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Emslandstrecke

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Rheine–Norddeich Mole
Streckennummer (DB):2931 (Rheine–Emden Süd)
1570 (Emden Süd–Norden)
1572 (Emden Hbf–Außenhafen)
1574 (Norden–Norddeich Mole)
Kursbuchstrecke (DB):395
Streckenlänge:176 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:140 km/h
Zweigleisigkeit:Rheine–Dörpen
Dörpen-Lehe–Leer Süd
Leer Gbf–Emden Rbf Strw
Betriebsstellen und Strecken[1]
36,7 000,0 Norddeich Mole
36,2 000,0 Norddeich
31,8 000,0 Norden Stadt
Ostfriesische Küstenbahn von Dornum
30,4 000,0 Norden
27,8 000,0 Nadörst
25,8 000,0 Osteel
22,2 000,0 Marienhafe
17,7 000,0 Engerhafe
Strecke von Aurich
14,8 000,0 Abelitz
9,6 000,0 Loppersum
7,4 000,0 Suurhusen
5,7 000,0 Hinte-Harsweg
A 31
ehem. Kleinbahn von Greetsiel
2,2    -0,6 Emden Hbf (ehem. Emden West)
Emden Hbf Volkswagenwerk
1,7     0,0
nach Emden Außenhafen
Emder Fahrwasser (Klappbrücke)
348,6 Emden Süd
0,0 348,1 Emden Rbf Strw (ab hier zweigleisig)
nach Emden Bezirksbf.
347,8 Emden Rbf (Abzw)
Borssumer Kanal und Verbindungskanal
344,4 Petkum
339,4 Oldersum
331,5 Neermoor
328,4 Nüttermoor (Awanst)
A 31
Strecke von Oldenburg
323,1 Leer (Ostfriesland)
322,0 Leer (Ostfriesland) Gbf
Leda (Strecke eingleisig)
320,6 Leer (Ostfriesland) Süd (ab hier zweigleisig)
317,1 Westoverledingen Gemeinde (Awanst)
ehem. Kleinbahn von Westrhauderfehn
315,5 Ihrhove (ehem. PV)
Strecke nach Groningen (NL)
312,3 Steenfelde
306,1 Papenburg (Ems)
Papenburger Hafen (Klappbrücke)
300,8 Aschendorf
B 70
296,4 Dörpen-Lehe (Üst)
B401
Küstenkanal (Strecke eingleisig)
291,5 Dörpen (ehem. auch PV)
290,2 Dörpen
B 70
287,1 Kluse
ehem. Kleinbahn
279,0 Lathen Transrapid-Versuchsanlage
Hümmlinger Kreisbahn nach Werlte
270,4 Haren (Ems)
B 408
267,1 Meppen RWE (Awanst)
265,0 Hemsen (Ems)
B 402
B 70
Nordradde
Strecke von Essen (Oldb)
260,1 Meppen
ehem. Trasse nach Essen (Oldb)
Hase
248,8 Geeste
B 70
243,8 Holthausen (Ems) (Abzw)
242,3 Lingen (Ems) Stadt (Awanst)
ehem. Kleinbahn von Quakenbrück
239,8 Lingen (Ems)
236,2 Lingen (Ems) Faserwerke (Awanst)
B 213
234,2 Hanekenfähr
Ems
232,0 Elbergen
225,6 Leschede
223,7 Emsbüren (Awanst)
Strecke von Almelo (NL)
216,7 Salzbergen
Strecke von Quakenbrück
ehem. Strecke von Ochtrup
208,9 Rheine
Strecke nach Osnabrück
ehem. Strecke nach Dorsten
Strecke nach Münster

Als Emslandstrecke – seltener auch Emslandbahn oder Emslandlinie – wird die Eisenbahnstrecke von Rheine über Salzbergen, Lingen, Meppen, Haren, Lathen, Papenburg sowie Leer nach Emden und weiter nach Norden und Norddeich Mole in Ostfriesland bezeichnet, da sie fast auf der ganzen Länge dem Flusslauf der Ems folgt.

