Eningen unter Achalm - LinkFang.de





Eningen unter Achalm


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: ReutlingenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 469 m ü. NHN
Fläche: 23,16 km²
Einwohner: 10.688 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 461 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 72800,
72813 (Oberer Lindenhof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07121
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 019
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1–2
72800 Eningen
Webpräsenz: www.eningen.de
Bürgermeister: Alexander Schweizer (SPD)
}

Eningen unter Achalm ist eine Gemeinde am Fuß des Albtraufs, unmittelbar östlich von Reutlingen. Der Ort ist nicht zu verwechseln mit der Gemeinde Ehningen im Landkreis Böblingen. Eningen ist mit seiner gesamten Gemarkung Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Geographie

Geographische Lage

Eningen liegt zwischen der Achalm und dem Albtrauf. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 419 m bei der Straßenmeisterei bis 791 m beim Wolfsfelsen auf der Albhochfläche.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Eningen und gehören zum Landkreis Reutlingen:

Metzingen
Reutlingen
Pfullingen St. Johann

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören das Dorf Eningen unter Achalm und die Einzelhäuser und Häusergruppen Albgut Lindenhof, Arbachmühle, Bahnhof Reutlingen-Süd, Harret, Schafhaus und Talgut Lindenhof. Talgut Lindenhof (Unterer Lindenhof) und Albgut Lindenhof (Oberer Lindenhof) sind heute Versuchsstationen für Tierhaltung und Tierzüchtung sowie Pflanzenzüchtung der Universität Hohenheim.

Der Flurname Hofen am Weg nach St. Johann deutet auf eine abgegangene Ortschaft hin.[2]

Geschichte

Eningen wurde um 300 n. Chr. in einer sonnigen, bergumschirmten Waldschlucht vermutlich von der Sippe eines Alemannen Ano gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Eningen findet sich 1090 im Bempflinger Vertrag des Klosters Zwiefalten. Seine Markung reichte im Mittelalter an Würtingen, bis zur Mädlinshalde gegen Pfullingen und schloss noch Loschenhalde und Betzenried ein. Hier durften die Eninger wie die Pfullinger ihr Vieh hertreiben, die Reutlinger mussten zur Behütung ihrer Weinberge einen Hirten halten, der dem Schultheiß von Eningen anzuzeigen hatte (Vertrag vom 7. Juli 1572). Nach dem Vertrag nach Judika 1513 gehörten die Weiden Eningen allein. Diese Rechte reichten noch länger zurück als der Kauf des Berges durch die Ermstalgrafen um das Jahr 1000 und blieben daher auch bestehen. Im Mittelalter nutzte man einen großen Teil des umgebenden Waldes und des heute landwirtschaftlich genutzten Ackerlandes als Viehweide. Gehalten hat sich zu diesem Zweck über lange Zeit die Hochfläche Eningens auf der Schwäbischen Alb, wo man heute die beiden Zuchtgüter Schafhaus und Oberer Lindenhof findet.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde ein Drittel der Eninger Häuser zerstört. Von 1637 bis 1648 gehörte der Ort - mit Unterbrechungen - zur "Pfandschaft Achalm" und wurde von den Erzherzögen von Österreich-Tirol in Innsbruck regiert. Ein Versuch der Erzherzogin Claudia von Österreich-Tirol (1604–1648), die katholische Messe wieder einzuführen, scheiterte am Widerstand der Einwohner.[3]

Danach erfuhr das Dorf einen Aufschwung durch den Landhandel, der Eningen zum "schönsten und volkreichsten Dorf Württembergs" machte. 1833 zählte man bereits über 5.000 Einwohner. Heute steht am ehemaligen Marktplatz an der Hauptstraße das Denkmal des Eninger Krämers.

