Erzbistum Hamburg - LinkFang.de





Erzbistum Hamburg


Erzbistum Hamburg
Basisdaten
Staat Deutschland
Diözesanbischof Stefan Heße
Weihbischof Hans-Jochen Jaschke
Emeritierter Diözesanbischof Werner Thissen
Emeritierter Weihbischof Norbert Werbs
Generalvikar Ansgar Thim
Fläche 32.489 km²
Dekanate 17 (2014 / AP2014)
Pfarreien 89 (2014 / AP2014)
Einwohner 5.797.975 (2014 / AP2014)
Katholiken 397.331 (2014 / AP2014)
Anteil 6,9 %
Diözesanpriester 183 (2014 / AP2014)
Ordenspriester 55 (2014 / AP2014)
Ständige Diakone 60 (2014 / AP2014)
Katholiken je Priester 1.669
Ordensbrüder 62 (2014 / AP2014)
Ordensschwestern 150 (2014 / AP2014)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Deutsch
Kathedrale St. Marien-Dom
Website www.erzbistum-hamburg.de
Suffraganbistümer Hildesheim
Osnabrück
Kirchenprovinz
}

Das Erzbistum Hamburg (lat.: Archidioecesis Hamburgensis) ist eine römisch-katholische Diözese im Norden Deutschlands und umfasst die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein sowie den Landesteil Mecklenburg des Bundeslands Mecklenburg-Vorpommern. Es ist das flächenmäßig größte Bistum Deutschlands. Kennzeichnend ist die Situation als Bistum in der Diaspora. Sitz des Bischofs ist der St. Marien-Dom in Hamburg-St. Georg.

Geschichte

Mittelalter

Die erste Hamburger Kirche wurde 810 im Auftrag Karls des Großen durch den Trierer Chorbischof Amalar geweiht; als erster Pfarrer wird Heridag genannt. Karl eximierte diese Kirche von der Jurisdiktion der Nachbarbischöfe. Doch erst Karls Sohn Ludwig gründete das Erzbistum, das im Jahre 831 von Papst Gregor IV. bestätigt wurde. Heridag, bereits zum Bischof designiert, starb, so dass 834 der Benediktinermönch Ansgar zum ersten Bischof geweiht wurde.

Nach der Plünderung Hamburgs durch die Wikinger 845 wurde das Erzbistum Hamburg mit dem Bistum Bremen zum Bistum Hamburg-Bremen vereinigt, Sitz des Erzbistums wurde Bremen. In Hamburg bestand ein mit nur wenigen Rechten ausgestattetes Domkapitel weiter, das unter anderem den Bau des Mariendoms betrieb. In der Reformation und endgültig mit dem Westfälischen Frieden wurde das Bistum komplett ausgelöscht. Die Betreuung der Katholiken auf dem ehemaligen Bistumsgebiet oblag zunächst dem Apostolischen Vikariat des Nordens.

Neugründung 1994

Das Erzbistum Hamburg wurde von Papst Johannes Paul II. mit der Apostolischen Konstitution Omnium Christifidelium vom 24. Oktober 1994 mit Wirkung zum 7. Januar 1995 hauptsächlich aus Teilen des Bistums Osnabrück (mit dem gesamten Bischöflichen Amt Schwerin) sowie kleineren Gebieten des Bistums Hildesheim neu errichtet.[1]

Mit dem Apostolischen Schreiben Constat Christifidelis bestätigte Johannes Paul II. am 1. März 1995 den Hl. Ansgar als Bistumspatron.[2]

Die Kathedralkirche (der so genannte Neue Mariendom) und das Generalvikariat liegen im Hamburger Stadtteil St. Georg im Bezirk Hamburg-Mitte. Über die Bernostiftung betreibt die Diözese Kindergärten und Schulen, besonders in Mecklenburg-Vorpommern.

