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Eucor


Eucor, die Europäische Konföderation der Oberrheinischen Universitäten (französisch Confédération européenne des Universités du Rhin Supérieur), ist ein trinationaler Verband von fünf Hochschulen in der Region am Oberrhein.

Geschichte

Die Entstehung von Eucor ist das Resultat einer Entwicklung, in der zum einen bereits bestehende Beziehungen und wissenschaftliche Zusammenarbeiten in der Region am Oberrhein eine Rolle spielten. Zum anderen wurde sie durch einen Kontext befördert, der von der deutsch-französischen Partnerschaft, verstärkten regionalen Kooperationen und der Idee einer europäischen Zusammenarbeit geprägt war.[1]

Feste Strukturen erhielten die Beziehungen zwischen den Hochschulen am Oberrhein 1984 mit der Einrichtung einer Konferenz der Rektoren und Präsidenten von sieben Universitäten in Deutschland, Frankreich und der Schweiz.[2] In den folgenden Jahren fanden in Freiburg (1985), Straßburg (1986) und Basel (1987) Symposien zum Thema «Universität und Region» mit Teilnehmern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik statt.

Die Rektoren und Präsidenten bekräftigten 1987 in einer gemeinsamen Erklärung die Absicht, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in allen Gebieten von Lehre und Forschung zu fördern. Am 19. Oktober 1989 verabschiedete die Konferenz schließlich eine Vereinbarung zur Gründung eines grenzüberschreitenden Zweckverbands unter dem Namen Europäische Konföderation der Oberrheinischen Universitäten (Eucor).[3]

Die Gründungsvereinbarung von Eucor wurde am 13. Dezember 1989 in Basel von den Rektoren und Präsidenten der folgenden sieben Hochschulen unterzeichnet: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Universität Basel, Université Louis Pasteur (Strasbourg I), Université des Sciences Humaines (Strasbourg II), Université Robert Schuman (Strasbourg III), Universität Fridericiana Karlsruhe (TH), Université de Haute-Alsace, Mulhouse.

Infolge von Zusammenschlüssen einzelner Universitäten gehören Eucor heute fünf Hochschulen an:

Zusammengezählt studierten 2014 an den Eucor-Universitäten rund 115.000 Studierende und 11.000 Doktorierende.[3]

Ziele

Zu den Zielen von Eucor gehört im Allgemeinen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Mitgliedsuniversitäten in Lehre und Forschung zu vertiefen. Im Besonderen zielt der Verband darauf ab, den Austausch von Studierenden und Dozierenden zu fördern, gemeinsame Forschungsprogramme und Studienangebote zu schaffen, das grenzüberschreitende Studieren zu erleichtern und die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen sicherzustellen.

Organisation

Eucor hat keine eigene Rechtspersönlichkeit; als Konföderation lässt Eucor die institutionelle und hochschulpolitische Autonomie der beteiligten Hochschulen unangetastet.[1] Das zentrale Entscheidungsorgan von Eucor ist das Präsidium. Es setzt sich aus den Präsidenten und Rektoren der Mitgliedsuniversitäten zusammen, die sich zweimal jährlich versammeln. Als zentrale Einrichtung führt seit 2000 eine Koordinationsstelle in Straßburg die Geschäfte und unterstützt das Präsidium und die Partneruniversitäten. Sogenannte Eucor-Beauftragte sind an den einzelnen Universitäten als Kontaktpersonen tätig.

Wichtige Projekte

Studentische Mobilität

Die Förderung der Mobilität von Studierenden und Dozierenden gehört zu den zentralen Anliegen von Eucor. Ziel ist, dass die Studierenden an den Partneruniversitäten die Ausbildung an ihrer Heimatuniversität ergänzen können und dass ihnen die dort erbrachten Leistungen angerechnet werden. Bereits 1987 hatte die damalige Konferenz der Präsidenten und Rektoren der Oberrheinischen Universitäten einen Regio-Studentenausweis eingeführt, der 1993 zum Eucor-Studierendenausweis umgestaltet wurde. Mit dem Studierendenausweis können Studierende, die an einer Eucor-Universität immatrikuliert sind, an den Partnerhochschulen Lehrveranstaltungen besuchen und die Dienstleistungen aller Partneruniversitäten nutzen, ohne dass gesonderte Gebühren anfallen. Eucor fördert die studentische Mobilität mit Fahrtkostenzuschüssen.

