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Eschen (Liechtenstein)


Eschen
Fahne Wappen
Staat: Liechtenstein Fürstentum Liechtenstein
Wahlkreis: Unterland
Gemeindenummer: 7007
Kontrollschild: FL
Postleitzahl: 9492 Eschen
9485 Nendeln
UN/LOCODE: LI ESC
Koordinaten:
Höhe: 457 m ü. M.
Fläche: 10,381 km²
Einwohner: 4354 (30. Juni 2015)[1]
Einwohnerdichte: 419 Einwohner pro km²
Ausländeranteil: 35,4 % (30. Juni 2015)[2]
Website: www.eschen.li
Lagekarte von Eschen im Fürstentum Liechtenstein

Eschen (Dialekt: Escha) ist eine Gemeinde im Wahlkreis Unterland des Fürstentums Liechtenstein. Eschen verfügt über eine Exklave und ist somit eine zweigeteilte Gemeinde. Sie ist Hauptort des Liechtensteiner Unterlandes am Südfuss und am Hang des Eschnerbergs. Zur Gemeinde Eschen zählt der Weiler Nendeln mit eigener Poststelle.

Eschen-Nendeln ist industriell geprägt und mit einer Fläche von 10,381 Quadratkilometern und einer Einwohnerzahl von 4354 die grösste Gemeinde des Liechtensteiner Unterlandes. Der Ortsteil Eschen zählt rund 2800 und der Ortsteil Nendeln rund 1400 Einwohner. Angrenzende Gemeinden sind Gamprin, Schellenberg, Mauren, Frastanz in Österreich, Planken, Schaan, Vaduz (Teilstück Riet) sowie, getrennt durch den Rhein, Buchs SG und Sennwald-Haag in der Schweiz.

Geschichte

Eschen

Eschen wird im churrätischen Reichsguturbar von 842 erstmals urkundlich in der Form von «Essane» erwähnt. Dieser Name ist vermutlich auf das keltische «esca», das heisst «am Wasser gelegen», zurückzuführen. Auf dem Gemeindegebiet von Eschen liegen die prähistorischen Siedlungsgebiete Malanser und Schneller.

Ein eigens angelegter «Historischer Höhenweg Eschnerberg» bietet dem Wanderer viele Möglichkeiten und zeigt dem historisch Interessierten gleichzeitig das Bild einer wechselvollen Geschichte. Die ältesten Hinweise auf menschliche Besiedlung, die wir derzeit aus dem Gebiet des heutigen Fürstentums Liechtenstein kennen, stammen von den Hügelkuppen Malanser, Lutzengüetle und Borscht auf dem Eschnerberg. Sie datieren in die Zeit um 4700 bis 4000 v. Chr. Als Hinterlassenschaft der damaligen Siedler wurden bei Grabungen Knochen- und Steingeräte, Keramikscherben und Spuren von Gebäuden dokumentiert.

Nendeln

In schriftlichen Belegen vom 14. bis zum 18. Jahrhundert ist nicht der Begriff «Nendeln», sondern der Terminus «Nendlen» anzutreffen (vgl. die Dialektform «Nendla»); in schriftlichen Belegen aus dem 15. und 16. Jahrhundert ausserdem die Form «Endlen» oder «Änndlen». Zum Ursprung des Ortsnamens «Nendeln» liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Von den meisten Sprachforschern wird der Ortsname «Nendeln» im Zusammenhang mit dem keltischen «Nantu» gesehen: «Nantiolon» (Talfeld) oder «Nantuialo» (Tallichtung). Wenig wahrscheinlich ist die Herkunft vom germanischen Personennamen «Nandilo». Neuere Erkenntnisse seitens der Germanisten oder Keltologen liegen nicht vor. Nendeln ist an die Bahnstrecke Feldkirch–Buchs angeschlossen (siehe Bahnhof Nendeln).

Wappen und Flagge

Das Wappen von Eschen wurde am 16. April 1942 verliehen. Es zeigt eine silberne Taube mit einem blutigen Holzspan im Schnabel oben im blauen Schild und unten das silberne Wellenband der Esche.

Die silberne Taube mit dem blutigen Holzspan ist dem Wappen des Klosters Pfäfers entnommen und stellt einen Bezug zur Gründungslegende dieses Klosters dar. Das Kloster Pfäfers hatte bis zu seiner Aufhebung (1838) die Pfarrpfrund Eschen inne.

Die Flagge der Gemeinde Eschen-Nendeln ist blau, in der Mitte geteilt durch das Silberband der Esche.

Politik

Gemeindewahl
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,5 %
(+9,0 %p)
39,2 %
(-5,3 %p)
n. k.
(-8,9 %p)
5,2 %
(keine)
Sonst.
2007

2011

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Gemeindevorsteher ist Günther Kranz (VU) (seit 2011). Der Gemeinderat zählt elf Sitze: VU mit sechs und FBP mit fünf Sitzen.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Heilig-Kreuz-Kapelle auf dem ehemaligen Richt- und Versammlungsplatz Rofenberg stammt wahrscheinlich aus dem frühen 16. Jahrhundert.
  • Die neugotische Pfarrkirche St. Martin wurde 1894 an Stelle einer frühmittelalterlichen, 1438 erweiterten Kirche errichtet
  • Das Pfrundhaus neben der Pfarrkirche stammt aus dem 14. Jahrhundert und erinnert an die lange Zugehörigkeit zum Kloster Pfäfers.
  • Die Mühle, bis 1911 Torkel und dann zu einer Mühle umgebaut, war bis vor wenigen Jahren in Betrieb.

Wirtschaft

In Eschen haben unter anderem die Unternehmen Novodent und ThyssenKrupp Presta ihren Stammsitz.

Persönlichkeiten

  • Gerard Batliner (1928–2008), Politiker und Rechtsanwalt, Liechtensteiner Regierungschef 1962–1970
  • Robert Meier (1997 - ), Teilnehmer an der Internationalen Mathematik-Olympiade 2011-2015[3]

Weblinks

 Commons: Eschen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Eschen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsstatistik. 30. Juni 2015. Amt für Statistik (AS), Fürstentum Liechtenstein, S. 7, abgerufen am 25. März 2016 (PDF; 913 kB).
  2. Bevölkerungsstatistik. 30. Juni 2015. Amt für Statistik (AS), Fürstentum Liechtenstein, S. 15, abgerufen am 25. März 2016 (PDF; 913 kB).
  3. Internationale Mathematik-Olympiade. In: imo-official.org. Abgerufen am 23. Juni 2016.

Kategorien: Ort in Liechtenstein

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Eschen (Liechtenstein) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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