Wirtschaftsdaten 2012

  • Einnahmen aus Kirchensteuer: 127,556 Mio. € (2011: 123,362 Mio. €)
  • Gesamterträge abzgl. Interdiözesane Verrechnung: 100,537 Mio. € (2011: 89,637 Mio. €)
  • Ausgaben: 83,928 Mio. € (2011: 80,342 Mio. €)
  • Jahresüberschuss: 20,113 Mio. € (2011: 17,393 Mio. €)[3]

Liste der Bischöfe von Hamburg

Bischöfe im historischen Erzbistum Hamburg

Weitere Bischöfe: siehe Liste der Bischöfe von Bremen.

Bischöfe seit Neuerrichtung des Bistums

Erster Bischof des neu gegründeten Bistums wurde am 7. Januar 1995 der Osnabrücker Bischof Ludwig Averkamp, der mit Vollendung seines 75. Lebensjahres am 16. Februar 2002 auf sein Amt verzichtete. Am 25. Januar 2003 folgte ihm Werner Thissen aus dem Bistum Münster im Amt nach. Am 21. März 2014 nahm Papst Franziskus Erzbischof Thissens altersbedingten Rücktritt an.[4] Nachfolger ist der frühere Kölner Generalvikar Stefan Heße, der am 14. März 2015 inthronisiert wurde.[5]

Bischofsvikare

Der Erzbischof wird unterstützt durch zwei Bischofsvikare im Rang eines Weihbischofs:

  • Hans-Jochen Jaschke, Titularbischof von Tisili, zuständig für Schleswig-Holstein und bistumsweit für Glaubenslehre, Fragen der Ökumene, weltkirchliche und gesellschaftliche Aufgaben sowie für den Bereich Kirche, Kultur und Medien
  • Norbert Werbs, Titularbischof von Amaura, zuständig für Mecklenburg und bistumsweit für Jugendseelsorge und Schulfragen

Metropolitankapitel

Das Hamburger Metropolitankapitel besteht aus sieben Priestern des Erzbistums: Dem Vorsteher des Kapitels (Dompropst) sowie sechs Domkapitularen. Zurzeit gehören dem Domkapitel an: Dompropst Franz-Peter Spiza, Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, Generalvikar Ansgar Thim sowie die Domkapitulare Thomas Benner, Leo Sunderdiek, Peter Mies und Horst Eberlein. Emeritierte, entpflichtete oder verstorbene Domkapitulare sind seit Neugründung des Bistums Dompropst em. Alois Jansen († 2013), Dompropst em. Nestor Kuckhoff, Weihbischof em. Norbert Werbs, Heribert Brodmann, Josef Michelfeit, Burkhard Göcke, Hermann Haneklaus, Ansgar Hawighorst, Wilm Sanders und Franz von de Berg († 2002).

Bistumspatron

  • St. Ansgar (801 bis 865): Er wurde 831 der erste Erzbischof des Erzbistums Hamburg.

Bauwerke

Kirchen

Klöster und Bildungshäuser

Kirchenschließungen

Das Erzbistum Hamburg ist aus ökonomischen Gründen wegen sinkender Kirchensteuereinnahmen, wie auch andere katholische Bistümer in Deutschland, gezwungen, Kirchen zu schließen, zu profanieren, zu verkaufen oder abzureißen. In letzter Zeit betraf dies einige Kapellen und die folgenden Kirchen:

