Ettenhausen an der Suhl - LinkFang.de





Ettenhausen an der Suhl


Wappen Deutschlandkarte

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Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: WartburgkreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Erfüllende Gemeinde: Marksuhl
Höhe: 277 m ü. NHN
Fläche: 5,37 km²
Einwohner: 388 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99819
Vorwahl: 036925
Kfz-Kennzeichen: WAK, SLZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 63 024
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstr. 1
99819 Marksuhl
Bürgermeister: Renate Lämmerhirt (CDU)
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Ettenhausen an der Suhl (offiziell Ettenhausen a.d. Suhl) ist eine Gemeinde im Wartburgkreis in Thüringen. Die Gemeinde Marksuhl ist erfüllende Gemeinde für Ettenhausen an der Suhl.

Geographie

Geografische Lage

Die Gemeinde Ettenhausen an der Suhl befindet sich in der Mitte des Wartburgkreises etwa 17 km südlich von Eisenach und 10 km nördlich der Kreisstadt Bad Salzungen am südwestlichen Rand des Thüringer Waldes.

Nachbargemeinden und -städte

Die Gemeinde grenzt im Osten und Süden an die Ortsteile Kupfersuhl und Möhra der Gemeinde Moorgrund, im Südwesten an die Gemarkungen Hüttenhof und Weißendiez der Gemeinde Tiefenort, im Westen und Norden an die Ortsteile Lindigshof und Burkhardtroda der Gemeinde Marksuhl.[2]

Berge

Höchster Punkt der Gemeinde ist der Hetzeberg (359,9 m ü. NN ). Bemerkenswert sind auch die Berge und Hügel Sandberg (346,9 m ü. NN ) und die Margarethenhöhe (307,7 m ü. NN ).[3]

Flüsse

Das Dorf liegt im Tal der Suhl, die im Mittelalter zum Antrieb einer Mühle am Ortsrand benutzt wurde. In den 1980er Jahren wurde an der Gemarkungsgrenze zu Lindigshof die Talsperre Ettenhausen angelegt, dessen Nutzung und Unterhaltung zwischen den Anliegern umstritten ist.[3]

Geschichte

Frühgeschichte und Ersterwähnung

Entstanden in der zweiten fränkischen Siedlungsperiode wird Ettenhausen um 825-876 Eitenhusen, 876 Heienhuson, nach 918 Hetenhusen und 1231 Hattenhusen in Urkunden genannt.[4][5] Archäologische Funde vom Hügel des Kirchberges sprechen jedoch für eine frühere Besiedlung bereits in der Bronzezeit. Um 900 zählen zu Eitenhusen die am westlichen Rand der Gemarkung befindliche Wüstung Zehndhausen und der Hof „Heizzils“, das spätere Gut Hetzeberg. Eine weitere Wüstung Teichmannssuhl existierte wohl um 1100.

Mittelalter

Zur Abwehr von Überfällen errichteten die Ettenhäuser eine Kirchenburg mit Schutzmauer, Gaden und Torturm. Bei der Sanierung der Ringmauer in den 1990er Jahren wurden diese heute verschwundenen Bauteile nachgewiesen. Am Möhraer Weg, unterhalb der Margarethenhöhe wurde im 17. Jahrhundert am Richtplatz der Gemeinde ein Schnappgalgen errichtet. Gegen die zahllosen Überfälle während des Dreißigjährigen Krieges war man machtlos, der Ort wurde mehrfach ausgeplündert, nach dem Krieg standen nur noch 7 Häuser.[6] Bereits im 15. Jahrhundert wurde im Nachbarort Kupfersuhl Bergbau betrieben. Der Flurname Bergmannsweg erinnert daran, dass auch zahlreiche Ettenhäuser ihr Glück im Bergbau versuchten. Vermutlich wurden in der mittelalterlichen Wehrkirche die Eltern Martin Luthers getraut, da deren Wohnort Möhra zu dieser Zeit über keine eigene Kirche verfügte und nach Ettenhausen eingepfarrt war.[7]

18. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert entstand unterhalb der Margarethenhöhe eine Kupferhütte zum Schmelzen der aufbereiteten Erze. Viele Bauern waren auf Anordnung der herzoglichen Verwaltung verpflichtet für die Kupferhütte Erztransporte und Kohlenfuhren durchzuführen, was über Jahrzehnte zu Zwistigkeiten und Prozessen führte.[8] Seit 1741 gehörte Ettenhausen mit dem Amt Krayenberg zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

19. Jahrhundert

Im Jahre 1841 wurde ein Staatsvertrag zwischen den Ländern Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Coburg und Gotha sowie Sachsen-Meiningen zur Errichtung der Bahnstrecke von Eisenach nach Coburg abgeschlossen und Baupläne für die Trassierung der sogenannten Werrabahn geprüft. Beim Bau der Trasse erhielt auch Ettenhausen/Suhl einen eigenen Haltepunkt und ein Bahnwärterhaus.

Nach einer großen Teuerrung im Jahre 1847 wurde zur Fortbildung und Verbesserung der landwirtschaftlichen Erträge vom damaligen Gutsbesitzer Jungheinrich auf Gut Hetzeberg eine landwirtschaftliche Lehr- und Versuchsanstalt begründet welche dort bis 1870 bestand.[9]

Im Jahr 1879 wurden, basierend auf der Volkszählung von 1875, erstmals statistische Angaben publiziert. Ettenhausen/Suhl zählte mit Gut Hetzeberg 56 Wohnhäuser und 288 Einwohner. Die Ettenhäuser Gemarkung betrug 488.9 ha – davon Höfe und Gärten 12.6 ha, Wiesen 49.2 ha, Äcker 250.9 ha, Wälder 53.4 ha, Teiche, Bäche und Flüsse 2.2 ha, Wege, Triften und Obstplantagen 120.5 ha. Der noch separat ausgewiesene Hetzeberg bestand damals aus 2 Wohnhäusern; Gesamtfläche 51.4 ha – davon Höfe und Gärten 0.7 ha, Wiesen 4.8 ha, Äcker 38.9 ha, Wälder (kein eigener Bestand), Teiche, Bäche und Flüsse 0.1 ha, Wege, Triften und Obstplantagen 6.8 ha. Nach Ettenhausen war der benachbarte Lindigshof und Hetzeberg eingepfarrt und eingeschult.[6]

20. Jahrhundert

August Stauch wurde am 15. Januar 1878 als 3. Kind einer Eisenbahnerfamilie in Ettenhausen/Suhl geboren. Nach dem Militärdienst arbeitete Stauch an mehreren Bahnbauprojekten in Norddeutschland. In der Kolonie Deutsch-Südwestafrika entsandt wurde Stauch 1908 während der Arbeiten an einem Bahnprojekt in der Namib durch einen sensationellen Diamantenfund zum Multimillionär. Für seine Heimatgemeinde stiftete er neue Kirchenglocken.[10]

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl :

  • 1994: 497
  • 1995: 486
  • 1996: 508
  • 1997: 505
  • 1998: 521
  • 1999: 536
  • 2000: 525
  • 2001: 515
  • 2002: 500
  • 2003: 507
  • 2004: 515
  • 2005: 497
  • 2006: 483
  • 2007: 487
  • 2008: 481
  • 2009: 480
  • 2010: 467
  • 2011: 455
  • 2012: 417
  • 2013: 403
  • 2014: 386
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik - Werte vom 31. Dezember

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Ettenhausen an der Suhl setzt sich aus sechs Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[11]

Bürgermeister

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Frau Renate Lämmerhirt wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Mundart

Der in Ettenhausen gesprochene Dialekt, das Ettenhäuserisch bzw. Attehisch, im Volksmund auch als Attehüser Platt bekannt, zählt zum westthüringischen Sprachraum der thüringisch-obersächsischen Dialektgruppe. Nur noch sehr wenige in Ettenhausen Geborene sind in der Lage, diesen Dialekt zu verstehen und zu sprechen.

