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Europäische Raumfahrt


Die westeuropäische Raumfahrt (nachfolgend europäische Raumfahrt genannt) begann erst recht spät, obwohl Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg vor der Sowjetunion die führende Nation auf dem Gebiet der Raketenforschung war.

Es gab und gibt zahlreiche nationale Raketenprogramme. Satellitenraketen wurden nur von zwei Ländern entwickelt: Frankreich (mehrere erfolgreiche Starts der Rakete Diamant zwischen 1965 und 1975) und Großbritannien (ein erfolgreicher Start der Black Arrow 1971). Daneben entwickelten Frankreich und Großbritannien, und in geringerem Maße auch Italien und Spanien, Höhenforschungsraketen. Zwischen 1957 und 1964 starteten die Hermann-Oberth-Gesellschaft e.V. und die Berthold Seliger Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH einige selbstentwickelte Raketen mit Gipfelhöhen von bis zu 150 Kilometern im Wattengebiet von Cuxhaven. Die Bundesrepublik Deutschland dagegen sparte sich eine eigene Trägerrakete und setzte mit dem deutsch-amerikanischen Sonnensondenprojekt Helios 1974 und 1976 zusammen mit den USA einen neuen Meilenstein in der Raumfahrt. Die erste europäische Raumsonde war Giotto, welche 1985 zur Erforschung des Kometen Halley gestartet wurde. Der erste europäische Wettersatellit Meteosat-1 wurde 1977 gestartet.

Heute wird die europäische Raumfahrt vor allem von der Europäischen Weltraumorganisation koordiniert, in der sich 22 Staaten zusammengeschlossen haben. Hinzu kommen 13 weitere Staaten mit Assoziierungs- oder Kooperationsstatus. Die Raumfahrt Europas gilt dank der Ariane 4 und der Ariane 5 als wirtschaftlich erfolgreich, wozu auch der nahe am Äquator befindliche Weltraumbahnhof in Kourou beiträgt, der preiswerte Starts ermöglicht. Trotz des wirtschaftlichen Erfolgs mussten viele ambitionierte Projekte (z.B. Raumflugzeuge) vor allem aus finanziellen Gründen im Laufe der Zeit eingestellt werden. Zurzeit ist Europa am Aufbau der Internationalen Raumstation beteiligt und betreibt eine Reihe von Forschungssatelliten zur Erforschung des Sonnensystems.

Weitere Projekte, zur Hälfte finanziert durch die EU, sind das globale Navigationssystem Galileo, die globalen Beobachtungssatelliten im Rahmen des Kopernikus-Programms und ein globales Telekommunikationssystem. Diese drei Projekte haben zivile und militärische Aspekte.

Die Europäische Union (EU) arbeitet zusammen mit der ESA an der Erstellung eines „Europäischen Raumfahrtprogrammes“. Die EU bekommt darin eine wichtige Rolle zugewiesen. Zum einen soll sie nach dem Verfassungsentwurf des Brüsseler Verfassungskonvents eine eigenständige Kompetenz im Bereich Weltraum erhalten. Zum anderen ist die Zusammenarbeit zwischen der ESA und der EU durch ein von beiden Seiten Ende 2003 unterzeichnetes EU-ESA-Rahmenabkommen auf eine formelle Basis gestellt worden.

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