  • katholische Filialkirche St. Ansgar, Boostedt (2000 profaniert, genutzt durch ein Bestattungsinstitut)
  • ehemalige Kirche St. Maria, Dömitz (2000 profaniert), durch einen Neubau an anderer Stelle ersetzt
  • bisherige Dreifaltigkeitskirche, Kühlungsborn (2000 profaniert), 1999 durch eine neu erbaute Kirche gleichen Namens ersetzt
  • katholische Kirche St. Christopherus, Damgarten (2001 profaniert)[7]
  • katholische Filialkirche St. Josef, Lägerdorf (2001 profaniert, seit 2002 genutzt durch ein Bestattungsinstitut)
  • katholische Filialkirche Hl. Geist, Wilster (2001 profaniert)
  • katholische Filialkapelle St. Antonius, Bernitt (2002 profaniert)[8]
  • katholische Kirche St. Knud, Friedrichstadt (Nordfriesland) (2003 profaniert, seit 2007 jedoch wieder kath.-gottesdienstlich genutzt)
  • katholische Kirche St. Michael, Flensburg-Weiche (2004 profaniert)
  • katholische Kirche St. Josef, Kellinghusen (2004 profaniert, abgerissen)
  • katholische Filialkirche St. Ansgar, Lübeck-Schlutup (2004 profaniert, 2006 abgerissen)
  • katholische Filialkirche St. Konrad, Lübeck-Marli (2004 profaniert)
  • katholische Filialkirche St. Michael, Hamburg-Rissen (2004 profaniert, abgerissen)
  • katholische Kirche St. Maximilian Kolbe, Hamburg-Wilhelmsburg (2015 Umbau zu Malteser-Pflegezentrum geplant[9][10])
  • katholische Kapelle Zum Heiligsten Herzen Mariens, Kraak (2005 profaniert)[11]
  • katholische Filialkirche Hl. Geist, Schenefeld (Holstein) (2005 profaniert)
  • katholische Kapelle “Zum Heiligsten Herzen Jesu und zum Heiligen Herzen Mariä”, Marlow, Ortsteil Gresenhorst (2006 profaniert).[12][13]
  • katholische Filialkirche St. Georg, Kiel-Projensdorf (2007 profaniert)
  • katholische Pfarrkirche Christ König, Kiel-Neumühlen-Dietrichsdorf (2007 profaniert, 2009 abgerissen)
  • katholische Filialkirche St. Josef, Hörnum (Sylt) (2008 profaniert, seit 2013 Ausstellung Arche_Wattenmeer)
  • katholische Filialkirche St. Pius, Pinneberg (2010 profaniert und abgerissen)
  • katholische Filialkirche Hl. Familie, Barmstedt (2011 profaniert, 2012 abgerissen)
  • katholische Filialkirche St. Bartholomäus, Neumünster (2013 profaniert, Umbau zur Kindertagesstätte geplant)
  • katholische Filialkirche Heilig Kreuz, Neumünster (2013 profaniert, 2015 abgerissen)[14]
  • katholische Filialkirche Maria Königin, Ahrensbök (2013 profaniert)

Bistumsgliederung

Dekanate in Hamburg

Hamburg-Mitte Dompfarrei St. Marien, St. Ansgar Neustadt, St. Bonifatius Eimsbüttel, St. Elisabeth Harvestehude, St. Sophien Barmbek, Herz Jesu Hamm, St. Antonius Winterhude, St. Bonifatius Wilhelmsburg
Hamburg-Altona St. Joseph Altona, St. Marien Altona, St. Ansgar Niendorf, St. Jakobus Lurup, Bruder Konrad Osdorf, Maria Grün Blankenese
Hamburg-Harburg St. Maria - St. Joseph Harburg, Heilig Kreuz Neugraben
Hamburg-Wandsbek St. Joseph Wandsbek, Mariä Himmelfahrt Rahlstedt, St. Agnes Tonndorf, St. Paulus Billstedt, St. Marien Bergedorf, St. Christophorus Lohbrügge
Hamburg-Nord St. Franziskus Barmbek, St. Wilhelm Bramfeld, Heilig Geist Farmsen, Heilige Familie Langenhorn, St. Annen Ochsenzoll, St. Bernard Poppenbüttel, Heilig Kreuz Volksdorf

