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Erbe des Henkers


Filmdaten
Deutscher TitelErbe des Henkers
OriginaltitelMoonrise
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1948
Länge90 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieFrank Borzage
DrehbuchCharles Haas
Vorlage: „Moonrise“, Roman von Theodore Strauss
ProduktionCharles Haas
MusikWilliam Lava
KameraJohn L. Russell
SchnittHarry Keller
Besetzung
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Erbe des Henkers (Originaltitel Moonrise) ist ein in Schwarzweiß gedrehter US-amerikanischer Film noir unter der Regie von Frank Borzage. Dane Clark, Gail Russell und Ethel Barrymore als Großmutter spielen die Hauptrollen in dieser Kriminalgeschichte nach Theodore Strauss’ Roman Moonrise.

Handlung

Als Jeb Hawkins Frau erkrankt und er telefonisch einen Arzt um Hilfe bittet, bekommt er eine Absage, da die von ihm geschilderten Symptome ein sofortiges Kommen nicht rechtfertigen würden. Kurz darauf stirbt Hawkins Frau jedoch, er verliert die Kontrolle und tötet den Arzt. Hawkins wird zum Tode verurteilt und gehängt.

Viele Jahre sind seitdem vergangen als Danny, der Sohn des toten Paares, ein Tanzlokal besucht. Dort sind auch Gilly, seine große Liebe, und der Bankierssohn Jerry Sykes. Später am Abend wird Danny wieder einmal von Jerry damit aufgezogen, dass sein Vater ein hingerichteter Mörder ist. Im Laufe des Gesprächs kommt es zwischen den beiden Männern auch zu einer Auseinandersetzung wegen Gilly. Da Danny schon sein ganzes Leben mit der Schuld seines Vaters konfrontiert und abfällig behandelt wird, verliert er die Kontrolle und erschlägt Jerry mit einem Stein. Als er realisiert, was er da getan hat, versucht er die Tat zu vertuschen, was ihm zunächst auch gelingt. Sein Gewissen allerdings lässt sich nicht beruhigen. Selbst in Gillys Armen, mit der er inzwischen zusammen ist, findet er kein Vergessen.

Als Danny eines Tages seinen dunkelhäutigen Freund Mose Johnson in seiner Hütte am Waldrand besucht und mitbekommt, wie wilde Hunde einen Waschbären jagen und töten, fürchtet er, dass die von ihm im Wald vergrabene Leiche von Jerry gefunden und mit ihm in Verbindung gebracht werden könne. Siedend heiß fällt ihm wieder ein, dass er in der fraglichen Nacht sein Taschenmesser in einen Baum gerammt hat, kurz bevor er Jerry tötete. Als Gilly Danny dann auch noch damit konfrontiert, dass sie sich sorge, was mit Jerry sei, da man nichts mehr von ihm höre und sehe, nimmt seine Angst weiter zu. Und dann findet Mose tatsächlich Jerrys sich schon zersetzenden Körper. Sheriff Clem Otis wird benachrichtigt und Jerrys Leiche kommt in die Gerichtsmedizin zur Untersuchung. Ein Bankprüfer berichtet J.B. Sykes, dass sein Sohn Jerry 2.000 US-Dollar aus der Kasse gestohlen habe. Weiter ermittelt Sheriff Otis, dass Jerry Ken Williams, dem Schlagzeuger der Tanzsaal-Band, Geld schuldete. Von Danny will Otis wissen, ob er gesehen habe, wann Ken den Musikpavillon während oder nach der Tanzveranstaltung verlassen habe. Das müsse die Nacht sein, in der Jerry getötet worden sei. Danny meint, er habe nichts gesehen. Am nächsten Morgen begegnen Danny und Gilly Sheriff Otis und seiner Frau Martha auf dem Jahrmarkt. Der Sheriff bekommt mit, wie Gilly Danny erzählt, dass der taubstumme, behinderte Billy sein Taschenmesser gefunden habe nicht weit von der Stelle, wo Jerry getötet worden sei. Als Danny und Gillys ins Riesenrad auf dem Jahrmarkt klettern, sieht er zu seinem Unbehagen, dass Otis und seine Frau das Karussell ebenfalls besteigen und reagiert so hektisch, dass er von seinem Sitz fällt und sich am Bein verletzt. Das Karussell setzt sich in Bewegung und so schnell er kann, entfernt Danny sich humpelnd vom Jahrmarkt und geht zu seinem Freund Mose, wo Billy sich gerade aufhält. In einem Anfall von Zorn, erwürgt er Billy fast.

