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Eugen Egner


Eugen Egner (* 10. Oktober 1951 in Ingelfingen) ist ein deutscher Schriftsteller, Zeichner und Musiker.

Leben

Egner lebt seit 1955 in Wuppertal. In den 1970er- und 1980er Jahren arbeitete er als Grafiker und Illustrator unter anderem für Die Sendung mit der Maus und betätigte sich als Rockmusiker hauptsächlich in der Band Armutszeugnis unter dem Pseudonym Eugen Euler zusammen mit R.M.E. Streuf sowie als Mensch Oyler gemeinsam mit Tim Buktu.

Die ersten Veröffentlichungen seiner Zeichnungen (Comic-Serie) erlebte er 1971 bei Hörzu. Erste Cartoons erschienen 1978 in der Wuppertaler Stadtillustrierten „Kulturmagazin“. 1986 veröffentlichte der Wuppertaler Sisyphos-Verlag den Band „Als die Erlkönige sich Freiheiten herausnahmen“ (Zeichnungen und eine Bildergeschichte). Loriot zeigte das Buch Gerd Haffmans, der Egner daraufhin zur Mitarbeit an der Literaturzeitschrift Der Rabe einlud. Im „Rausch-Raben“ wurde 1989 der fiktive Tagebuchtext „Das letzte Jahr“ veröffentlicht, aus dem später das „Tagebuch eines Trinkers“ hervorging. Ab 1992 erschienen dann auch Egners Bücher im Haffmans Verlag.

Ab 1988 fanden sich seine Zeichnungen und Texte u.a. in den Zeitschriften Titanic (hier wird er seit 1989 als ständiger Mitarbeiter geführt), taz, Der Rabe, Frankfurter Rundschau, Kowalski, Eulenspiegel, Italien, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Die Zeit, Junge Welt, Rolling Stone. Für den Westdeutschen Rundfunk schrieb Egner seither zahlreiche Kurztexte und Hörspiele. Seine Bücher sind bis heute bei etwa einem Dutzend verschiedener Verlage erschienen.

Egners Texte sind vorwiegend im Bereich des Surrealen und Grotesken angesiedelt, wobei seine kürzeren Texte oft noch absurder als seine Romane und Erzählungen sind. Häufig werden Realitätswahrnehmung und Bewußtseinsveränderung (Traum, Rausch, Wahn) thematisiert, das „Wunderbare“ und „Andere“.

Auch kann man eine deutliche Beeinflussung durch Kafka, verschiedene Schriftsteller der Romantik (vor allem E.T.A. Hoffmann), Robert Aickman, Thomas Ligotti, Lewis Carroll, Donald Barthelme, Charles Fort sowie Arbeiten von Psychiatriepatienten (z.B. der Prinzhorn-Sammlung und Gugginger Künstler) erkennen.

In seinem 2001 erschienenen Erzählband „Die Eisenberg-Konstante“ deutet sich eine stärkere Hinwendung zur Unheimlichen Phantastik an, die dann mit „Gift Gottes“ (2003) vollzogen war. Egners kurze Texte weisen zwar ebenfalls diese Merkmale auf, sind aber insgesamt nach wie vor komischer und absurder als die Erzählungen.

2006 wandte sich Egner als Gitarrist wieder aktiv der Musik zu. Gründung des Improvisationstrios Gorilla Moon mit Dietrich Rauschtenberger (dr) und Dietmar Wehr (b).

2014 wurde im Wuppertaler Opernhaus nach Egners Romanvorlage die Oper „Der Universums-Stulp,“ eine musikalische Bildgeschichte in drei Heften, uraufgeführt. Die Musik komponierte Stephan Winkler, die Inszenierung besorgte Thierry Bruehl.