Einige Sprachbeispiele:

Ettenhäuserisch
  • Guudn Dach.
  • Bee geds dej?
  • En Sunnowe homme mii Schwaasder besochd.
  • Buume heimkoome, woor schläächd Waader.
Deutsch
  • Guten Tag.
  • Wie geht es dir denn?
  • Am Sonnabend haben wir meine Schwester besucht.
  • Als wir heimgekommen sind, gab es schlechtes Wetter.
Quelle: div. Sprecher

Sehenswürdigkeiten

Die Wehrkirche in Ettenhausen/Suhl ist das bekannteste Bauwerk der Gemeinde. Im Ort befinden sich mehrere denkmalgeschützte Fachwerkhäuser. An den Grenzen der Gemarkung mit Weißendiez findet man noch mehrere historische Wappensteine aus dem 17. Jahrhundert.

Töchter und Söhne

Wirtschaft

Die Einwohner der Gemeinde Ettenhausen/Suhl arbeiten überwiegend in den Betrieben der benachbarten Kreisstadt Bad Salzungen, in Eisenach und in den Umlandgemeinden. Im Ort befindet sich ein Standort der Agrargenossenschaft Moorgrund e.G..

Verkehr

Straßenverkehr

Durch Ettenhausen verläuft die Kreisstraße K9, die Marksuhl mit Etterwinden verbindet und die Landesstraße 1023 im Abschnitt Marksuhl – Möhra – Waldfisch. Über diese Straßen besteht Anbindung an die Bundesstraße 84 in Marksuhl und an die Bundesstraße 19 in Etterwinden und Waldfisch.

Schienenverkehr

Am Ortsrand befindet sich ein Haltepunkt der Süd-Thüringen-Bahn an der Bahnstrecke Eisenach-Bad Salzungen-Meiningen.

Busverkehr

Nach Ettenhausen/Suhl verkehren folgende Buslinien der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH [13]:

Linie Fahrstrecke
L-52b EisenachMarksuhl – Ettenhausen/Suhl – Kupfersuhl

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. Thüringer Landesvermessungsamt Wartburgkreis und Kreisfreie Stadt Eisenach, Erfurt 2002, ISBN 3-86140-250-5
  3. 3,0 3,1 Thüringer Landesvermessungsamt TK25 – Blatt 5127 Bad Salzungen, Erfurt 1997, ISBN 3-86140-063-4
  4. Otto Dobenecker (Bearb. und Hg.): Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae (1128 –1266 ). Bd. 3. Fischer, Jena 1925. Nr. 231.
  5. Volker Schimpf: Die Heden-Orte in Thüringen. 2012, S. 27–28, abgerufen am 5. Mai 2012 (PDF; 3,5 MB).
  6. 6,0 6,1 C. Kronfeld, Landeskunde des Großherzogthumes Sachsen-Weimar-Eisenach. Zweiter Teil. Weimar 1879. S. 43–44.
  7. Johann Conrad Ortmann: Möhra, der Stammort Doctor Martin Luthers und die Lutherbuche bei Altenstein und Steinbach, Salzungen 1844.
  8. Siegfried Wünscher: Die Geschichte des Kupferschieferbergbaues und seines Hüttenwesens im Fürstentum Eisenach. Selbstverlag, Eisenach 1932, S. 160.
  9. Die Schule wurde ab 1900 als Winterschule für Landwirte im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach im Schloss Marksuhl betrieben.
  10. Ulrike Bischoff: Die Taschenuhr mit dem Kratzer im Glas – vor 100 Jahren fand August Stauch aus Ettenhausen/Suhl im heutigen Namibia den ersten Diamanten. Südthüringische Zeitung, 2008, abgerufen am 5. Januar 2009 (Der Artikel wird von der STZ nicht mehr gehostet).
  11. Kommunalwahlen in Thüringen am 25. Mai 2014. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 26. Mai 2014.
  12. Kommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.
  13. Fahrplan der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH

Weblinks

 Commons: Ettenhausen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ettenhausen an der Suhl | Ort im Wartburgkreis | Gemeinde in Thüringen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ettenhausen an der Suhl (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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