Studiengänge

Die Entwicklung gemeinsamer Studienangebote spielt seit der Gründung des Verbunds eine wichtige Rolle. Seit 1989 bietet die École supérieure de biotechnologie Strasbourg einen trinationalen, mehrsprachigen Studiengang an, der von Dozierenden in Frankreich, Deutschland und der Schweiz bestritten wird und mit einem trinational anerkannten Diplom abschließt. Später wurden unter anderem gemeinsame Nachdiplomstudiengänge in Medizin (Europäisches Zertifikat in Andrologie, European Course in Pharmaceutical Medicine etc.) eingeführt. Im Jahr 2014 bestanden innerhalb des Eucor-Verbunds 16 grenzüberschreitende Studienangebote.[3]

Forschungsprojekte

Im Rahmen von Eucor entstanden oder konsolidierten sich bereits bestehende wissenschaftliche Kooperationen, wobei bei den prominentesten Projekten der Untersuchungsgegenstand direkt mit der Region zusammenhing, etwa beim Klimaforschungsprojekt Reklip (Regio-Klima-Projekt, 1988–2008) oder beim geowissenschaftlichen Forschungsprojekt Eucor-Urgent (Upper Rhine Graben Evolution and Neotectonics, 1999–2007).

Netzwerke

Im Umfeld von Eucor bildeten sich verschiedene Netzwerke heraus, die den Austausch zwischen Fachbereichen fördern und teilweise auch grenzüberschreitende Ausbildungen auf verschiedenen Studienniveaus anbieten. Zu nennen sind unter anderem Neurex, ein Netzwerk im Bereich der klinischen und angewandten Neurowissenschaften (seit 1999), und das Collegium Beatus Rhenanus, ein Forschungs- und Lehrverbund der Altertumswissenschaften (seit 1997). Zu einer engen Zusammenarbeit kam es insbesondere auch bei den Universitätsbibliotheken: Seit 1989 haben Studierende und Mitarbeitende kostenlos Zugang zu den Beständen der Partneruniversitäten.[4]

Projekt European Campus

2014 formulierte das Eucor-Präsidium unter dem Freiburger Rektor Hans-Jochen Schiewer die Vision eines European Campus.[5] Das Projekt zielt darauf ab, den losen Verbund zu einem Forschungs- und Wissenschaftsraum umzugestalten, der es ermöglicht, enge Kooperationen im Bereich von Berufungen und Anträgen auf Forschungsförderung einzugehen und gemeinsames Personal einzustellen. Als Rechtsform wird ein Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit angestrebt.[6]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Georg Kreis: Eucor im Wandel der Zeiten. In: Catherine Maurer/Astrid Starck-Adler (Hg.), L’éspace rhénan. Pôle de savoirs. Strasbourg 2013, S. 173-188. Auch in: Georg Kreis: Vorgeschichten zur Gegenwart, Ausgewählte Aufsätze, Band 4, Basel 2008, S.169-183. Gekürzte Online-Version
  2. Bernhard Schröder: EUCOR – Europäische Konföderation der Oberrheinischen Universitäten . In: EUCOR-Bibliotheksinformationen – Informations des bibliothèques: 13 (1999).
  3. 3,0 3,1 3,2 Eucor: Rückblick auf 2014 (PDF) . Emmendingen 2015.
  4. Hannes Hug: Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wissenschaftlicher Bibliotheken im Rahmen von Eucor. (PDF) . In: EUCOR-Bibliotheksinformationen – Informations des bibliothèques: 32 (2008).
  5. http://www.eucor-uni.org/de/2014/05/21/das-european-campus
  6. Peter Schenk: European Campus – Eine grosse Chance für die Universität Basel . In: Aargauer Zeitung, 16. März 2015.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Eucor (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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