Dekanate in Schleswig-Holstein

Kiel Propstei St. Nikolaus, St. Heinrich Kiel-Nord, St. Joseph Kiel-Ost, St. Birgitta Mettenhof
Flensburg St. Marien Schmerzhafte Mutter Flensburg, Christus König Husum, St. Ansgar Schleswig, St. Marien Kappeln, St. Peter und Paul Eckernförde, St. Gertrud Niebüll, St. Christopherus Westerland/Sylt
Neumünster St. Maria - St. Vicelin Neumünster, St. Marien Bordesholm, St. Konrad Nortorf, Jesus Guter Hirt Bad Bramstedt, St. Johannes - St. Josef Bad Segeberg, Heilige Familie Hohenwestedt, St. Michael und St. Martin Rendsburg, St. Josef Heide, St. Hedwig Norderstedt
Eutin St. Marien Eutin, St. Johannes Neustadt, St. Vicelin Oldenburg, St. Bonifatius Lütjenburg, St. Antonius Plön
Lübeck Herz-Jesu Innenstadt, St. Birgitta St. Lorenz - Süd, St. Josef - St. Georg Kücknitz, Heiliger Geist St. Gertrud, St. Bonifatius St. Lorenz - Nord, Maria Königin Bad Schwartau
Itzehoe St. Ansgar Itzehoe, St. Mariae Himmelfahrt Elmshorn, St. Katharina Pinneberg, St. Marien Quickborn, Christkönig Uetersen, St. Marien Wedel, St. Michael Helgoland
Stormarn-Lauenburg St. Vicelin Bad Oldesloe, Maria Hilfe der Christen Ahrensburg, Seliger Nils Stensen Reinbek, St. Barbara Geesthacht, St. Michael Schwarzenbek, St. Konrad Lauenburg, St. Answer Ratzeburg, Hl. Kreuz Mölln

Dekanate in Mecklenburg

Schwerin Propstei St. Anna Schwerin, St. Laurentius Wismar, Seliger Niels Stensen Grevesmühlen, St. Marien Rehna, St. Josef Parchim, St. Helena - St. Andreas Ludwigslust, Christus König Wittenburg, St. Elisabeth Hagenow, Herz Jesu Lübtheen, Maria Rosenkranz Dömitz, Heilig Kreuz Boizenburg
Rostock Christusgemeinde Rostock[15], Thomas Morus Rostock, St. Marien - St. Bernhard Bad Doberan, Maria Hilfe der Christen Ribnitz-Damgarten, St. Bernhard Tessin
Güstrow Mariä Himmelfahrt Güstrow, St. Antonius Bützow, St. Petrus Teterow, Heilige Familie Matgendorf, Herz Jesu Lübz
Neubrandenburg St. Josef - St. Lukas Neubrandenburg, St. Paulus Stavenhagen, St. Norbert Friedland, Heilig Kreuz Waren, Maria Hilfe der Christen Neustrelitz

Suffraganbistümer

Folgende Bistümer sind Suffraganbistümer von Hamburg:

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Erzbistum Hamburg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ioannes Paulus II: Const. Apost. Omnium Christifidelium , AAS 87 (1995), n. 3, S. 228 ff.
  2. Ioannes Paulus II: Litt. Apostol. Constat Christifideles , AAS 87 (1995).
  3. Geschäftsbericht 2012 .
  4. Rinuncia dell’Arcivescovo di Hamburg (Germania). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 21. März 2014, abgerufen am 26. Januar 2015 (italiano).
  5. Nomina dell’ Arcivescovo di Hamburg (Germania). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 26. Januar 2015, abgerufen am 26. Januar 2015 (italiano).
  6. http://www.karmelzelle.de/
  7. Internetpräsenz der katholischen Pfarrei Ribnitz , abgerufen am 7. Februar 2015
  8. http://www.svz.de/lokales/ausstellung-im-ehemaligen-altarraum-id4866871.html
  9. http://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg-mitte/article205260433/Sanierung-der-St-Maximilian-Kolbe-Kirche-soll-beginnen.html
  10. http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Wilhelmsburger-Kirche-wird-nicht-abgerissen,kirche996.html
  11. Kirchliches Amtsblatt · Erzbistum Hamburg, 11. Jahrgang, Nr. 12, 15. November 2005, S. 209
  12. Kirchliches Amtsblatt · Erzbistum Hamburg, 12. Jahrgang, Nr. 10, 15. Oktober 2006, S. 112
  13. http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/Kirche-lehnt-Hilfe-fuer-Kapelle-ab
  14. http://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/heilig-kreuz-kirche-ist-geschichte-id9459846.html
  15. Christuskirche: Katholische Gemeinde in Rostock im Wandel der Zeit. ISBN 978-3-9810169-8-7 (2010).

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