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Essingen (Pfalz)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche WeinstraßeVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Offenbach an der Queich
Höhe: 151 m ü. NHN
Fläche: 11,39 km²
Einwohner: 2169 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76879
Vorwahl: 06347
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 023
Adresse der Verbandsverwaltung: Konrad-Lerch-Ring 6
76877 Offenbach an der Queich
Webpräsenz: www.essingen.eu
Ortsbürgermeisterin: Susanne Volz
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Essingen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich an.

Geographie

Der Ort ist eine typische Weinbaugemeinde in der Pfalz in der Nähe von Landau.

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts hat sich Essingen von einem Landwirtschafts- und Weinbauerndorf hin zu einer nach Landau und Neustadt an der Weinstraße ausgerichteten Wohngemeinde verändert.

Zu Essingen gehört auch der im Süden liegende Weiler Dreihof.[2]

Geschichte

Es gibt sehr alte Siedlungsspuren, vermutlich stammt der Weinbau direkt aus der Römerzeit. Die erste urkundliche Erwähnung bezieht sich auf den Besitz des Klosters Weißenburg zwischen den Jahren 850 und 900 am Ort Ossingen. Vom Jahr 1585 bis 1793 gelangte das damalige Ober- und Niederessingen unter die Herrschaft der Freiherren von Dalberg. Im wirtschaftlichen Niedergang des 19. Jahrhunderts wanderten viele Essinger in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. John George Nicolay, Sohn Essingens, wurde Privatsekretär von Präsident Abraham Lincoln.

Religion

Ende 2013 waren 45,5 Prozent der Einwohner evangelisch und 33,8 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Essingen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FDP FWG GBL Gesamt
2014 4 5 1 4 2 16 Sitze
2009 3 7 1 4 1 16 Sitze
2004 4 7 1 4 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Essingen e.V.
  • GBL = Grüne Bürgerliste Essingen e.V.

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Schwarz ein mehrfach gewinkeltes goldenes Gemarkungszeichen“.

Es wurde 1925 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1507.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Musik

Über Jahrzehnte durch den Arbeiterbildungsverein (ABV) mit einem inzwischen selbstständigen Mandolinenorchester. Außerdem ein Männergesangverein, der MGV 1865 und seit 1998 der Chor Crescendo der Protestantischen Kirchengemeinde Essingen-Dammheim-Bornheim.

Bauwerke

Die Wendelinus-Kapelle wurde um 1280 gebaut. Sie besitzt Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert (einen Marienzyklus). Auch Sakramentshäuschen und die Beschläge der Sakristeitür stammen aus dem Mittelalter.

Das Rathaus wurde unter und vom Kurfürst und Mainzer Erzbischof Wolfgang von Dalberg 1590 im Renaissancestil errichtet. Die rundbogigen Öffnungen im Erdgeschoss bilden eine Art Vorhalle und mit dem seitlichen Treppenturm sind dies typische Merkmale des pfälzischen Rathauses.

Die evangelische Kirche (ehem. Simultankirche St. Sebastian) wurde 1788 unter Einbeziehung von Teilen einer älteren Kirche von 1561 erbaut. Der Turm wurde erst 1862 angebaut. An den Außenwänden der Kirche Grab- und Wappensteine des 16. Jahrhunderts.

Die katholische Kirche St. Sebastian wurde 1929 in der Spanierstraße erbaut. Wenig später wurde ihr Turm im Zweiten Weltkrieg durch Bombeneinschlag beschädigt.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Essingen

Parks, Friedhöfe

An der Gartenstraße liegen zwei alte jüdische Friedhöfe. Der ältere, an der talwärtigen Seite in altem Baumbestand aus Kastanien, wurde 1618 angelegt. Dieser Friedhof wurde bis ins 19. Jahrhundert hinein mehrfach erweitert und teilweise aufgeschüttet, um weitere Gräber anlegen zu können. Er diente 30 umliegenden jüdischen Gemeinden als Verbandsfriedhof. Durch eine Mauer ist er mit seinen 85,87 ar fast vollständig umfriedet. Viele der hunderte Rote-Sandgrabsteine stehen. 1869 wurde auf der bergwärts liegenden Seite der Straße dann ein neues Gräberfeld mit 24,28 ar angelegt, das vereinzelt bis in die Gegenwart für Bestattungen genutzt wird. Allerdings gibt es keine örtliche jüdische Gemeinde mehr.[6]

Freizeiteinrichtungen

Dalberghalle (1987), kommunaler Teenie- und Jugendtreff

Sport

TVE „Turnverein Essingen“, Radfahrverein „Viktoria 1923 e.V.“, Sportanlage mit Rasen- und Tennenplatz, Skateranlage, Bouleplatz Dreihof und Golfplatz „Am Dreihof“ (18-Loch Meisterschaftsanlage). VFL Essingen (Fußball)

Andere Vereine

Landfrauenverein, Arbeiterbildungsverein, Förderverein „Kerwe im Schulhof“, Dance for Kids

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Dorfkerwe jährlich am 4. Wochenende im August.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Historisch landwirtschaftlich geprägte Gemeinde, früher Mischanbau von Feldfrüchten, Weinbau und etwas Viehwirtschaft, nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem durch den Anbau von Zuckerrüben und Weinbau geprägt. Viehwirtschaft und Feldfruchtanbau ging in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr zurück. Jahrzehntelang viele Familien mit Weinbau im Nebenerwerb. Seit den 1980er Jahren zunehmend Konzentration auf wenige Haupterwerbwinzer, meist mit Flurbereinigungen einhergehend. Viele Arbeiter und Pendler mit Arbeitsstätten in der Stadt Landau, im Raum südliche Weinstraße und im Rhein-Neckar-Raum (Ludwigshafen/Mannheim). Außerdem liegt das Hornbach Logistik Zentrum auf der Gemarkung Essingen.

Verkehr

Essingen liegt im Verkehrsverbund Rhein-Neckar. Für Fahrten Richtung Karlsruhe gilt jedoch auch der Tarif des Karlsruher Verkehrsverbundes.

Einen Kilometer westlich des Ortes liegt der Bahnhof Knöringen-Essingen an der Maximiliansbahn Neustadt an der WeinstraßeWissembourg bzw. Karlsruhe.

Den südlichen Rand des Gemeindegebietes mit dem Weiler Dreihof durchquert die stillgelegte Bahnstrecke Germersheim–Landau, die heute als Draisinenstrecke dient; an der Stelle des früheren Haltepunkt Dreihof befindet sich heute auch eine gleichnamige Draisinenstation. An ihrer Stelle bedient nun die Buslinie 587 die Relation Landau in der PfalzGermersheim.

Darüber hinaus ist der Ort mit den Buslinien 542 an Landau und einige Nachbarorte angebunden.

Südlich des Ortskernes verläuft die B 272 Landau–Speyer. Über sie erreicht man die Anschlussstelle Landau-Nord an der A 65.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

Weblinks

 Commons: Essingen (Pfalz)  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile , Seite 103 (PDF; 2,3 MB)
  3. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  6. Essingen/Pfalz (VG Offenbach an der Queich, Kreis Südliche Weinstraße) Alter und Neuer Jüdischer Friedhof. In: Alemannia Judaica. Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum, abgerufen am 10. Juli 2009.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Essingen (Pfalz) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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