v. a. in der Kindheit auftreten, bestand in einer Nummerierung der als abgrenzbar erkannten Kinderkrankheiten und entwickelte sich bis etwa um 1910 mit der Definition der sechsten Krankheit.[3] Sie ist heute nur noch selten für die fünfte (Ringelröteln) und sechste Krankheit (Drei-Tage-Fieber) gebräuchlich.

Erste Krankheit: Masern

Masern wurden von anderen Krankheiten ab dem etwa 10. Jahrhundert abgegrenzt, wobei die Unterscheidung von Typhus und Scharlach erst ab dem 15. Jahrhundert erfolgte. Eine erste genauere Beschreibung erfolgte 1641 von Dönert.[4]

Zweite Krankheit: Scharlach

Scharlach wurde erstmals 1553 von Masern unterschieden.[5]

Dritte Krankheit: Röteln

Röteln wurden erstmals als eigene Krankheit auf dem Medizinischen Kongress 1881 anerkannt.[6]

Vierte Krankheit: Filatows oder Dukes Krankheit

Dieses Krankheitsbild wurde von Filatow 1885 und Dukes 1900 beschrieben.[3] Heute wird diese Krankheit nicht mehr als eigene Entität angesehen, sondern man nimmt an, dass es sich bei den beschriebenen Verlaufsformen entweder um atypisch verlaufende Scharlach- oder Röteln-Infektionen handelte,[7] oder um das Staphylococcal scalded skin syndrome[8].

Fünfte Krankheit: Ringelröteln

Diese Krankheit wurde ab etwa 1905 als eigenständiges Krankheitsbild so bezeichnet,[9] der heutige Name ist Ringelröteln.

Sechste Krankheit: Drei-Tage-Fieber

Wurde 1910 von Zahorsky beschrieben,[10] wird heute als Drei-Tage-Fieber bezeichnet.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Klaus-Peter W. Schaps, Oliver Kessler, Ulrich Fetzner: GK2: Gesundheitsstörungen – Das Zweite - kompakt. Springer-Verlag, 2008, ISBN 978-3-540-46342-9, S. 52 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Detlev Schneider, Frank Richling: Checkliste Arzneimittel A - Z. Georg Thieme Verlag, 2013, ISBN 978-3-131-60226-8, S. 492 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. 3,0 3,1 Ohne Autorenangabe: Fourth, Fifth, and Sixth. In: Britical Medical Journal. November 1974, S. 429.
  4. D. Sennert: De variolis, & morbillis. In: Sennert D (Hrsg.): De febribus libri quator. Editio novissima. Cui accessit fasciculus medicamentorum contra pestem. Libri IV. De peste, pestilentibusque ac malignis febribus. (lateinisch). In: Venice: Franciscum Baba. 1641, S. 177–186.
  5. G. F. Ingrassia: De tumoribus praeter naturam tomus primus. (lateinisch). Matthaeus Cancer, Naples 1553.
  6. W. MacCormac, G. H. Makins, Under Secretaries of the Congress (Hrsg.): Transactions of the International Medical Congress. Seventh session, held in London, August 2nd to 9th, 1881. Vol 4., J. W. Kolkmann, London 1881, S. 14–34.
  7. David M. Morens, Alan R. Katz: The "Fourth Disease" of Childhood: Reevaluation of a Nonexistent Disease. In: American Journal of Epidemiology. September 1991, Volume 134, Number 6, S. 628–640.
  8. Martin E Weisse: The fourth disease, 1900–2000. In: The Lancet. Vol 357, 27. Januar 2001.
  9. L. Cheinisse: Une cinquieme maladie eruptive: le megalerytheme epidemique. (französisch) In: Semaine Med. 1905;25, S. 205–207.
  10. J. Zahorsky: Roseola infantilis. In: Pediatrics. 1910; 22, S. 60–64.
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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Exanthem (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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