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Erdgaskraftwerk Emsland


Erdgaskraftwerk Emsland
Erdgaskraftwerk Emsland: Rechts Block B und C, links der dazugehörige Kühlturm
Lage
 
}
Land Deutschland
Daten
Primärenergie Fossile Energie
Brennstoff Erdgas
Leistung 1837 Megawatt
Typ Block A: Gasturbinenkraftwerk
Block B/C: Erdgaskraftwerk mit Vorschaltgasturbine
Block D: Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk
Eigentümer
RWE Power AG
Betriebsaufnahme seit 1972/75
Website Offizieller Internetauftritt
Stand 5. September 2012

Das Erdgaskraftwerk Emsland ist ein Kraftwerkskomplex der RWE Power (ehemals VEW) am Standort Lingen (Ems). Die Anlage besteht aus mehreren Blöcken, die mit verschiedenen Technologien aus Erdgas Strom erzeugen, vornehmlich für den Mittel- und Spitzenlast-Bereich. Weiterhin liefert die Anlage Ferndampf insbesondere für die Faserwerke Lingen.

Die Anlage liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zwischen dem stillgelegten Kernkraftwerk Lingen und dem noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerk Emsland, ist aber anlagentechnisch nicht mit diesen verbunden.

Blöcke

Block Brenn-
stoff
Brutto-
leistung
Netto-
leistung
Prozesswärme-
leistung
Netto-
wirkungsgrad
Bau-
beginn
Inbetrieb-
nahme
Abschal-
tung
A Erdgas 50 MW 1972 [1] 1985
B Erdgas 488 MW 475 MW 37 MW 46 % 1974
C Erdgas 488 MW 475 MW 37 MW 46 % 1975
D Erdgas 902 MW 887 MW 50 MW 59,2 % 2009

Quelle:[2]

Block A: Gasturbinenkraftwerk

Block A ist stillgelegt. Es handelte sich um ein Gasturbinenkraftwerk, ehemals mit einer Gasturbine Siemens V93.0 mit 50 MWel Leistung.[3]

Block B und C: Erdgas-Kombiblöcke

Die Erdgas-Kombiblöcke B und C bildeten das eigentliche Erdgaskraftwerk Lingen und lieferten jeweils eine Bruttoleistung von 427 MW (Nettoleistung 410 MW) zur Abdeckung von Mittel- und Spitzenlast. Darüber hinaus konnte aus beiden Blöcken eine Leistung von 74 MWth in Form von Prozessdampf ausgekoppelt werden. Eine Besonderheit ist dabei der Kombinationsprozess, bei dem eine Gasturbine dem Dampferzeuger vorgeschaltet ist: Die etwa 430 °C heißen Abgase der Gasturbine mit einem Volumenanteil von circa 17 % Restsauerstoff strömen in einen nachgeschalteten erdgasgefeuerten Turmkessel (1-Druck mit , Frischdampf 535 °C / 185 bar / 1150 t/h, Fabrikat Steinmüller). Jeder Kessel speist eine Dampfturbine (365 MWelFabrikat BBC). Die Wärme der von der Gasturbine dem Kessel zugeführten Verbrennungsluft wird zusätzlich noch als Nutzwärme im Dampferzeuger genutzt und ein Wirkungsgrad von 42 % erzielt. Diese Technik wurde von Klaus Knizia (Vorstandsvorsitzender der VEW AG von 1975 bis 1992) forciert und von 1972 bis 1974 in den Kraftwerken Gersteinwerk und Erdgaskraftwerk Emsland umgesetzt.

Zu den Blöcken gehört ein Naturzug-Nasskühlturm, der an den Dortmund-Ems-Kanal angebunden ist.[4][5] Die Anlage wurde von der KWU als Generalunternehmer errichtet und ging 1974/1975 in Betrieb.

2011 wurden die bestehenden 55 MW Gasturbinen (Siemens V93.0) durch jeweils zwei neue Gasturbinen vom Typ Rolls-Royce Trent 60 ersetzt,[6] wodurch die Leistung auf jeweils 475 MW und der Wirkungsgrad auf 46 % erhöht werden konnte. Mit diesen Triebwerken stehen zudem im Falle eines Blackouts sogenannte Schwarzstartreserven zur Verfügung.

Block D: GuD-Kombikraftwerk mit Erdgasspeicher

Am 8. Dezember 2009 ging der neue Block D, ein Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk mit einer Gesamtleistung von 887 MW, ans Netz[7]. Der Block besteht aus zwei Gasturbinen (Fabrikat Alstom GT26, 288 MW) deren Abgase jeweils einem Abhitzedampferzeuger geführt werden. Der so erzeugte Dampf wird einer gemeinsamen Dampfturbine (326 MW) zugeführt; diese Schaltung ermöglicht einen Wirkungsgrad von 59,2 %. Auch aus diesem Block kann dank Kraft-Wärme-Kopplung stündlich bis zu 100 Tonnen Prozessdampf ausgekoppelt werden. Das heißt: Ein Teil des Dampfes wird von der Dampfturbine abgezweigt und einem Industriekunden zur Verfügung gestellt.

Zur Abfuhr der physikalisch bedingten Abwärme, die sich technisch nicht mehr nutzen lässt, wurde ein 123 m hoher Kühlturm errichtet. Ebenfalls zum Kraftwerk gehört ein Erdgas-Röhrenspeicher.[8][9][10]

Auf Grund der starken Verwerfungen auf dem Energiemarkt musste zur wirtschaftlichen Optimierung die Schnellstartfähigkeit des Block D durch Anlagenumbau und einer Betriebsleittechnikanpassung verbessert werden. Nunmehr können die Gasturbinen innerhalb von nur 45 Minuten ihre volle Leistung von 540 MW zur Verfügung stellen und garantieren damit Versorgungs- und Netzsicherheit.

Netzanschluss

Die Vorschaltturbinen der Blöcke B und C speisen auf der 110-kV-Ebene in das Verteilnetz der Westnetz ein. In das Übertragungsnetz von Amprion speisen die Dampfturbinen der Blöcke B und C auf der 220-kV-Ebene sowie der Block D auf der 380-kV-Ebene ein. Der Netzanschluss erfolgt auf allen drei Spannungsebenen über die Schaltanlage Hanekenfähr.[11]

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. http://www.rwe.com/app/Pressecenter/Download.aspx?pmid=4003986 ... Infobroschüre zum Kraftwerk
  2. RWE Power AG: Kraftwerk Emsland. Abgerufen am 14. Juli 2011.
  3. EPRI: Design Evolution (…) of Siemens Power Generation (…) Combustion Turbines
  4. RWE-Informationen zum Kraftwerk Emsland
  5. RWE-Infobroschüre
  6. RWE Pressemitteilung: Ministerpräsident McAllister nimmt neue Gasturbinen der RWE Power in Lingen in Betrieb
  7. Meilenstein im GUD-Kraftwerk Lingen – Gasturbinen gezündet
  8. Pressemitteilung zur Grundsteinlegung
  9. RWE-Infobroschüre zum GuD-Kraftwerk
  10. RWE-Info zum GuD und zur Optimierungsleitung
  11. Kraftwerksliste Bundesnetzagentur (bundesweit; alle Netz- und Umspannebenen) Stand 16. Oktober 2013 (Memento vom 11. Dezember 2013 im Internet Archive), abgerufen am 18. November 2013.

Kategorien: RWE-Kraftwerk | Gas- oder Ölkraftwerk in Europa | Gas- oder Ölkraftwerk in Niedersachsen | Lingen (Ems)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Erdgaskraftwerk Emsland (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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