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Etzelwang


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Amberg-SulzbachVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg
Höhe: 427 m ü. NHN
Fläche: 21,69 km²
Einwohner: 1409 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92268
Vorwahl: 09663
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Gemeindeschlüssel: 09 3 71 140
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Rathaus 1
92259 Neukirchen b.Sulzbach-Rosenberg
Webpräsenz: www.etzelwang.de
Bürgermeister: Roman Berr (CSU/Freie Bürger)
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Etzelwang ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg.

Geografie

Geografische Lage

Etzelwang liegt im Westen des Landkreises. Hauptort ist das Dorf Etzelwang mit seiner Kirche, die zwischen 1721 und 1763 errichtet wurde.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Etzelwang ist in 14 Ortsteile eingeteilt:[2]

Geschichte

In der Gemeinde Etzelwang wurde südöstlich von Tabernackel ein Ortsfriedhof gefunden, der für eine Siedlung um 700 n. Chr. spricht. Die erste urkundliche Erwähnung vom Kirchdorf Etzelwang ist in einer Auflistung von Kirchenweihen des damaligen Eichstätter Bischofs Gundekar II. zu finden. In der im Jahre 1059 entstandenen Urkunde erscheint der Name ezziliuuangen. Die Kirchenweihe 1059 belegt, das es sicher schon lange vorher einen Ort um die Kirche gab.

1326 findet sich in einer die Burg Werdenstein betreffenden Urkunde „Etzelwanch“. Politisch gehörte Etzelwang, seit 1329 Kaiser Ludwig IV. das wittelsbacherische Herrschaftsgebiet aufteilte, zur „Oberen Pfalz“. Später gehörte der Ort zum Herzogtum Pfalz-Neuburg, dann zum Herzogtum Pfalz-Sulzbach und schließlich zum Königreich Bayern. Die große Anzahl von Burgen, alten Kirchen und Wehranlagen in dem Gebiet um Etzelwang weist auf die Lage an einer der wichtigsten Handelsstraßen seinerzeit hin, die Goldene Straße. Dieses Straßensystem zwischen Nürnberg und Prag war seit dem 13. Jahrhundert von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Die ursprünglich von Bischof Gundekar II. geweihte Kirche wurde im Mittelalter durch eine Wehrkirche (etwa 1480) ersetzt.

Der Dreißigjährige Krieg ging an Etzelwang nicht spurlos vorüber. Mehrmals wurde das Dorf ausgeraubt und geplündert. Die Beschädigungen durch kriegerische Handlungen brachten die Bevölkerung und ihre Herren an den Rand des Ruins. Der Krieg und die Pest dezimierten die Bevölkerung erheblich. 1720 wütete in Etzelwang ein großer Brand, der einen großen Teil des Dorfes zerstörte. Der damalige Pfarrer Georg Andreas Holste begann 1721 mit dem Bau der heutigen Kirche St. Nikolaus. Wegen der Größe der neuen Kirche blieb von der alten Wehrkirche nichts übrig als ein Stück der Friedhofsmauer. Diese gilt noch heute als das älteste Bauwerk von Etzelwang. 1764 wurde der Bau mit der Errichtung des Turmes fertiggestellt.

1821 wurde aus den Orten Etzelwang, Ziegelhütten, Albersdorf und Tabernackel die Gemeinde Neidstein im Königreich Bayern gebildet.

Mit dem Bau der Ostbahn erhielt der Ort im Jahr 1859 einen eingleisigen Eisenbahnanschluss und einen Bahnhof. 1909 wurde die Bahn um das zweite Gleis erweitert. Von 1921 bis 1923 wurden die Orte der Gemeinde mit elektrischer Energie versorgt. Seit 1955 hat Etzelwang eine Wasserleitung. 1970 wurde das Simultaneum mit der Einweihung der neu gebauten katholischen Kirche St. Martin aufgelöst. Seitdem ist die Kirche St. Nikolaus evangelisch.

Eingemeindungen

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Kirchenreinbach und große Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Schmidtstadt eingegliedert.[3] Seit 1983 heißt die Gemeinde wie ihr Hauptort Etzelwang.

Abtretungen

Am 1. Juli 1974 trat die Gemeinde Neidstein ein Gebiet mit etwa 100 Einwohnern an die Nachbargemeinde Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg ab.[4]

Etymologie

Der Ortsname Etzelwang gliedert sich in zwei Teile, das Bestimmungswort ist der Personenname „Etzel“. Es entspringt der Namensfamilie Heinrich (Hezilo, Ezzilo, Ezzo usw.). Heinrich von Schweinfurt (Hezilo) war ab 994 Markgraf auf dem bayrischen Nordgau. König Heinrich II. (ab 1014 Kaiser), der 1007 das Bistum Bamberg gründete, war ein weiterer bedeutender Namensträger. Zur Zeit der Gründung des Ortes war Heinrich also ein häufiger vorkommender Herrschername. Das Grundwort „-wang“ weist auf die Hanglage des Ortes hin.

Politik

Gemeinderat

Nach der letzten Kommunalwahl am 9. März 2012 hat der Gemeinderat zwölf Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,4 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU/Freie Bürger     7 Sitze  (58,33 %)
  SPD 3 Sitze (25,0 %)
  GRÜNE/Unabhängige Kandidaten 2 Sitze (16,66 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister Roman Berr (CSU/FB). Dieser erhielt 97,89 % der Stimmen in der Gemeinde.

