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Ettingen


Ettingen
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft BL
Bezirk: Arlesheim
BFS-Nr.: 2768
Postleitzahl: 4107
UN/LOCODE: CH ETT
Koordinaten:
Höhe: 331 m ü. M.
Fläche: 6,35 km²
Einwohner: 4926 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 776 Einw. pro km²
Website: www.ettingen.ch

Ettingen

Karte

Ettingen (Schweizerdeutsch: Ettige) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arlesheim des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.

Geographie

Ettingen liegt im Leimen- beziehungsweise Birsigtal auf 342 m ü.M. am Fusse des Blauen. Seine Nachbargemeinden sind Blauen, Pfeffingen, Aesch, Therwil und die beiden im Kanton Solothurn liegenden Dörfer Witterswil und Hofstetten-Flüh. Ettingen liegt an den BLT-Tramlinien 10 und 17, welche das Dorf einerseits mit Rodersdorf und andererseits mit der Stadt Basel verbinden. Zudem ist Ettingen durch die Buslinie 68 mit Hofstetten und Aesch verbunden. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 635 Hektar, davon sind 35 % Landwirtschaftsfläche, 50 % Wald und 15 % Siedlungsgebiet.

Geschichte

Die Geschichte von Ettingen reicht bis ins Jahr 10'000 v. Chr. zurück, als sich im Büttenenloch eiszeitliche Menschen aufhielten und später jungsteinzeitliche Sippen ansiedelten (4.500 - 1.800 v. Chr.).

Das jetzige Dorf Ettingen entstand im 5. oder 6. Jahrhundert entlang einem Bach, dem Dorfbach, welcher heute unter der Dorfstrasse versteckt verläuft. Es gliederte sich in drei Höfe, dem Oberhof, dem Mittel- oder Pfandhof, sowie dem Niederhof. Der Führer der alemannischen Sippe, die diese Höfe aufbaute, Etto oder Atto, gab dem Dorf seinen Namen.

Das Dorf Ettingen gehörte zum Fürstbistum Basel, bis dieses aufgelöst wurde. Die hohe Gerichtsbarkeit verlieh der Fürstbischof zeitweise den Grafen von Thierstein, die niedere dem Kloster Reichenau (Bodensee), aus dessen Wappen Ettingen das rote Kreuz übernommen hat. Güter und Menschen gehörten unter anderem verschiedenen Klöstern der Stadt Basel. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde Ettingen dem Kanton Basel zugesprochen und löste sich 1833 bei der Basler Kantonstrennung von ihr und ging zum Halbkanton Basel-Landschaft über.

Wappen

Das Wappen ist viergeteilt in zwei blaue und zwei weisse Flächen. In der oberen rechten, weissen Ecke befindet sich ein durchgehendes rotes Kreuz. Dieses erinnert an die frühere Zugehörigkeit zum Kloster Reichenau. Die Aufteilung in blaue und weisse Viertelflächen stammt aus dem Wappen des Fürstensteiner-Geschlechts, welches über dem Dorf (aber rechtlich/politisch nicht mit ihm verbunden) eine Burg bewohnte.

Bevölkerung

44 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch und 29 % reformiert. Der Ausländeranteil beträgt 12.9 %.

Wirtschaft

In Ettingen sind keine grossen Firmen angesiedelt, doch sind verschiedene Kleinunternehmen ansässig. Ettingen hat im Westen eine kleine Gewerbezone eingerichtet.

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche St. Peter und Paul, erbaut 1717 mit einem Glasgemälde von Jacques Düblin von 1937
  • Dorfmuseum "Guggerhuus", Schanzgasse 1

Kultur

  • Musikverein Ettingen (Blasmusik-Verein), gegründet am 18. Januar 1925 spielt mit 31 Musikantinnen und Musikanten in Harmoniebesetzung in der 3. Stärkeklasse.
  • Kirchenchor Ettingen, gegründet am 25. Juli 1886.
  • Männerchor Ettingen, mit seinen regelmässigen Konzerten und Gesangsvorträgen pflegt er den guten Kontakt zu den Einwohnern.
  • Gugger-Gugge Ettingen (Guggenmusik), 1967 durch Mitglieder des Musikverein Ettingen gegründet.

