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Ernst Hinrichs


Ernst Hinrichs (* 22. Mai 1937 in Hamburg; † 4. April 2009) war ein deutscher Historiker mit dem Schwerpunkt Frühe Neuzeit.

Leben

Als Sohn des Apothekers Adolf Hinrichs und dessen Ehefrau Anneliese Lorenzen studierte er an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, an der Georg-August-Universität Göttingen und an der Universität Hamburg Philosophie, Germanistik und Geschichte von 1957 bis 1963.[1] 1966 wurde er in Göttingen mit der Arbeit Fürstenlehre und politisches Handeln im Frankreich Heinrichs IV. Untersuchungen über die politischen Denk- und Handlungsformen im Späthumanismus promoviert.

Er war anschließend von 1966 bis 1974 am Max-Planck-Institut für Geschichte (MPIG) tätig, viele Forschungsaufenthalte führten ihn nach Frankreich. 1974 erhielt er einen Ruf auf die Professur für Geschichte der Frühen Neuzeit an die Universität Oldenburg. Von 1984 bis 1992 war er Direktor des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig. Als Mitglied der deutschen UNESCO-Kommission war er in Frankreich, Großbritannien, Japan, Polen, den USA, der Sowjetunion und Israel engagiert.

Im Jahre 1991 hatte er eine Gastprofessur an der Hebräischen Universität Jerusalem inne. Von 1992 bis 1995 lehrte er Geschichte der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Braunschweig, von 1995 bis zu seiner Emeritierung 2003 wiederum an der Universität Oldenburg. Er war 1996 Gründungsdirektor und bis 2000 Leiter des Forschungsinstituts für die Geschichte Preußens e. V. in Berlin.

Ernst Hinrichs Forschungsschwerpunkte waren die Verfassungsgeschichte Frankreichs, die vergleichende Absolutismus-Forschung und die Geschichte des „kleinen Raums“, die er als international anerkannte Teildisziplin in Deutschland etabliert hat.[2] Daneben galt er als Kenner der Regionalgeschichte Nordwestdeutschlands. In seinen Arbeiten zeigte er die Alphabetisierung im Raum der Weser und Ems und die Geschichte der Entwicklung der Bevölkerung von Oldenburg und Osnabrück.

Mit der Veröffentlichung des Werks Fürsten und Mächte im Jahre 2000 analysierte er die Entstehung des Königstums der Frühneuzeit in Europa. Besonders zeigte er in dieser Studie, wie sich das Thema Absolutismus so lange in Deutschland unter den Historikern erhalten konnte. Er war Initiator des Historischen Quartetts Oldenburg.

Schriften (Auswahl)

  • Fürstenlehre und politisches Handeln im Frankreich Heinrichs IV. Untersuchungen über die politischen Denk- und Handlungsformen im Späthumanismus. Göttingen 1969.
  • Vom Ancien regime zur französischen Revolution: Forschungen und Perspektiven. mit Eberhard Schmitt und Rudolf Vierhaus, Göttingen 1978.
  • Regionalgeschichte: Probleme und Beispiele. mit Wilhelm Norden, Brigitte Menssen und Anna-Margarete Taube, Hildesheim 1980.
  • Einführung in die Geschichte der Frühen Neuzeit. München 1980.
  • Sozialer und kultureller Wandel in der ländlichen Welt des 18. Jahrhunderts. mit Günter Wiegelmann, Wolfenbüttel 1982.
  • Absolutismus. Frankfurt/Main 1986.
  • Die Wirtschaft des Landes Oldenburg in vorindustrieller Zeit: eine regionalgeschichtliche Dokumentation für die Zeit von 1700 bis 1850. mit Rosemarie Krämer, Christoph Reinders und Christoph Reinders-Düselder, Oldenburg 1988.
  • Ancien Regime und Revolution: Studien zur Verfassungsgeschichte Frankreichs zwischen 1589 und 1789. Frankfurt/Main 1989.
  • Lebens- und Erfahrungeräume im Zeitalter der Aufklärung: das Briefgespräch zwischen Heinrich Christian Boie und Luise Mejer. Hamburg 1990.
  • Aufklärung in Niedersachsen: Zentren, Institutionen, Ausprägungen. Göttingen 1990.
  • Alteuropa, Ancien regime, frühe Neuzeit: Probleme und Methoden der Forschung. mit Hans Erich Bödeker, Stuttgart-Bad Cannstatt 1991.
  • Das niedere Schulwesen im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert. mit Peter Albrecht, Tübingen 1995.
  • Daten zur Bevölkerungsgeschichte des Landes Oldenburg : 1662–1815, Ämter, Kirchspiele, Bauerschaften. mit Brigitte Schulze-Fröhlich und Anna-Margarete Taube, Cloppenburg 1996.
  • “Pardon, mon cher Voltaire …”: drei Essays zu Voltaire in Deutschland. mit Roland Krebs und Ute van Runset, Göttingen 1996.
  • Daniel Chodowiecki (1726-1801): Kupferstecher, Illustrator, Kaufmann. mit Klaus Zernack, Tübingen 1997.
  • Alphabetisierung und Literalisierung in Deutschland in der Frühen Neuzeit. mit Hans Erich Bödeker und Andrea Hofmeister, Tübingen 1999.
  • Fürsten und Mächte: zum Problem des europäischen Absolutismus. Göttingen 2000.
  • Geschichte Frankreichs. mit Heinz-Gerhard Haupt, Darmstadt 2002.
  • Formen der Geselligkeit in Nordwestdeutschland 1750–1820. von Peter Albrecht und Hans Erich Bödeker, Tübingen 2003.
  • Kleine Geschichte Frankreichs. mit Heinz-Gerhard Haupt, Bonn 2005.

Mitgliedschaft

Literatur

  • Oliver Jungen: Alleinherrscher abgemeldet. Zum Tode des Frühneuzeithistorikers Ernst Hinrichs. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. April 2009, Nr. 85, S. 35.

Einzelnachweise

  1. Walter Habel: Wer ist Wer? Lübeck 1993.
  2. Ernst Hinrichs – Universität Oldenburg, eingesehen am 12. April 2009.

Weblinks


Kategorien: Hochschullehrer (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) | Gestorben 2009 | Geboren 1937 | Neuzeithistoriker | Hochschullehrer (Technische Universität Braunschweig) | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst Hinrichs (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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