Inzwischen suchen Sheriff Otis und sein Stellvertreter im Sumpfgebiet nach Danny. Otis hatte vergeblich gehofft, dass Danny freiwillig zurückkommen werde und dann vergeblich versucht über Gilly zu erfahren, wo er sich aufhalten könne. Danny ist inzwischen zu seiner Großmutter geflüchtet, die in der Nähe von Moses Hütte wohnt. Ein Gespräch mit der alten Frau und ein Besuch am Grab der Eltern machen Danny klar, dass er vor seiner Verantwortung nicht davonlaufen kann. Unterwegs zum Sheriff trifft er diesen auf der Suche nach ihm und versichert ihm glaubhaft, dass er eingesehen habe, dass er für seine Tat geradestehen müsse. Sheriff Otis verzichtet daraufhin auf Handschellen und gemeinsam begeben sie sich zum Gefängnis.

Produktion und Hintergrund

Die Dreharbeiten begannen Ende Dezember 1947 und dauerten bis Ende Januar 1948. Der Film hatte in den USA am 2. April 1948 Premiere. In der Bundesrepublik Deutschland kam er am 16. Dezember 1951 in die Kinos. In Österreich startete er bereits am 20. Juli 1951 unter dem Titel Das Erbe des Henkers.

Theodore Strauss’ Geschichte erschien erstmals, bevor sie in Buchform veröffentlicht wurde, in den Monaten August und September 1946 in der Cosmopolitan. Am 6. November 1946 berichtete die Los Angeles Times, dass Garson Kanin vorhatte, die Geschichte für eine Verfilmung mit John Garfield zu kaufen und dass es ein weiteres Angebot von John Farrow gab, der einen Film mit Alan Ladd produzieren wollte. Auch Burt Lancaster soll für die männliche Hauptrolle vorgesehen gewesen sein. Im Februar 1947 war die Rede davon, dass James Stewart den männlichen Hauptpart übernehmen sollte. The Hollywood Reporter berichtete dann am 15. Oktober 1947, dass die Republic Studios die Rechte an dem Roman erworben und Frank Borzage mit der Regie betraut hätten. Republic Pictures Spezialität war es seinerzeit Low-Budget-Filme zu produzieren. Die Herstellungskosten für Moonrise lagen bei knapp 850.000 US-Dollar, was ein ungewöhnlich hohes Budget darstellte, da das Budget für Filme des Studios gewöhnlich bei 50.000 US-Dollar lag. Lillian Gish, die eine Rolle übernehmen sollte, lehnte jedoch ab.[1]

