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Europäischer Wechselkursverbund


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Der Europäische Wechselkursverbund (EWKV) war ein multilaterales Interventionssystem zwischen europäischen Währungen und ging auf das Abkommen von Basel (10. April 1972) (Stichwörter Währungsschlange oder Schlange im Tunnel) zurück, in dem die sechs Mitgliedstaaten (ab dem 1. Januar 1973 neun Länder; Beitritt: Großbritannien, Irland, Dänemark) der damaligen Europäischen Gemeinschaft zunächst ein bilaterales Interventionssystem ihrer Währungen gegenüber dem US-Dollar vereinbart hatten. Offiziell war dies ein Abkommen zwischen den Zentralbanken der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft über die Verringerung der Schwankungsbreiten ihrer Währungen (auf Englisch: Basel Agreement of 10 April 1972, implemented on 24 April 1972, between the central banks of the Member States of the Community on the narrowing of the margins of fluctuation).

Im Januar 1973 geriet der Kurs der italienischen Lira – damals galt noch das Bretton-Woods-System – in Bedrängnis. Die Schweizerische Nationalbank kaufte zunächst Fremdwährungen; am 23. Januar 1973 schloss sie ihre Devisenbörse, stellte ihre Stützungskäufe ein und teilte öffentlich mit, sie werde sich vom Markte fernhalten, bis eine Beruhigung eingetreten ist. Dies gilt als 'Anfang vom Ende' des Bretton-Woods-Systems.[1] Am 12. Februar kündigte die US-Regierung an, den US-Dollar um 10 Prozent abzuwerten.[2]

Am 1. März musste die Bundesbank 8 Mrd. DM Notenbankgeld neu herausgeben, um ihren Ankaufpflichten zu genügen. Am nächsten Tag wurde die deutsche Devisenbörse auf Antrag der Bundesbank geschlossen. Auch die meisten anderen Industrieländer schlossen ihre Devisenbörsen, deren Zentralbanken entgingen so der bis dahin bestehenden Ankaufpflicht. Am 19. März 1973 öffneten die Devisenbörsen wieder.

In der Zwischenzeit vereinbarten sechs Länder den EWKV, ein gegenseitiges Interventionssystem mit festen Wechselkursen und einer Kursbandbreite von ± 2,25 Prozent. Am 12. März 1973 teilte der Rat der Europäischen Gemeinschaften dies mit. Teilnehmer des EWKV waren zunächst die folgenden sechs Währungen: Belgischer Franc, Italienische Lira, Deutsche Mark, Französischer Franc, Luxemburgischer Franc, Holländischer Gulden.

Bis zum 1. Januar 1973 bestand die EWG nur aus ihren sechs Gründungsländern; zum 1. Mai 1972 traten das Vereinigte Königreich, Irland und Dänemark bei. Anläßlich einer durch Inflation und Zahlungsbilanzschwäche bedingten Pfundkrise, trat das Vereinigte Königreich am 23. Juni 1972 wieder aus.

Die Bindung an den US-Dollar erwies sich als nachteilig. So wurde aus einem „bilateralen Interventionssystem“ gegenüber dem US-Dollar ein „multilaterales“ Interventionssystem zwischen europäischen Währungen, in dem jede beteiligte Zentralbank auf ihrem Devisenmarkt bei Erreichen der vollen Bandbreite (Interventionskurse) entweder ihre Währung mit Krediten von den anderen Zentralbanken kaufen oder ihre eigene Währung abgeben (verkaufen) musste.

1973 kam die Norwegische Krone (Norsk kroner) als assoziiertes Mitglied zum EWKV hinzu. Zahlreiche Währungsbei- und -austritte gelten als Indizien für Schwächen des Systems.

Der Europäische Rat beschloss am 5. Dezember 1978 die Einführung des Europäischen Währungssystems (EWS) als Nachfolgemodell des EWKV.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. Otmar Emminger: D-Mark, Dollar, Währungskrisen - Erinerungen eines ehemaligen Bundesbankpräsidenten. 1986, Seite 228f.
  2. Emminger (1986), a.a.O. S. 236.
  3. Die Zeit: Ein Denkmal von eigener Hand

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