Geschichte

Die Strecke ist Teil der „Hannoverschen Westbahn“, die in den 1850er Jahren zur Erschließung der westlichen Teile des damaligen Königreichs Hannover von den Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen gebaut wurde. Als erster Abschnitt dieser Verbindung wurde bereits am 24. November 1854 der Abschnitt Emden–Papenburg eröffnet, der jedoch noch keinen Anschluss an das bestehende Eisenbahnnetz besaß. Die Bahnstrecke wurde von beiden Seiten her gebaut, 1855 eröffnete man das Teilstück Löhne–Osnabrück und ein Jahr später konnte der durchgehende Verkehr zwischen Löhne über Rheine und Emden aufgenommen werden.

In Lingen entstanden ab 1855 die zentralen Werkstätten für diese Bahnstrecke, aus denen später das Ausbesserungswerk Lingen hervorging, wo bis 1985 Dampflokomotiven und Waggons unterhalten wurden. In Rheine stieß die von der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft (KWE) gebaute Bahnstrecke von Münster auf die „Westbahn“, mit weiteren Streckenbauten entstand hier in den folgenden Jahrzehnten ein großer Eisenbahnknoten.

1868 ging die Strecke von Rheine bis Emden in den Besitz der KWE über, die sie bis zur Verstaatlichung betrieb. In den folgenden Jahren wurde die Strecke von der jeweiligen Staatsbahn betrieben, also zunächst der Preußischen Staatsbahn.

Mit der „Ostfriesischen Küstenbahn“ wurde 1883 die Verlängerung der Strecke von Emden über Norden, Esens und Wittmund nach Jever eröffnet, diese Strecke erhielt westlich des Emder Stadtgebiets eine Haltestelle an der Larrelter Straße. Später wurde diese in Emden West und der hannöversche Bahnhof in Emden Süd umbenannt. 1892 erhielt die Küstenbahn einen Abzweig von Norden nach Norddeich, schließlich wurde drei Jahre später vom Bahnhof Norddeich ein Gleis bis zum Kopf der damaligen Hafenmole verlegt. Am 1. August 1906 legte die Bahngesellschaft die als Nebenbahn entlang der Landstraße trassierte Strecke von Emden nach Norden still und eröffnete zeitgleich eine 1,1 Kilometer kürzere Neubaustrecke westlich der alten Trasse, die nun als Hauptbahn ausgeführt wurde.

Im September 1971 wurde der neue Emder Hauptbahnhof an der Stelle des bisherigen Westbahnhofs eröffnet. Von diesem Zeitpunkt an fuhren auch die von Rheine kommenden Züge den neuen Hauptbahnhof an. Im Südbahnhof wurde noch einige Jahre ein Notbahnsteig für Fälle unterhalten, in denen der Hauptbahnhof nicht erreicht werden konnte, z. B. wenn die Klappbrücke über das Emder Fahrwasser nicht passierbar war. Bald wurde er gar nicht mehr angefahren. Die Gleise wurden schließlich im Jahr 2005 komplett entfernt.

Bedient wurde die Emslandstrecke lange Zeit von den Betriebswerken Rheine und Emden, von hier wurden Einsätze von Dampf- und Diesellokomotiven auf der Emslandstrecke und anderen Strecken im Personenzugdienst und Güterzugdienst bis in die 1980er Jahre gefahren.

