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Elmar Brohl


Elmar Brohl (* 1935 in Duderstadt) ist ein deutscher Architekt und Historiker[1].

Leben

Elmar Brohl studierte Architektur an der Technischen Hochschule Hannover. Nach seinem Studium begann er seine berufliche Laufbahn als technischer Angestellter im Planungsamt der Stadt Hürth. Während seiner Zeit in Hürth erfolgte der Abriss der Burg Hermülheim, der ihn zur intensiven Beschäftigung mit deren Baugeschichte anregte. Hieraus ging unter anderem das 1975 vorgelegte Buch Hermülheim und der Deutsche Orden hervor. Im Jahr 1965 wechselte er zur Stadtverwaltung Neuwied und übernahm die Amtsleitung des Planungs- und Vermessungsamts. Ab 1970 war er Leiter des Neuwieder Entwicklungsamt.

Im Jahr 1973 übernahm er die Leitung des Bauamtes der Stadt Marburg[2]. Zu den prägendsten Bauwerken der Stadt zählt er den in seiner Amtszeit errichteten Neubau des Uniklinikums Marburg. Seit 1975 unterstützte er die Erforschung der Kasematten des Marburger Schlosses. Dieses geschah anfänglich rein durch archäologische Grabungen, da die Pläne des Festungsbaus nicht mehr vorhanden waren. Erst 1987/89 gelang es Brohl, die Pläne im Archiv des französischen Verteidigungsministeriums wiederzuentdecken[3]. Im Rahmen der bis 2012 dauernden Forschungsarbeiten wurden Kasematten im Bereich des Hexenturms des Marburger Schloss rekonstruiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Nach seiner Pensionierung als Baudirektor 1997 widmete sich Elmar Brohl vollständig der Erforschung der Stadt- und Baugeschichte der Stadt Marburg. Hierbei hat er wesentliche Untersuchungen zum Marburger Schloss und der städtischen Wasserversorgung vorgelegt. In den 1990er Jahren war er wesentlich an der Wiederentdeckung und Freilegung der Fundamente der Marburger Synagoge, eines architektonischen Denkmals von außerordentlichem Rang, beteiligt[4]. Zur Vermittlung seiner wissenschaftlichen Arbeit hält er zahlreiche Vorträge und Exkursionen.

Er ist in der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung e.V. aktiv. Von 1987 bis 1994 war er deren Vizepräsident und von 1997 bis 2003 deren Geschäftsführer. Seitdem ist er Beisitzer des Vorstandes. Im Zweigverein Marburg des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde war er von 1998 bis 2008 Stellvertretender Vorsitzender und Schriftführer. Weiterhin gehört er dem wissenschaftlichen Beirat des Vereins an. Im Jahr 2004 wurde er zum Wissenschaftlichen Mitglied der Historischen Kommission für Hessen berufen.

Ehrungen

Für seine ehrenamtliche Arbeit zur Stadt- und Baugeschichte von Marburg erhielt er am 2. August 2013 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland[5],[6].

Werke

Elmar Brohl war Autor oder Mitautor zahlreicher Werke. Die Liste stellt nur eine Auswahl da:

  • Festungen in Hessen. ISBN 3-7954-2534-4; Schnell & Steiner; Auflage: 1 (29. Juli 2013)
  • Ludwig Bickell (1838–1901). Ein Denkmalpfleger der ersten Stunde. ISBN 3-8062-2042-5; Theiss; Auflage: 1 (3. Mai 2006)
  • Baden in Marburg. ISBN 3-923820-74-7; Rathaus-Vlg.; Auflage: 1 (2002)
  • Marburg: Entwicklungen, Strukturen, Funktionen, Vergleiche. ISBN 3-923820-31-3; Rathaus-Vlg. (1990)
  • Behinderte und Benachteiligte in Marburg: ihre Situation und ihre Chancen in einer Universitätsstadt. In Heinrich Haberkorn (Hrsg.): Soziale Randgruppen – Anforderungen an die Stadt- und Regionalplanung und Ansätze zur Problembewältigung aus der Sicht einzelner Fachplanungen (1978)
  • Hermülheim und der Deutsche Orden. Heimat- und Kulturverein Hürth (1975)

Einzelnachweise

  1. Land Hessen (Hrsg.): Finanzminister Dr. Thomas Schäfer: „Elmar Brohl hat einen bedeutsamen Beitrag zur Erforschung der Marburger Stadtgeschichte geleistet“ vom 1. August 2013 (Zugegriffen 8. August 2013)
  2. Oberhessische Presse: „Kasematten-Elmar“ gräbt nicht mehr selbst vom 31. Juli 2013 (Zugegriffen 8. August 2013)
  3. Oberhessische Presse: Festungskarten zeigen Marburg vom 12. März 2010 (Zugegriffen 8. August 2013)
  4. Alemannia Judaica: Marburg (Kreisstadt, Hessen) Jüdische Geschichte / Synagogen (Zugegriffen 8. August 2013)
  5. Der Bundespräsident: Bekanntgabe der Verleihungen vom 1. Mai 2013 (Zugegriffen 8. August 2013)
  6. Stadt Marburg (Hrsg.): Presseinformation vom: 2. August 2013 (Zugegriffen 8. August 2013)

Weblinks


Kategorien: Bauforscher | Person (Marburg) | Heimatforscher | Geboren 1935 | Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande | Deutscher | Beamter | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Elmar Brohl (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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