Wappen

Die Gemeinde führt ihr Wappen seit 1984.

Amtliche Wappenbeschreibung

Blasonierung: Über rotem Schildfuß, darin ein wachsendes goldenes Mühlrad, in Silber eine rote heraldische Lilie, beseitet von je einem gestümmelten schwarzen Ast, aus dessen Spitze und Seite goldene Flammen schlagen.

Bedeutung der Symbole

Stellvertretend für die vielen Adels- und Herrschergeschlechter, die die Herrschaft in Etzelwang innehatten, erinnern die brennenden Äste im Wappen an die Adelsfamilie derer von Brand, die seit 1466 Besitzer der Schloss Neidstein waren. Das silberne Feld und der rote Schildfuß sind von den vom 14. Jahrhundert bis etwa 1600 auf der Burg Rupprechtstein sitzenden Freudenbergern abgeleitet. Die heraldische Lilie ist dem Wappen der Mühlholz entliehen, einer Nürnberger Patrizierfamilie, von 1576 bis 102 im Besitz der Hofmark Kirchenreinbach. Das Mühlrad im Fuße des Wappens soll an die vielen Mühlen erinnern, die im Gemeindegebiet am Lehenbach stehen.

Sehenswürdigkeiten

Im Waldgebiet Schergenbuck, etwa einen Kilometer östlich von Etzelwang gelegen. Am 10. Februar 1466 ging Burg Neidstein auf Hanns den Prandtner, Pfleger des Herzogs Ludwig von Bayern-Landshut zu Floß, den ersten Namensträger der Familie von Brand über. Deren Stammsitz war auf Brand bei Marktredwitz, sie wurden 1221 erstmals urkundlich erwähnt. Sein Sohn Jobst von Brand gab die durch Kriegseinwirkung unbewohnbare Burg 1513 auf und baute am Fuße des Burgberges Schloss Neidstein. Sein heutiges Aussehen erhielt das Schloss zwischen 1855 und 1860. Bis Juli 1973 war es von Dr. Philipp Theodor Freiherr von Brand bewohnt. Mangels direkter Nachkommen ging das Schloss an seinen Neffen Theodor Philipp Rudolf von Brand, einen Bundesrichter in den USA. Seine Söhne Andrew und Alexander boten es in den USA zum Kauf an. Am 19. Juli 2006 kaufte der Hollywood-Schauspieler und Oscar-Preisträger Nicolas Cage für 2 Millionen Euro das Schloss.[5] Cage verkaufte das Schloss im März 2009 – angeblich wegen finanzieller Probleme – wieder, an den Amberger Anwalt Konrad Wilfurth.[6][7] Dieser hatte Cage angeblich schon beim Kauf des Schlosses beraten und will die Immobilie jetzt einer „regional eingebundenen Nutzung“ zuführen.
  • Kanneshof
Alter Gutshof in Albersdorf, gehörte einst zum Schloss Neidstein. Seit 2006 Reiterhof in Privatbesitz.
Auf einem Berggipfel, etwa einen Kilometer nördlich von Etzelwang gelegen.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Etzelwang

Freizeit

Etzelwang liegt im Oberpfälzer Jura. Das Gemeindegebiet ist Teil des Naturparkes Veldensteiner Forst, waldreich und hügelig. Deshalb, und durch seine relative Nähe (45 km) zur Großstadt Nürnberg, ist Etzelwang ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Ausflügler. Freibad, ein Skilift sowie zahlreiche Gaststätten ergänzen das viel genutzte Freizeitangebot.

Verkehr

Etzelwang liegt unscheinbar, wie viele andere Dörfer der Gegend, im Sulzbacher Bergland. Direkt zwischen Nürnberg und Prag zogen sicher schon seit langer Zeit Händler durch den Ort. Eine Schmiede, ein Schreiner und einige alte Gasthäuser an der Hauptstraße sind ein weiterer Hinweis auf die Lage, nahe dem bedeutendsten Handelsweg des Mittelalters – der goldenen Straße. Später erhielt der Ort einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Nürnberg–Schwandorf. Der 1859 durch die bayrische Ostbahn eröffnete Bahnhof (heute Haltepunkt) wird heute stündlich von Regionalexpresszügen der Relation NürnbergSchwandorf/Weiden bedient. Er liegt im Gebiet des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg. Die Fahrzeit für Reisende aus Nürnberg beläuft sich auf 28 Minuten.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Etzelwang, ein Streifzug in Bildern. Bildband 2009

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online (BLO)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 639 und 640.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 639.
  5. Hersbrucker Zeitung vom 20. Juli 2006
  6. Spiegel Online Artikel
  7. Homepage der Stadt Amberg
  8. Georg Andreas Will: Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon, oder, Beschreibung aller nürnbergischen Gelehrten beyderley Geschlechts, nach ihrem Leben, Verdiensten und Schriften, zur Erweiterung der gelehrten Geschichtskunde und Verbesserung vieler darinnen vorgefallenen Fehler aus den besten Quellen in alphabetischer Ordnung. Lorenz Schüpfel, Nürnberg und Altdorf, 1758, S. 48 (books.google.com )

Weblinks

 Commons: Etzelwang  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Amberg-Sulzbach | Etzelwang | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Etzelwang (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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