Eitlingen

Neben dem Dorf Eningen befand sich einst noch das Dorf Eitlingen, dessen Name von einem Besitzer oder Haupt Neidling bzw. Nydling herrührte. Erwähnungen finden sich 1454 als Gewand Nydlingen und 1555 in Form einer Badstube im Neidling. Das Dorf befand sich dort, wo heute die Grabenstraße hinaufführt. Mit der Zeit wuchsen die Ansiedlungen zusammen, doch bis heute findet sich die Eitlinger Straße in Eningen. Bis heute gibt es eine Anzahl von Orten mit ähnlich lautendem Namen. Es sind im Landkreis Esslingen die Gemeinde Neidlingen, im mittelfränkischen Landkreis Ansbach der Feuchtwanger Ortsteil Neidlingen und in Niederösterreich die Marktgemeinde Neidling nordwestlich von Sankt Pölten. Darüber hinaus existiert der Name Neidling als Familiennamen.

Einwohnerentwicklung

Historische Einwohnerzahlen von Eningen unter Achalm.

ab 1871 Volkszählungsergebnisse, ab 1990 Veröffentlichungen des Statistischen Landesamtes BW [4]

Jahr Einwohnerzahlen
1605 933
Um 1630 1.200
1654 691
1676 889
1716 1.417
1724 1.623
1736 2.024
1768 2.473
Jahr Einwohnerzahlen
1833 5.015
1846 4.844
1871 3.345
1890 3.510
1910 4.313
1925 4.351
1933 4.675
1950 6.158
Jahr Einwohnerzahlen
1970 8.041
1987 9.309
1990 9.675
1995 10.036
2000 10.413
2005 10.857
2010 11.069

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Eningen hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
33,7 %
31,3 %
18,6 %
16,4 %
FGAL
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,1 %p
+4,7 %p
+1,1 %p
-0,7 %p
FGAL
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
FW Freie Wählervereinigung Eningen 33,7 6 38,8 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,3 6 26,6 5
FGAL Freie Grüne und alternative Liste 18,6 3 17,5 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,4 3 17,1 3
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 52,0 % 55,0 %

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt.

Alexander Schweizer ist seit dem 13. September 2007 der Bürgermeister von Eningen.

  • 1383: Syfrit Kaib (von den Herren von Speth, Untertan des Grafen Eberhard dem Greiner)
  • 1454, 1470 erwähnt: Hans Gretzinger
  • Um 1484: Hans Hummel
  • Um 1518: Ludwig Mutschler
  • Um 1521: Conrat Hummel
  • Um 1542: Hans Bausch
  • Um 1546: Gerhard Meulin (Mayle, Meile)
  • Um 1579: Hans Kifer
  • Um 1588: Kaspar Wickh
  • Um 1591: Hans Mickenmee
  • Um 1612: Melchior Jäger
  • Um 1619: Georg Müller
  • Um 1631: Michael Mader
  • Um 1644: Georg Müller
  • Um 1657: Peter Jäger
  • Um 1680: Hans Mader
  • Um 1687: Johannes Homel
  • 1692-1710: Johann Jakob Sautter
  • 1711-1716: Johann Georg Mühleisen
  • Um 1717: Franz Beckh
  • Um 1718: Michael Rall
  • Um 1725: Johann Jakob Rall
  • Um 1728: Michael Sautter
  • 1729-1749: Johann Adam Wickh
  • 1749-1762: Johannes Eytel
  • 1763-1767: Christian Gottlieb Schmid
  • 1767-1788: Johannes Eytel
  • 1788-1805: Kraft Philipp Eytel
  • 1806-1810: Jakob Friedrich Walther
  • 1810-1824: Friedrich Wilhelm Louis Faber
  • 1824-1833: Gottlieb Friedrich Rettich
  • 1833-1842: Johann Christian Friedrich, sowie 1838-1842 Landtagsabgeordneter des Amts Urach (während Landtagssitzung am 31. Mai 1842 verstorben)
  • 1842-1845: Christian Ag. Bilfinger
  • 1845-1848: Ludwig Hoffmann
  • 1848-1854: Gg. Fr. G. Hermann
  • 1855-1873: Hermann Amos von Schramberg, sowie von 1861 bis 1868 Landtagsabgeordneter für Reutlingen-Land
  • 1874-1899: Karl Sautter
  • 1900-1930: Paul Hüzel
  • 1930-1945: Hans Maier
  • 1945-1949: Carl Krüger (Kommissarischer Außenstellenleiter der Stadt Reutlingen)
  • 1949-1964: Hans Maier
  • 1965-1987: Günther Zeller
  • 1987–2003: Jürgen Steinhilber (Freie Wähler)
  • 2003–2007: Margarete Krug (CDU)
  • seit 2007: Alexander Schweizer (SPD)

Wappen

Blasonierung: In Blau eine silberne Lilie.

