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Evangelische Kirche in Mitteldeutschland


Karte
Basisdaten
Fläche: 37.000 km²
Leitende Geistliche: Landesbischöfin
Ilse Junkermann
Präses Landessynode: Dieter Lomberg
Präsidentin Landeskirchenamt: Brigitte Andrae
Mitgliedschaften: VELKD, UEK, LWB, EKD
Propstsprengel: 5
Kirchenkreise: 38
Kirchengemeinden: 3.315
Gemeindeglieder: 807.171 (2012)
Anteil an der Gesamtbevölkerung: 18,7 % (2012)
Offizielle Website: ekmd.de

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ist eine von 20 Gliedkirchen (Landeskirchen) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie ist wie alle Landeskirchen eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Das Landeskirchenamt befindet sich in Erfurt, der Sitz des Landesbischofs ist Magdeburg. Die EKM wurde am 1. Januar 2009 durch Vereinigung der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen gebildet. Beide Landeskirchen bildeten bereits seit 1. Juli 2004 die Föderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland.

Die neue Landeskirche ist Mitglied der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Union Evangelischer Kirchen (UEK). Die EKM hat ca. 840.000 Gemeindeglieder in 3.251 Kirchengemeinden und verfügt über 4.031 Kirchen und Kapellen.[1] Damit hat die EKM die meisten Gotteshäuser aller Landeskirchen in Deutschland. Jede fünfte evangelische Kirche steht auf dem Gebiet der EKM. Zugleich stellen die Gemeindemitglieder nur vier Prozent der deutschen Protestanten dar.

Gebiet der Landeskirche

Das Gebiet der EKM befindet sich überwiegend in den Ländern Sachsen-Anhalt und Thüringen. Außerdem gehören kleinere Teile der Länder Brandenburg und Sachsen zum Gebiet der Landeskirche. Einige Gebiete in Sachsen-Anhalt gehören zur Evangelischen Landeskirche Anhalts oder zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig (Calvörde, Blankenburg). Teile Thüringens gehören zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Somit entspricht das Gebiet der EKM im Wesentlichen dem 1920 gegründeten Land Thüringen und der ehemaligen preußischen Provinz Sachsen.

Geschichte

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland wurde am 1. Januar 2009 gegründet, nachdem die Synoden der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen im Jahr 2007 die Vereinigung ihrer beiden Landeskirchen beschlossen hatten und sich am 5. Juli 2008 eine gemeinsame Verfassung gaben.[2]

Zur Geschichte vor der Vereinigung der beiden Kirchen:

Geistliche Leitung der Landeskirche

An der Spitze der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland steht der Landesbischof. Als erste gemeinsame Landesbischöfin wurde am 21. März 2009 Ilse Junkermann von der Landessynode im dritten Wahlgang gewählt und am 29. August 2009 im Magdeburger Dom in das Amt eingeführt.

Landesbischöfe

Landessynode

Als „Parlament“ hat die Landeskirche eine Landessynode. Deren Mitglieder, die 84 Synodalen, werden auf sechs Jahre gewählt bzw. berufen oder gehören ihr von Amts wegen an. Die Landessynode tritt in der Regel zweimal im Jahr zu einer mehrtägigen Sitzung zusammen. Die Tagung wird vom Präsidium geleitet, dem der Präses sowie zwei Stellvertreter und ein Schriftführer angehören. Zu den Aufgaben der Landessynode gehört, neben der Gesetzgebung, u. a. die Wahl des Bischofs, der Regionalbischöfe, der Dezernenten des Kirchenamtes und des Landeskirchenrates.

Präsides der Landessynode

  • 1. bis 23. Januar 2009: Petra Gunst
  • 23. Januar 2009 bis 20. Februar 2013: Wolf von Marschall
  • seit 11. April 2013 bis November 2014: Steffen Herbst
  • seit 16. April 2015: Dieter Lomberg

Gliederung der Landeskirche

Die Landeskirche ist wie folgt aufgebaut:

Kirchengemeinden

An der Basis stehen die derzeit 3.231 Kirchengemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts mit gewählten Gemeindekirchenräten. Die Mitglieder dieser Gremien heißen Kirchenälteste.