Auszeichnungen

Werke

Bücher

  • Als die Erlkönige sich Freiheiten herausnahmen, Wuppertal (Sisyphos) 1986
  • Glücklich ist, wer vergißt, daß er nicht zu retten ist, Cartoons und Bildergeschichten, Kiel (Semmel) 1991
  • Aus dem Tagebuch eines Trinkers, Zürich (Haffmans) 1991 (Neuausgabe: Frankfurt am Main 2007)
  • Der künstliche Mann, Bildergeschichte, Zürich (Haffmans) 1992
  • Das Blöken der Blumen, Cartoons und Bildergeschichten, Kiel (Semmel) 1992
  • Als der Weihnachtsmann eine Frau war und andere erstaunliche Geschichten, Kurztexte und Erzählungen, Zürich (Haffmans) 1992
  • Meisterwerke der grauen Periode, Texte und Zeichnungen, Greiz (Weisser Stein) 1992
  • Der Universums-Stulp, Roman, Zürich (Haffmans) 1993, Bremen (Publié) 2014
  • Getaufte Hausschuhe und Katzen mit Blumenmuster, kurze Texte, Leipzig (Reclam) 1996
  • Was geschah mit der Pygmac-Expedition?, Novelle, München (Weisser Stein) 1996
  • Die Tagebücher des W. A. Mozart, Zürich (Haffmans) 1998
  • Androiden auf Milchbasis, Roman, Zürich (Haffmans) 1999
  • Der Notfall erfordert alles, Literaturvorführung einer Sprachfressung, Hannover (Wehrhahn) 2000
  • Die Eisenberg-Konstante, Fünf phantastische Erzählungen, Zürich (Haffmans) 2001, Frankfurt (Zweitausendeins) 2004
  • Aus der Welt der Menschen, Texte und Bildergeschichten, Frankfurt am Main (Zweitausendeins) 2001
  • Androids On Milk, Englische Übersetzung von „Androiden auf Milchbasis“, (Dedalus) 2001
  • Die Durchführung des Luftraums, Kurztexte, Frankfurt am Main (Zweitausendeins) 2002
  • Gift Gottes, Fünf Erzählungen, Frankfurt am Main (Zweitausendeins) 2003
  • Als der Weihnachtsmann eine Frau war, Erzählung, illustriert von Rudi Hurzlmeier und Michael Sowa, Frankfurt am Main (Zweitausendeins) 2005
  • Nach Hause, Neun makabre Geschichten, Frankfurt am Main (Zweitausendeins) 2007
  • Schmutz, Erzählungen, Bellheim (KuK) 2008
  • Die Traumdüse, Kurzprosa mit einem Vorwort von Max Goldt, Bellheim (KuK) 2009
  • Eugen Egners Bunte Welt des Frohsinns, Band 1, Cartoons, Comics und Bildergeschichten, Münster (Monsenstein & Vannnerdat) 2009
  • Schnölb! Das kleine, aber feine Eugen Egner-Lesebuch; Neue rare Prosa & assortierte Cartoons, Jubiläumsband zum 60sten Geburtstag, Frankfurt am Main (Eichborn) 2011
  • Totlachen im Schlaf, Bellheim (KuK) 2012

Hörspiele

  • 2003: Der Notfall erfordert alles, WDR
  • 2004: Darwins Lücke, WDR
  • 2006: Was macht eigentlich Harry Absolut?, WDR
  • 2006: Das Schattenfräulein, WDR
  • 2008: Shuk, WDR
  • 2008: Olga La Fong, WDR
  • 2009: Die Beseitigung, WDR
  • 2011: Alles kommt wieder, WDR
  • 2012: Zu jung für eine eigene Hose, WDR
  • 2014: Die Landschaft, WDR
  • 2015: Der späte Bus, WDR

weitere Arbeiten

  • Harry Rowohlt liest „Aus dem Tagebuch eines Trinkers“ und andere Texte von Eugen Egner, CD, Frankfurt (Zweitausendeins) 2001
  • Die Tagebücher des W.A. Mozart, gesprochen und inszeniert von Herbert Feuerstein, CD (Random House) 2005
  • Anständig trinken, Illustrationen zur deutschen Ausgabe von Kingsley Amis „On Drink“, Berlin (Rogner & Bernhard) 2008. Den Erben des 1995 verstorbenen Kingsley Amis gefielen Egners Illustrationen so wenig, dass sie 2009 den Verkauf dieser Ausgabe verbieten ließen.
  • Ich muss trinken, Mitwirkung am Filmbeitrag zum arte-Themenabend „Dichter und Alkohol“, 2010
  • Der Universums-Stulp, Libretto zur Oper nach dem eigenen Roman. Musik von Stephan Winkler UA Opernhaus Wuppertal, 2014

Weblinks

Einzelnachweise


Kategorien: Schriftsteller (Wuppertal) | Zeichner | Geboren 1951 | Deutscher | Mann | Autor | Literatur (Deutsch)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Eugen Egner (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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