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Entwurmung


Als Entwurmung, populär auch Wurmkur, bezeichnet man die Gabe eines Anthelminthikums (Wurmmittels). Dabei kann die Entwurmung entweder prophylaktisch (ohne vorherigen Nachweis von Würmern bzw. deren Eiern) oder therapeutisch (bei Vorliegen einer konkreten Erkrankung) erfolgen. Eine Wurmkur bietet keinen anhaltenden Schutz gegen Neuinfektionen, es werden nur die adulten, bei einigen Wirkstoffen auch die Larvenstadien abgetötet. Daher sind je nach Infektionsdruck mehrere Entwurmungen pro Jahr sinnvoll.

Hund und Katze

Hund und Katze sind häufig mit verschiedenen Fadenwürmern und Bandwürmern befallen (→ Bandwurmerkrankungen des Hundes, Fadenwurminfektionen des Hundes, Wurminfektionen der Katze). Der European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP) – die europäische Vereinigung der Fachleute für Parasiten bei Hund und Katze – empfiehlt folgendes Entwurmungsschema, wenn kein erhöhtes Ansteckungsrisiko vorliegt:[1]

  • Welpen: alle 2 (Hund) bzw. 3 Wochen (Katze) nach der Geburt bis 2 bzw. 3 Wochen nach dem Absetzen.
  • Erwachsene Tiere: etwa vier Mal im Jahr.

Dabei werden bei Welpen zumeist Mittel gegen Nematoden (insbesondere gegen Spulwürmer) verabreicht (z. B. Flubendazol, Fenbendazol oder Milbemycinoxim). Bei älteren Tieren empfiehlt sich auch eine prophylaktische Behandlung gegen Bandwürmer (z. B. mit Praziquantel). Für die gleichzeitige Behandlung stehen Kombinationspräparate zur Verfügung.

In mehreren Staaten, die bislang frei vom Fuchsbandwurm sind oder von denen dies vermutet wird, bestehen Beschränkungen für die Einfuhr von Tieren die potenzielle Träger einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm sind. Großbritannien, Irland, Malta, Norwegen, Schweden und Finnland verlangen beim Grenzübertritt mit Heimtieren wie Hunden oder Hauskatzen eine Bescheinigung über eine kürzlich durchgeführte Entwurmung. Diese Regelungen stehen im Einklang mit dem Recht der Europäischen Union.[2]

Pferde

Pferde und Esel werden ebenfalls von Fadenwürmern (Nematoden), Saugwürmern (Trematoden) und Bandwürmern (Cestoden) befallen. Zudem können einige andere Insekten wie beispielsweise Larven der Magendasseln, Pferde befallen. Zur Entwurmung von Pferden werden vorwiegend Präparate aus der Wirkstoffgruppe der Avermectine, vor allem das Ivermectin gegen Rund- und Saugwürmer sowie Magendasseln eingesetzt. Gegen Bandwürmer gibt es den Wirkstoff Praziquantel in verschiedenen Kombinationspräparaten. Im Herbst steigt die Anzahl von Moosmilben auf den Weiden drastisch an, welche als Überträger der Bandwürmer gelten und vom Pferd quasi mitgefressen werden. Daher ist es sinnvoll, gegen Ende der Weidesaison auch gegen Bandwürmer zu behandeln. Zur Kontrolle der Therapie (Entwurmung) eignen sich Einzel- oder Sammelkotproben, welche zur Absicherung nach kurzem Zeitraum wiederholt werden können.

Schafe und Ziegen

Hausschafe und -ziegen werden ebenfalls von Fadenwürmern (Nematoden), Saugwürmern (Trematoden) und Bandwürmern (Cestoden) befallen. Um eine Minimierung des Befalls mit Würmern in einer Herde zu erreichen, ist im Allgemeinen eine Kombination mit weidehygienischen Maßnahmen erforderlich. Empfohlen kann eine „Jahresabschlusskur“ im November, weil anschließend die Außentemperaturen für die Entwicklung infektiöser Larven zu niedrig sind, sowie eine Frühjahrskur drei Wochen nach dem Austrieb, um von den Tieren aufgenommene überwinterte Larven abzutöten. Weitere Wurmkuren können notwendig sein, wenn es klinische Hinweise auf einen Befall mit Würmern gibt. Auch zwei Tage vor dem Auftrieb auf „saubere Weiden“ (Neuansaat, mindestens zwölf Monate nicht beweidete Flächen sowie ab Juli Flächen, die letztmals im vergangenen Herbst beweidet wurden) kann eine Entwurmung sinnvoll sein, um die Kontamination mit Rundwürmern zu verhindern.[3] Zur Anwendung bei Schafen sind derzeit (Stand April 2015) Rundwurmmittel auf der Basis von Albendazol, Febantel, Fenbendazol, Levamisol, Monepantel, Oxfendazol, Ivermectin und Moxidectin, gegen den Großen Leberegel auf der Basis von Triclabendazol und Closantel sowie gegen Bandwürmer auf der Basis von Praziquantel zugelassen.[4]

Menschen

In Entwicklungsländern sind Entwurmungsprogramme mit Anthelminthika ein Beitrag für die öffentliche Gesundheit[5] mit gutem Kosten/Nutzen-Verhältnis (siehe Kopenhagener Konsens).

Einzelnachweise

  1. ESCCAP-Empfehlungen Bekämpfung von Würmern (Helminthen) bei Hunden und Katzen. Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung. (pdf )
  2. Helene Wahlström et al.: Combining information from surveys of several species to estimate the probability of freedom from Echinococcus multilocularis in Sweden, Finland and mainland Norway. In: Acta Veterinaria Scandinavica, 2011, Artikel 53:9, ISSN 1751-0147 , doi:10.1186/1751-0147-53-9 Online PDF 980 kB, abgerufen am 18. Dezember 2013.
  3. Günter Steng: Zur Bekämpfung der parasitären Gastroenteritis (PGE) in Schafherden. In: Veterinärspiegel Heft 4, 1998, S. 272–278.
  4. vetidata , abgerufen am 14. April 2015
  5. Gedanken zum Thema Wurmkur
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Kategorien: Therapeutisches Verfahren in der Veterinärmedizin

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