Gemeindepartnerschaften

Eningen unterhält eine Partnerschaft mit dem französischen Charlieu (seit 20. April 1968) und dem englischen Calne in Wiltshire (seit 1988).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Evangelische Andreaskirche von 1929 / 30, ein Beispiel frühmoderner Kirchenarchitektur
  • Oberes Speicherbecken des Pumpspeicherwerks Glems (Fassungsvermögen: 0,9 Mio. m³)
  • 90 Meter hoher Richtfunkmast in Stahlfachwerkbauweise auf dem Grasberg (778 m ü. NN )

Parks

  • Naherholungsgebiet „Eninger Weide“ mit Wildgehege
  • Krügerpark

Naherholung

  • Achalm (707 m) mit Aussichtsturm und mittelalterlichen Mauerresten
  • Arbachtal
  • Übersberg mit Mädlesfels
  • Obtal mit Waldfreibad
  • Ebene mit Rangenbergle

Sport

  • Waldfreibad
  • TSV Eningen, Sportanlagen auf der Wenge
  • SKV Eningen, Sportanlagen auf der Wenge
  • Trimm-Dich-Pfad Metzinger Wald
  • Trimm-Dich-Pfad St.Johann-Würtingen

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch die Gemeinde führt die Landesstraße 380 und verbindet sie im Westen mit Reutlingen und Pfullingen und im Osten mit St. Johann. Die Kreisstraße K 6714 verbindet Eningen im Norden mit Metzingen. Die Landesstraße 380a zweigt von dieser ab und führt über Metzingen-Glems nach Metzingen-Neuhausen.

Die Bundesstraße 312 tritt am Südbahnhof Reutlingen in Eninger Gemeindegebiet ein und hat etwa 2 km südwestlich des Ortskerns eine Abzweigung nach Eningen.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 220.

Medien

Eningen unter Achalm ist Sitz mehrerer Fernsehsender:

  • RTF.1, Reutlinger Tübinger Fernsehen, privater Fernsehsender für die Landkreise Reutlingen, Tübingen und den Zollernalbkreis. Es startete am 15. November 1999 sein Programm.
  • Prometheus Wissenschaftsfernsehen, privater landesweiter Fernsehsender im digitalen Kabelnetz von Baden-Württemberg. Sendestart war im Dezember 2003.
  • studio live junges fernsehen, privater landesweiter Fernsehsender im digitalen Kabelnetz von Baden-Württemberg. Sendestart war im Jahr 2004.
  • Literaturfernsehen, privater landesweiter Fernsehsender im digitalen Kabelnetz von Baden-Württemberg. Sendestart war im Jahr 2006.
  • BWeins Landtags- und Hauptstadtfernsehen, privater landesweiter Fernsehsender im digitalen Kabelnetz von Baden-Württemberg. Erster privater Parlamentskanal der Bundesrepublik Deutschland. Sendestart war im Jahr 2006.

Persönlichkeiten

Träger der Bürgermedaille

  • 1989: Franz-Georg Brustgi
  • 1992: Dieter Baumann
  • 1992: Jean-Paul Gysin
  • 1998: Reinhold Rall
  • 2015: Karl Rall [5]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Weblinks

 Commons: Eningen unter Achalm  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Eningen in der Beschreibung des Oberamts Urach von 1831 – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 33–35
  3. Eberhard Fritz: Die „Pfandschaft Achalm“ im Besitz der Tiroler Linie des Hauses Habsburg. Expansionsbestrebungen in Vorderösterreich während des Dreißigjährigen Krieges. In: Reutlinger Geschichtsblätter. 49, 2010, S. 239–348.
  4. [1] Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  5. http://www.swp.de/reutlingen/lokales/reutlingen/Ein-stiller-Pionier-und-seine-Erfindung;art5674,3012085
  6. Angelika Schaser: Helene Lange und Gertrud Bäumer. Eine politische Lebensgemeinschaft. Köln: Böhlau, 2010, S. 42.

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