Dampflok-Abschied

Die Emslandstrecke war die letzte Strecke der damaligen Deutschen Bundesbahn, auf welcher planmäßig Dampflokomotiven eingesetzt wurden. Bis 1975 wurden die Schnellzüge von Loks der Baureihe 012 befördert, diese Leistungen gingen über an Dieselloks der Baureihe 220. Im Güterverkehr wurden die Baureihen 042 und 044 (später, nach Umbau auf Ölfeuerung, 043) noch bis Herbst 1977 eingesetzt. Unter Eisenbahnfreunden besonders bekannt sind dabei die Einsätze vor den „Langer Heinrich“ genannten schweren Erzzügen von Emden ins Ruhrgebiet. Im September 1977 gingen auch diese Zugleistungen an Diesellokomotiven über, die Dampfloks wurden im folgenden Monat noch gelegentlich eingesetzt, zuletzt mit Sonderzügen wie den Abschiedsfahrten am 23. Oktober 1977, bei denen zwei Loks noch einmal die gesamte Strecke von Rheine bis Emden befuhren. Drei Tage später, am 26. Oktober 1977, wurden zwei der verbliebenen Loks das letzte Mal eingesetzt und abends endgültig abgestellt.

Wenige Tage später erließ die Deutsche Bundesbahn das so genannte „Dampflokverbot“, welches besagte, dass auf dem Streckennetz der DB keine Dampfloks mehr eingesetzt werden durften. Erst 8 Jahre später wurde dieses Verbot gelockert.

Die letzte außer Dienst gestellte Dampflok der Deutschen Bundesbahn, 043 196-5, wurde 1978 vor dem Bahnhof von Salzbergen als Denkmal aufgestellt. Rund um das Denkmal werden weitere Exponate aus der Zeit des Dampfbetriebs ausgestellt.

Ausbau

Seit 2005 wird auch von den Regional-Express-Zügen durch den Einsatz von neuen Fahrzeugen die maximale Streckengeschwindigkeit von 140 km/h ausgenutzt, allerdings erlauben einige Abschnitte der Strecke nur deutlich geringere Geschwindigkeiten, daher ist eine Verkürzung der Reisezeit von derzeit ca. 2:07 h nur durch größere Umbaumaßnahmen möglich.

Im Juni 2006 wurde die Bahnstrecke Emden–Emden Außenhafen mit Oberleitung ausgestattet, seitdem kann der „Emsland-Express“ bei Fähranschlüssen nach Borkum nach einer Wende in Emden Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Emden Außenhafen durchfahren, ohne dass das Triebfahrzeug gewechselt werden muss.

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) fordert die Beseitigung von betrieblichen Engpässen auf der Emslandstrecke. Dazu zählen der vier Kilometer lange Abschnitt zwischen Aschendorf und Dörpen, sowie die eingleisige Ledabrücke südlich von Leer. Ebenso wird die Beseitigung von höhengleichen Bahnsteigzugängen in Lathen und Aschendorf gefordert, die derzeit ein gleichzeitiges Halten von zwei Zügen verhindern.

Langfristiges Ziel der LNVG ist die Verbesserung der Anschlusssituation in Leer zwischen den Nahverkehrszügen der Emslandstrecke und der Strecke nach Oldenburg. Hier bestehen aktuell Wartezeiten zwischen 45 und 52 Minuten. Da die bestehenden Anschlüsse in Bremen, Oldenburg und Münster eine höhere Priorität besitzen, ist der Anschluss nur durch Infrastrukturausbauten auf der Emslandstrecke und der Strecke Oldenburg – Leer realisierbar.[2]

Bedienungsangebot

Im Schienenpersonennahverkehr wird die Emslandstrecke oder Teilstrecken davon bedient durch:

  • RE 15 „Emsland-Express“: (Emden Außenhafen –) Emden – Leer (Ostfriesl) – Salzbergen – Rheine – Münster (Westf)
  • RE 1: Norddeich Mole – Emden – Leer (Ostfriesl) – Oldenburg – Bremen – Hannover
  • RB 61 „Wiehengebirgs-Bahn“: Bad Bentheim – Salzbergen – Rheine – Osnabrück – Herford – Bielefeld
  • RB 57: Groningen (NL) – Bad Nieuweschans – Weener – Leer (Ostfriesl)
    Wegen Zerstörung der Friesenbrücke am 3. Dezember 2015 erfolgt derzeit Schienenersatzverkehr zwischen Bad Nieuweschans und Leer (Ostfriesl).

