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European Universities Debating Championship


Die European Universities Debating Championship (kurz: EUDC, umgangssprachlich: Euros (Pl.)) ist die alljährlich ausgetragene Europameisterschaft im Debating. Das Format der EUDC ist der auf internationalen Turnieren übliche British Parliamentary Style, die Turniersprache Englisch. Die Grundidee ist die eines Wettbewerbs zwischen Universitäten, denen jeweils genau ein Debattierclub zugeordnet ist. Tatsächlich jedoch gibt es einzelne Fälle, in denen ein Club mehrere Institutionen abdeckt, während andererseits manche Universitäten, etwa aufgrund eines internen College-Systems, mehrere Societies haben.

Die seit der in Belgrad ausgetragenen EUDC 2012 amtierenden Europameister sind das BPP University College in London und, in der Kategorie English as Second Language (ESL), die Universität Leiden. Die letzte EUDC fand 2013 im englischen Manchester statt.

Geschichte

In der heute bekannten Form fand die Meisterschaft zum ersten Mal im April 1999 im niederländischen Rotterdam statt. Nur 32 Teams, also 64 Redner, traten damals an. Seitdem hat ein deutliches Wachstum des Wettbewerbs stattgefunden. Auf der EUDC 2011 redeten 180 Teams.

Die EUDCs seit 1999:

Jahr Ort Ausrichter
1999 Niederlande Rotterdam Erasmus-Universität Rotterdam
2000 Vereinigtes Konigreich Aberdeen University of Aberdeen
2001 Slowenien Ljubljana Universität Ljubljana
2002 Israel Haifa Universität Haifa
2003 Kroatien Zagreb Universität Zagreb
2004 Vereinigtes Konigreich Durham University of Durham
2005 Irland Cork University College Cork
2006 Deutschland Berlin Berlin Debating Union
2007 Turkei Istanbul Koç University
2008 Estland Tallinn Universität Tallinn
2009 Vereinigtes Konigreich Newcastle upon Tyne Newcastle University
2010 Niederlande Amsterdam Freie Universität Amsterdam
2011 Irland Galway Literary and Debating Society und Law Society der National University of Ireland
2012 Serbien Belgrad The Open Communication der Universität Belgrad
2013 Vereinigtes Konigreich Manchester Manchester Debating Union
2014 Kroatien Zagreb Zagreb Debating Society and The Open Communication
2015 Osterreich Wien Debattierklub Wien

Ausrichtungsmodus

Der Wettbewerb umfasst einige Vorrunden (preliminary rounds), an denen alle Teams teilnehmen, und im K.-o.-System ausgetragene Finalrunden (break rounds) bis hin zum Finale. Wie auf großen internationalen Turnieren üblich gibt es nach den Vorrunden zwei Breaks in die Finalrunden: Neben dem Open Break, um den alle Teams konkurrieren, gibt es den ESL-Break, zu dem nur solche Teams zugelassen sind, deren Mitglieder nicht über längere Zeit in einem englischsprachigen Umfeld gelebt haben. ESL steht hier für English as Second Language. Ein für den ESL-Break zugelassenes Team kann bei Erreichen einer hinreichenden Position in der Team-Rangliste (Team-Tab) nach den Vorrunden beide Finalrunden bestreiten und somit auch beide Europameistertitel erringen. 2009 erregte ein ESL-Team aus Tel Aviv Aufsehen, als es im ESL-Halbfinale ausschied, das Open Final jedoch erreichte. 2011 gelang erneut einem Team aus Tel Aviv der doppelte Break, und zudem der Sieg im ESL-Wettbewerb.

Siegerliste

Jahr Europameister ESL-Europameister
2013 Vereinigtes Konigreich University of Cambridge Schweden Universität Lund
2012 Vereinigtes Konigreich BPP University College Niederlande Universität Leiden
2011 Vereinigtes Konigreich University of Oxford Israel Universität Tel Aviv
2010 Irland Honorable Society of King's Inns Slowenien Universität Ljubljana
2009 Vereinigtes Konigreich University of Oxford Niederlande Universität Leiden
2008 Vereinigtes Konigreich University of Oxford Rumänien Babeș-Bolyai-Universität Cluj
2007 Vereinigtes Konigreich University of Cambridge Estland Universität Tallinn
2006 Vereinigtes Konigreich University of Oxford Deutschland Universität Bonn
2005 Vereinigtes Konigreich Durham University Niederlande Erasmus-Universität Rotterdam
2004 Niederlande Universität Utrecht Israel Interdisciplinary Center
2003 Vereinigtes Konigreich University of Bristol Niederlande Erasmus-Universität Rotterdam
2002 Vereinigtes Konigreich University of Oxford Israel Hebräische Universität Jerusalem
2001 Vereinigtes Konigreich Inner Temple Niederlande Erasmus-Universität Rotterdam
2000 Vereinigtes Konigreich University of Oxford Estland Universität Tartu
1999 Vereinigtes Konigreich University of Oxford Griechenland Deree College

EUDC-Council und -Committee

Auf der Europameisterschaft 1999 wurde das EUDC-Council als oberstes Entscheidungsorgan gegründet. Jedes Land ist mit hier mit einer Stimme vertreten. Die alljährliche Zusammenkunft, auf der auch der nächste EUDC-Ausrichter per Wahl bestimmt wird, findet im Rahmen des Turniers statt. Mindestens drei solcher Entscheidungen waren das Ergebnis eines Wettbewerbs. So setzte sich 2001 die Universität Haifa gegen die University of Limerick, 2005 die Berlin Debating Union gegen die Istanbuler Koç University und 2007 die Universität Tallinn gegen das Interdisciplinary Center im israelischen Herzlia durch. Außerdem entscheidet das Council über Regelfragen, wie etwa die Kriterien für die Zulassung zum ESL-Break.

Das EUDC-Committee besteht aus einem Präsidenten, der zugleich Vorsitzender des Council ist, einem Sekretär, dem Ausrichter der laufenden und folgenden EUDC sowie Regionalrepräsentanten für Mittel- und Osteuropa, Nord- und Westeuropa, Südosteuropa, den Nahen Osten und die Britischen Inseln. Dieses Gremium erörtert Angelegenheiten, die zwischen den jährlichen Council-Meetings aufkommen.

Der amtierende Vorsitzende des Council und Präsident des Committee ist Marcus Ewald vom Debattierclub Johannes Gutenberg aus Mainz. Er folgte auf Stephen Nolan von der Literary and Debating Society in Galway, der 2011 Jens Fischer von der Berlin Debating Union ablöste.

Siehe auch

World Universities Debating Championship (WUDC), die Weltmeisterschaft im Debating.

Weblinks


Kategorien: Rhetorik | Europameisterschaft

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