Unter den Filmen, die Frank Borzage im späteren Abschnitt seiner Karriere gedreht hatte, wird Moonrise von einigen Kinoexperten als Borzages spätes Meisterwerk betrachtet. Der Film hebe sich von jedem anderen amerikanischen Film in den 1940er-Jahren ab und sei in Ton und Stimmung dem poetischen Realismus im französischen Kino der 1930er-Jahre näher, wie zum Beispiel Julien Duviviers Pépé le Moko (1937) oder Marcel Carnés Port of Shadows (1938). Moonrise war seinerzeit ein kommerzieller Misserfolg, der nur wenige Zuschauer in seinen Bann zog. Um Geld einzusparen, verzichtete Borzage auf Außenaufnahmen, was dem Film eine künstlich stark stilisierte Atmosphäre verlieh, der Rolle des Danny aber auch eine fast fieberhaft klaustrophobische Traumintensität gab, die als Erweiterung von Dannys Sicht auf die Welt, sein Grübeln in der Dunkelheit, beginnt und schließlich im Dämmerlicht endet. Charles Laughtons Film The Night of the Hunter (1955) ist in den Alptraum-Sequenzen mit Moonrise vergleichbar und wurde von der Öffentlichkeit ähnlich ignoriert wie Moonrise. Moonrise kam beim amerikanischen Publikum nicht an, weil der Film eher Gemeinsamkeiten mit dem europäischen Kunstfilm hatte, womit das Publikum seinerzeit nicht so recht etwas anfangen konnte. Allein die Anfangssequenz des Films verlangte dem Publikum einiges ab, da die ersten 15 Minuten ohne nennenswerten Dialog und nur mit Toneffekten abliefen und eher an einen Stummfilm erinnerten.[2]

Für Borzage war dieser Film ein Wendepunkt in seiner Karriere, er entfremdete sich von Hollywood und kämpfte gegen ein Alkoholproblem an. Erst 1955 begann er wieder zu arbeiten, erst einmal fürs Fernsehen, drehte dann aber auch zwei weitere Filme, bevor er 1962 starb. Heute genießt Moonrise aufgrund seiner häufig auf Revival-Festivals vorgenommenen Wiederaufführung einen guten Ruf. Das Publikum weiß die Vorzüge des Films zu schätzen. Neben Borzages kunstvollem Handwerk wird auch John L. Russells Kameraarbeit in dem Schwarzweißfilm honoriert. Auch das poetische Drehbuch von Charles F. Haas kann heute beeindrucken, ebenso wie die Darstellung von Dane Clark, Gail Russell, Ethel Barrymore und Harry Morgan (als Taubstummer) und Rex Ingram in einer seltenen, nicht stereotypen Rolle als afro-amerikanischer Schauspieler eingesetzt.[2]

Kritik

Das Lexikon des internationalen Films kam zu dem Urteil: „Melodramatischer Kriminalfilm um Gewissensnot, Furcht vor erblicher Belastung und soziale Verhältnisse; solide inszeniert und gespielt.“[3]

Die Los Angeles Times meinte, dass einige Szenen, die als Schlüsselszenen gedacht seien, „eher lächerlich daherkämen“. Der Kritiker der New York Times war der Ansicht, dass dies eine „schwermütige Geschichte mit farblos bleibenden Menschen“ sei und stellte die alte Frage, welches Medium eine Geschichte besser erzählen könne. In diesem Fall sei das „Buch das bessere Mittel“. The Washington Post warf dem Film gar Anmaßung vor und meinte, was die Sache noch schlimmer mache, sei die Tatsache, dass die Republic Studios gar „der Auffassung“ seien, mit Moonrise „ein Kunstwerk“ entwickelt zu haben. Daily Variety war der Ansicht, dass der Film einer der besten sei, die je von Republic Pictures produziert worden seien, für Zuschauer, die solche Geschichten mögen würden, sei der Film ein Gewinn.[2]

Auszeichnungen

Für die Oscarverleihung 1949 waren Earl Crain Sr. und Howard Wilson in der Kategorie „Bester Ton“ für den Oscar nominiert, konnten sich jedoch gegenüber Harry M. Leonard und Arthur von Kirbach, die die Trophäe für die Literaturverfilmung Die Schlangengrube (The Snake Pit) erhielten, nicht durchsetzen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Moonrise bei TCM – Turner Classic Movies. Abgerufen am 25. Februar 2013.
  2. 2,0 2,1 2,2 Moonrise TCM – Turner Classic Movies (Artikel und Kritiken englisch)
  3. Erbe des Henkers im Lexikon des internationalen Films

Kategorien: Filmtitel 1948 | US-amerikanischer Film | Thriller | Filmdrama | Schwarzweißfilm

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Erbe des Henkers (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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