Im Schienenpersonenfernverkehr wird sie von folgenden Intercity-Linien befahren:

  • IC 35: Norddeich Mole – Emden – Leer (Ostfriesl) – Rheine – Münster (Westf) – Recklinghausen – Gelsenkirchen – Oberhausen – Duisburg – Köln – Koblenz
  • IC 56: Norddeich Mole – Emden – Leer (Ostfriesl) – Oldenburg – Bremen – Hannover – Berlin/Leipzig
  • IC 77: Amsterdam – Bad Bentheim – Rheine – Osnabrück – Hannover – Berlin

Das Fernverkehrsangebot auf der Relation Bremen–Emden–Norddeich wurde aufgrund eines neunjährigen Vertrages zwischen dem Land Niedersachsen und der DB Fernverkehr AG ganzjährig von drei auf neun Zugpaare verdichtet. In dem Vertrag hat sich das Unternehmen verpflichtet in seinen Zügen im Abschnitt Bremen–Emden–Norddeich alle Fahrscheine des Nahverkehrs zu akzeptieren und moderne Doppelstockwagen einzusetzen, im Gegenzug leistet das Land Niedersachsen Ausgleichszahlungen.[3] Durch Verzögerungen in der Produktion und Zulassung seitens des Herstellers Bombardier Transportation, konnten die Doppelstockfahrzeuge erst seit Dezember 2015 im Fernverkehr eingesetzt werden.[4]

Fahrzeugeinsatz

Nach dem Fahrplanwechsel im Dezember 2005 bestand der Emsland-Express aus Doppelstockwagen, die mit Elektrolokomotiven der Baureihe 111 bespannt waren. Die Fahrgastzahlen waren anschließend um 15,5 % auf durchschnittlich 6400 Fahrgäste pro Tag gestiegen (Stand: Juli 2009).[5] Zuvor waren hier ältere, einstöckige Waggons (sogenannte Silberlinge) hinter verschiedenen Lokomotiven, vor allem der Baureihe 141, zum Einsatz gekommen. Bereits seit längerer Zeit werden die Zuggarnituren als Wendezüge eingesetzt, so dass die Lokomotiven dauerhaft an einem Ende des Zuges bleiben können. Die Aufgabenträger, die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), haben den Betrieb der Regionalexpress-Linie Münster–Emden im Jahr 2012 europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die Westfalenbahn, die mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 den Betrieb für 15 Jahre mit vierteiligen Elektrotriebzügen vom Typ FLIRT des Leasingunternehmens Alpha Trains aufnehmen soll. Die Züge sollen zur Hauptverkehrszeit in Doppeltraktion verkehren und bis zu 42 Fahrradstellplätze pro Triebzug bieten.[6] [7]

Die Intercitys nach Emden Außenhafen bzw. Norddeich Mole werden zumeist von Loks der Baureihen 101 oder 120 gezogen, die Strecke war zudem eines der letzten Einsatzgebiete der Baureihe 103 vor deren Rückzug aus dem Regelbetrieb im Jahr 2003.

Besonderheiten

Die Bahnstromleitung zwischen den Unterwerken Leer und Emden ist in ihrer gesamten Länge auf den Oberleitungsmasten montiert, was sonst nur bei Wechselstrom-S-Bahnen üblich ist. Östlich von Emden überquert die Emslandstrecke das Kabel der HGÜ BorWin1.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. LNVG, SPNV-Konzept 2013+, S. 121–123
  3. Pressemitteilung Verkehrsministerium Niedersachsen, Im Intercity zu Nahverkehrspreisen an die Nordsee
  4. Signalarchiv.de, Intercity-Doppelstockwagen: Erneute Lieferverzögerungen
  5. Pressemitteilung der LNVG vom 8. Juli 2009: Emslandlinie immer beliebter: 2,3 Millionen Fahrgäste in den Regional-Express-Zügen zwischen Emden und Münster unterwegs
  6. Westfalen haben freie Fahrt bis Emden , General-Anzeiger vom 26. September 2012
  7. STADLER Rail, Datenblatt FLIRT 3 Westfalenbahn

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Emslandstrecke (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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