Kirchenkreise

Mehrere Kirchengemeinden bilden zusammen einen Kirchenkreis. Die 37 Kirchenkreise haben als Gremium die Kreissynode mit einem Präsidium der Kreissynode. Die Mitglieder der Kreissynode werden von den jeweiligen Gemeindekirchenräten gewählt. Der leitende Geistliche eines Kirchenkreises trägt die Amtsbezeichnung Superintendent, im Kirchenkreis Erfurt führt er traditionsgemäß den Titel Senior.

Mehrere Kirchenkreise bilden zusammen einen Propstsprengel, der von einem Regionalbischof geleitet wird.

Einen Sonderstatus besitzt der Reformierte Kirchenkreis mit Sitz in Halle.[3] Er besteht nicht aus einem zusammenhängenden Territorium, sondern aus den fünf reformierten Einzelgemeinden in Aschersleben, Burg, Halberstadt, Halle und Magdeburg. Der leitende Geistliche des Reformierten Kirchenkreises trägt die Amtsbezeichnung Senior.

Propstsprengel

Die einzelnen Propstsprengel bestehen aus folgenden Kirchenkreisen:

  • Propstsprengel Stendal-Magdeburg mit Regionalbischofssitz in Stendal
    • Egeln
    • Elbe-Fläming
    • Halberstadt
    • Haldensleben-Wolmirstedt
    • Magdeburg
    • Salzwedel
    • Stendal
  • Propstsprengel Halle-Wittenberg mit Regionalbischofssitz in Halle[4]
    • Eisleben-Sömmerda
    • Halle-Saalkreis
    • Merseburg
    • Bad Liebenwerda
    • Naumburg-Zeitz
    • Torgau-Delitzsch
    • Wittenberg
  • Propstsprengel Gera-Weimar mit Regionalbischofssitz in Gera
    • Altenburger Land
    • Apolda-Buttstädt
    • Eisenberg
    • Gera
    • Greiz
    • Jena
    • Schleiz
    • Weimar
  • Propstsprengel Eisenach-Erfurt mit Regionalbischofssitz in Eisenach
    • Waltershausen-Ohrdruf
    • Bad Frankenhausen-Sondershausen
    • Eisenach-Gerstungen
    • Erfurt
    • Gotha
    • Mühlhausen
    • Südharz
  • Propstsprengel Meiningen-Suhl mit Regionalbischofssitz in Meiningen
    • Arnstadt-Ilmenau
    • Bad Salzungen-Dermbach
    • Henneberger Land
    • Meiningen
    • Sonneberg
    • Hildburghausen-Eisfeld
    • Rudolstadt-Saalfeld

Landeskirchenamt

Als oberste Verwaltungsbehörde der Landeskirche besteht das Landeskirchenamt, das seit Mai 2011 im Collegium Maius in Erfurt seinen Sitz hat. Bischofssitz der Landeskirche ist jedoch Magdeburg. An der Spitze des Landeskirchenamtes steht die Präsidentin, seit 1. Januar 2009 Brigitte Andrae. Zur Seite steht ihr ein Vizepräsident, derzeit Finanzdezernent Oberkirchenrat Stefan Große. Das Landeskirchenamt ist in fünf Dezernate, 17 Referate sowie weitere Geschäftsstellen und zugeordnete Dienststellen gegliedert.[5]

Gesangbücher

Die Gemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland singen aus dem Evangelischen Gesangbuch – Ausgabe für die Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Bayern und Thüringen, bzw. Ausgabe für die Evangelische Landeskirche Anhalts, die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg, die Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz, die Pommersche Evangelische Kirche, die Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen.

Kirchenzeitung

Die wöchentliche Zeitung erschien erstmals im Jahr 1924 - sie trägt den Titel Glaube und Heimat und wird auch im Bereich der Evangelischen Landeskirche Anhalts verbreitet.

Archive

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Evangelische Kirche in Mitteldeutschland  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die EKM in Zahlen: Stand 31. Dezember 2009
  2. Die Verfassung der EKM im Wortlaut (PDF; 328 kB)
  3. Reformierter Kirchenkreis
  4. http://www.ekmd.de/attachment/aa234c91bdabf36adbf227d333e5305b/1dff4baed5ef4d8f4ba11df8aa32781f8a90d900d90/DS_10.1B.pdf
  5. http://www.ekmd.de/attachment/aa234c91bdabf36adbf227d333e5305b/1e2030543f898da030511e2a3d40f0b486b3e503e50/organigramm_lka_20120901.pdf

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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