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Enkenbach


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Enkenbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Enkenbach
Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn
Höhe: 290–320 m ü. NN
Fläche: 18,4 km²
Einwohner: 4377 (30. Jun. 2007)
Bevölkerungsdichte: 238 Einwohner/km²
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 67677
Vorwahl: 06303

Lage von Enkenbach in der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn

Enkenbach ist ein Ortsteil der pfälzischen Gemeinde Enkenbach-Alsenborn im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz.

Geografie

Enkenbach liegt am gleichnamigen Bach in 290 bis 320 Meter Höhe ü. NN im Ostteil des Landkreises Kaiserslautern, 11 Kilometer von der Stadt Kaiserslautern entfernt, und zwar in Hanglage in einer sich von Westen nach Osten erstreckenden Senke.

Die Gemarkung ist im Nordosten und im Süden bewaldet und erreicht hier Höhen um 360 m ü. NN . Der Eselsbach verlässt Enkenbach in 254 Meter Höhe, die Alsenz bei 260 Metern.

Verkehrs- und Eisenbahngeographie

Der Bahnhof Enkenbach war einst ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Hier vereinigten sich die Eistalbahn, die Alsenztalbahn und die Bahnstrecke Kaiserslautern–Enkenbach.

Klima

Mit 750 mm Niederschlag pro Jahr liegt Enkenbach im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 52 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni, d. h. es gibt eine 1,4 mal größere Niederschlagsmenge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 1 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte

Enkenbach ist geografisch und siedlungsgeschichtlich eng mit dem Nachbardorf Alsenborn verbunden. Auf der heutigen Enkenbacher Gemarkung lagen zur Klosterzeit die Wüstungen Buchholz und Milchborn.

Name und Wappen

Das ehemalige Wappen von Enkenbach (heute heraldisch links im Schild der Gemeinde Enkenbach-Alsenborn) zeigt auf goldenem Grund eine blaugedeckte, mit silbernen Fenstern versehene rote Kirche mit blauem Kreuz und wurde am 28. November 1969 genehmigt.

Der Name Enkenbach leitet sich von dem mittelhochdeutschen Wort enke her und bedeutet „Viehknechts-“ oder „Hütejungenbach“. Er entwickelte sich folgendermaßen:

  • 1148 Ynkebach
  • 1190 Enkinbach
  • 1212 Enkenbach
  • 1258 Enkinbach
  • 1263 Enkenbach
  • 1273 Enkinbach
  • 1322 Engkenbach
  • 1527 Enkenbach, Enckenbach
  • 1837 Enkenbach

Mittelalter

1635 wurde im Dreißigjährigen Krieg das Dorf Baudweiler nördlich von Enkenbach vollständig zerstört.

Prämonstratenserinnenkloster

Hauptartikel: St. Norbert (Enkenbach)

Enkenbachs Geschichte hängt eng mit dem Kloster der Prämonstratenserinnen am Enkenbach zusammen, das im Jahr 1148 von Graf Ludwig von Arnstein und Hunfried von Alsenborn gegründet wurde. Das Frauenkloster in Enkenbach wurde von Nonnen aus Marienthal (heute Teil der Verbandsgemeinde Rockenhausen) am Donnersberg besiedelt, die sich dem Prämonstratenserorden angeschlossen hatten.

Die Prämonstratenser (lateinisch: Candidus et Canonicus Ordo Praemonstratensis) wurden von Norbert von Xanten in Prémontré im Jahre 1120 gegründet als zentralisierter Orden regulierter Chorherren. Sie breiteten sich rasch in Deutschland aus und widmeten sie sich vor allem der Christianisierung der Slawen. Die Prämonstratenserinnen bilden die von Norbert im Jahre 1121 gegründete weibliche Genossenschaft mit sehr strenger Ordensregel.

Durch den Bau der Klosterkirche gerieten die Prämonstratenserinnen in finanzielle Schwierigkeiten und mussten im Jahr 1420 die Hälfte der Dörfer Enkenbach und Alsenborn für 100 rheinische Gulden an Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz verkaufen. Im Jahr 1564 ließ Kurfürst Friedrich II. das Kloster aufheben.

Die Klosterkirche ist heute die katholische Pfarrkirche der Gemeinde Enkenbach.

Neuzeit

Enkenbach wurde kurpfälzisch und bildete zusammen mit den Ortschaften Alsenborn, Morlautern, Erlenbach, Baalborn und Neukirchen das sogenannte Büttelamt im Oberamt Kaiserslautern.