Sport

Die 1. Mannschaft des FC Ettingen spielt in der 3. Liga, die 2. Mannschaft ebenfalls in der 5. Liga. Der Club Unihockey Leimental ist ein 2006 entstandener Bund aus den Unihockeyvereinen UHC Squirrels Ettingen-Laufen (der wiederum aus dem ehemaligen UHC Ettingen und dem UHC Laufen entstand), UHC Wildcats Flüh-Hofstetten, HC Oberwil und UHC Therwil. Die Herrenmannschaft spielt in der 1. Liga Grossfeld, der dritthöchsten Schweizer Unihockey-Spielklasse. Das Damenteam spielt ab der Saison 2006/07 in der Nationalliga A, der höchsten Schweizer Unihockey-Spielklasse. Der Volleyballclub Ettingen spielt momentan in der 3. Liga, der zweituntersten Spielklasse im Volleyball. Weiter gibt es noch den Tennisclub (TC) Swisscom Ettingen und den Turnverein Ettingen.

Bekannte Personen

  • Peter Brodmann-Kron, Autor diverser Publikationen über Schlangen und Amphibien
  • René Brodmann, Fussballspieler beim FC Zürich, Mitglied der Schweizer Fussball Nationalmannschaft, 5 Länderspieleinsätze (Zeitraum 1962–1966, Vereine FC Ettingen, FC Nordstern Basel, FC Grasshopper Club Zürich 1958-61, FC Zürich 1962-66), Trainer FC St.Gallen 1967–1968
  • Simone Grippo, Fussballspieler
  • Arthur Stöcklin-Thüring (Hanslis), (20. August 1873 - 23. April 1954) Maurermeister, Leiter der Meliorationsunternehmen in Ettingen 1905–1928 und von Wegbauarbeiten, Verfasser einer Schrift über Ettingen
  • Justus Stöcklin-Spinnler, geb. 4. Mai 1860 Ettingen, gest. 12. Juli 1943 Basel, verfasste weit verbreitete Rechenbücher

Literatur

  • Arbeitsgemeinschaft zur Herausgabe von Baselbieter Heimatkunden: Heimatkunde Ettingen. Band 1: Ettingen, der Lebensraum. DNB 931110386 ; Band 2: Ettingen, die Geschichte. DNB 931168007 ; Band 3: Ettingen, die Gemeinschaft. DNB 931110432 ; Band 4: Ettingen: Die Bürgergemeinde, das (un)bekannte Wesen. Ettingen 1999, ISBN 3-85673-530-5.
  • Paul Brodmann: Heimatkunde des Dorfes und der Pfarrei Ettingen. herausgegeben bei Anlass der Erbauung des Thurmes und der Einweihung des neuen melodischen Geläutes im Jahr 1883. Basel 1883.
  • Hans-Rudolf Heyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft. Band I: Der Bezirk Arlesheim, mit Kantonseinleitung. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 57). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1969, DNB 457321989 .
  • Augustin Kunz: Heimatkunde von Ettingen. Handschriftliches Manuskript, transkribiert und kommentiert durch H. Utz. Kulturhistorischer Verein Ettingen, 2001. (Staatsarchiv Basel-Landschaft, Handschriften SL 5250, 38/01, S. 359ff.)
  • Hans Utz: Bedürftig, in Ettingen. Arme Menschen als Pioniere des Wohlfahrtsstaates. (= Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel-Landschaft. Band 78). Verlag des Kantons Basel-Landschaft, 2002.
  • Hans Utz: Die Meliorationen von Ettingen. (= Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel-Landschaft. Band 44). Verlag des Kantons Basel-Landschaft, 1993.

Weblinks

 Commons: Ettingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)

Kategorien: Ort im Kanton Basel-Landschaft | Schweizer Gemeinde

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