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Erdfunkstelle Raisting


Die Erdfunkstelle Raisting ist eine Erdfunkstelle für die Kommunikation mit Nachrichtensatelliten. Mit ihren weithin sichtbaren Parabolantennen stellt sie ein Wahrzeichen des Weilheimer Landes am Südende des Ammersees dar.

Geschichte

Die Erdfunkstelle (auch „Erdefunkstelle“) bei Raisting wurde 1964 von der Deutschen Bundespost in Betrieb genommen. Sie gehörte zuletzt zur Unternehmenssparte T-Systems der Deutschen Telekom AG.

Am 12. Januar 2006 wurde die Erdfunkstelle von der T-Systems an das US-Telekommunikations-Unternehmen Emerging Markets Communications Inc. (EMC) verkauft. EMC stellt insbesondere im Auftrag von Hilfsorganisationen und verschiedenen Agenturen der Vereinten Nationen weltweit satellitengestützte Telekommunikationslösungen bereit.

Die Parabolantenne diente als Vorlage für die 50-Pfennig-Briefmarke der Dauermarkenserie Industrie und Technik der Deutschen Bundespost.

Antenne 1

Hauptartikel: Radom Raisting

Die Antenne 1 befindet sich in einer strebenlosen, kugelförmigen Traglufthalle, dem sogenannten Radom. Der Bau wurde 1963/64 nach Plänen von Hans Maurer errichtet. Die Antenne ist inzwischen nicht mehr offiziell in Betrieb, allerdings arbeiten Studierende der Technischen Universität München zurzeit daran, die Antenne wieder in Betrieb zu nehmen.[1] Sie sollte ursprünglich im Rahmen der ESMO-Mission (European Student Moon Orbiter) der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) als Bodenstation dienen[2], das ESMO-Projekt wurde jedoch von der ESA eingestellt.[3] Stattdessen werden nun andere Projekte im Radom verfolgt.[4]

Das Radom mit der darin befindlichen Parabolantenne mit 25 m Durchmesser sollte abgerissen werden, wurde aber 1999 unter Denkmalschutz gestellt. Es handelt sich um ein technisches Denkmal. 2009 wurde vom Kreistag die Erhaltung als technisches Museum beschlossen. Die gesamte Sende- und Empfangsanlage und der Drehmechanismus werden derzeit saniert.

Ende September 2010 wurde die Hülle im Auftrag der Radom Raisting GmbH ausgetauscht.

Die Anlage soll genutzt werden für

  • Radioastronomie
  • Beobachtung interplanetarischer Missionen
  • Amateurfunk (interkontinentale Kommunikation mit dem Mond als Reflektor sowie über Amateurfunk-Satelliten)

Einige Daten:[5]

  • Antennengewinn: bei 4170 MHz 58 dBi, bei 6390 MHz 61,5 dBi
  • Halbwertsbreite der Sende- und Empfangskeule: bei 4170 MHz 0,2 Grad
  • Drehgeschwindigkeit: max. 1,8 Grad/s
  • Einstellgenauigkeit: 0,02 Grad

Weitere Erdfunkstellen

Ebenfalls von der Deutschen Bundespost errichtet wurden die Erdfunkstelle Fuchsstadt und die Erdfunkstelle Usingen.

Einzelbelege

  1. Student Satellite Initiative Munich e.V.
  2. ESA-Homepage des ESMO-Teams der Technischen Universität München
  3. ESA concludes student ESMO Moon orbiter project. Archiviert vom Original am 3. Juni 2012, abgerufen am 3. Juni 2012 (english).
  4. Das Radom als Labor. Abgerufen am 6. Oktober 2012 (deutsch).
  5. Clemens Marcuse DF4YM: Raistinger Radom vor Abriss gerettet. In: Deutscher Amateur-Radio-Club (Hrsg.): CQ DL Das Amateurfunkmagazin. Nr. 4-2010. DARC Verlag GmbH April 2010, ISSN 0178-269X , ZDB-ID 124446-2 , S. 239.

Weblinks

 Commons: Erdfunkstelle Raisting  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Geschichte der Kommunikationstechnik | Bodengebundene Raumfahrttechnik | Sendeanlage in Bayern | Deutsche Bundespost Telekom | Großteleskop (Radiobereich) | Bauwerk im Landkreis Weilheim-Schongau | Raisting

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Erdfunkstelle Raisting (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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