Gegenwart

Aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Enkenbach und Alsenborn wurde am 7. Juni 1969 die Gemeinde Enkenbach-Alsenborn neu gebildet.[1] Diese gehört mit den Ortsgemeinden Sembach, Mehlingen und Neuhemsbach der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn im Landkreis Kaiserslautern an, die mit Wirkung vom 22. April 1972 gebildet wurde.

Kunst im öffentlichen Raum

Großplastik „alltags“

Vor dem Firmengebäude der Firma Hegerguss GmbH wurde im Mai 2003 eine gusseiserne Kugel mit einem Durchmesser von fast 3 Metern und einem Gewicht von nahezu 10 Tonnen aufgestellt.

Das Modell aus Polystyrol- Schaumstoff wurde von dem Künstler Gottfried Bräuling aus Hohenöllen angefertigt, der seiner Großplastik den Titel „alltags“ gab. Gegossen wurde die 9.350 Kilogramm schwere Eisenkugel mit einem Durchmesser von 3 Metern von der Firma Hegerguss. Für die Herstellung der Gussform aus Kugelgraphit wurden etwa 90 Tonnen Sand benötigt.

Verbandsgemeindebrunnen

Vor dem Rathaus der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn befindet sich seit 1987 ein Brunnen, auf dem die damaligen Ortschaften mit ihren Uznamen bildlich dargestellt sind.

Steinrelief am Ratssaal

Das Sandsteinrelief am Ratssaal der Verbandsgemeinde zeigt in der Mitte die Wappen der fünf Gemeindeteile.

Relief im Ratssaal

Das Thema des Reliefs im Ratssaal basiert auf der Bibelstelle des Propheten Jesaja, 1. 2, 4 :

Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.

Der Künstler, Wolfgang Seipenbusch, hat viele einzelne Holzteile zusammengefügt und will damit ausdrücken, dass nur durch Zusammenhalt eine Grundlage für eine Gemeinschaft besteht.

Unten links sind zwei Gräber zu sehen. Das Kreuz mit dem Stahlhelm dient als Mahnung an die Toten der Kriege. Das andere Kreuz soll daran erinnern, dass unsere Zeit begrenzt ist.

Weiter unten ist eine Männerfaust dargestellt, die ein Schwert als Pflugschar benutzt. Dieser Pflug wird von einem geflügelten Pferd gezogen welches nach oben, einem hohen Ziel entgegen zieht. Ein Kind auf dem Rücken des Pferdes führt es auf den rechten Weg. Mit der anderen Hand zeigt es auf die Sanduhr auf dem Kopf des Pferdes.

Weiter unten ist ein Schild eines Landsknechts zu sehen, welches aus Holz und Büffelleder besteht. Er hat es weggeworfen, weil es nicht mehr benötigt wird. Daneben ist eine Familie in der Sorge um ihr tägliches Brot, die krampfhaft ihre leere Schüssel halten. Darüber ist als geistig rationaler Aspekt, eine Figur zu sehen, die kniend in einem Buche liest. Darüber sind zwei hingebungsvoll Musizierende zu sehen. Das Beseelte wird durch den Vogel nach oben getragen.

Veranstaltungen

Jedes Jahr von Freitag vor bis Dienstag nach dem zweiten Sonntag im Juli findet die traditionelle "Kuckuckskerwe" statt (Kerwe ist die pfälzische Aussprachevariante von Kirchweih). Höhepunkte sind der Kerweumzug mit anschließender Kerwerede am Sonntag sowie das Schubkarrenrennen und die Kerwebeerdigung am Dienstag.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Personen, die vor Ort gewirkt haben

  • Johann Michael Hartung (1708–1763), Erbauer der Orgel in der Kirche von Enkenbach
  • Carl Schneider (1900–1977), Theologe, Leiter der Evangelischen Akademie in Enkenbach
  • Rudi Müller (1927–2003), machte sich durch seine Unterstützung der amerikanischen Wehrdienstverweigerer (Pax-Boys), die zum Siedlungsbau für mennonitische Kriegsvertriebene in der Gemeinde Enkenbach tätig waren, in der Welt bekannt
  • Sascha Hildmann (* 1972), Fußballspieler, spielte in seiner Jugend für den SV Enkenbach

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 , Seite 176 (PDF; 2,1 MB)

Weblinks

 Commons: Enkenbach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Kaiserslautern | Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kaiserslautern) | Enkenbach-Alsenborn

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