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Elisabethfehnkanal


Elisabethfehnkanal

Geöffnete Eisenbahnklappbrücke über den EFK

Gewässerkennzahl DE: 384
Abkürzung EFK
Lage Deutschland: Niedersachsen
Länge 14,8 km[1]
Erbaut 1893
Klasse nicht klassifiziert, zugelassen für Fahrzeuge bis 20 m Länge, 4,5 m Breite, 90 cm Tiefgang[2]
Beginn Abzweigung aus dem Küstenkanal bei Kampe
Ende Einmündung in die Sagter Ems
Abstiegsbauwerke Reekenfeld, Brandreeken, Elisabethfehn, Osterhausen
Kilometrierung in Richtung Sagter Ems aufsteigend, km 0 bis km 15
Talfahrt Richtung Sagter Ems
Zuständige WSD Meppen

Der Elisabethfehnkanal zählt zu den sogenannten sonstigen Binnenwasserstraßen des Bundes[3] und ist der nordwestliche Teil des ehemaligen Hunte-Ems-Kanals, der als Schifffahrtskanal die Hunte von Oldenburg über die Leda mit der Ems verband. Der heutige Elisabethfehnkanal wurde 1855 bis 1893 gebaut und führt vom Küstenkanal bei Kampe über Kamperfehn, Reekenfeld, Elisabethfehn bis zur Sagter Ems bei der Bauerschaft Roggenberg. Der östliche Teil des Hunte-Ems-Kanals ist seit 1935 Bestandteil des Küstenkanals, der bei Dörpen an die zum Dortmund-Ems-Kanal ausgebaute Ems angeschlossen ist. Zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Meppen, das zur Wasser- und Schifffahrtsdirektion West gehört.

Der heutige Elisabethfehnkanal diente bei seiner Anlegung zugleich als Fehnkanal der Erschließung des bis dahin menschenleeren Moorgebietes. Während des Baus entstanden die ersten Kolonien Moslesfehn (1871) und Elisabethfehn (1880).

Der Elisabethfehnkanal hat eine Wasserspiegelbreite von 13,5 m und ist bis zu 1,5 m tief. Ursprünglich war er als Teil des Hunte-Ems-Kanals für 40-Tonnen-Schiffe mit 20 m Länge, 4,5 m Breite und 1,2 m Tiefgang gebaut worden. Aufgrund der Verschlammung sollte der Kanal nicht mit mehr als 90 cm Tiefgang befahren werden.

In seinem rund 15 Kilometer langen Verlauf gibt es vier manuell bediente Schleusen mit Nutzlängen zwischen 21,2 und 27,6 m sowie Breiten zwischen 4,65 und 5,5 m. Die Durchfahrtshöhe unter den geschlossenen sieben Klappbrücken, über die der Kanal gequert werden kann, beträgt unter zwei, teilweise unter einem Meter.

Nutzung

Vom Beginn bis zum Ende des Ersten Weltkrieges diente der teilweise rege Schiffsverkehr der Torfwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Berufsschifffahrt nahezu völlig zum Erliegen. Seit Ende der 1960er Jahre dient der Kanal praktisch ausschließlich der Sportschifffahrt. In den vergangenen Jahren nahm die touristische Nutzung ab, und es fanden nur noch etwa 1000 Schleusungen im Jahr statt.[4]

Der Elisabethfehnkanal ist Teil des ostfriesischen Kanalnetzes. Über die Leda, die Jümme und den Nordgeorgsfehnkanal kann man zum Ems-Jade-Kanal gelangen und weiter nach Aurich, Emden oder Wilhelmshaven.

In der Hauptsaison werden die Schleusen und Brücken täglich, auch an Sonn- und Feiertagen, je nach Durchgangsbeginn um acht und zwölf Uhr, bedient. Die Sportboote müssen darauf an der ersten Brücke bzw. bei der letzten Schleuse warten. Ein Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamts begleitet die Sportboote mit einem Auto, öffnet die Brücken und bedient die Schleusen. Außerhalb der Hauptsaison (15. Mai bis 15. September) ist eine Voranmeldung erforderlich.

Beabsichtigte Schließung

Der Betrieb des Elisabethfehnkanals ist in Gefahr geraten, weil die Schleuse Osterhausen baufällig wird und der Bund die Mittel für Sanierung oder Neubau gestrichen hat. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat bekanntgegeben, dass der Kanal bei Barßel stillgelegt und nicht länger als Bundeswasserstraße unterhalten werden soll. Die Bürgerinitiative Rettet den Elisabethfehnkanal e. V. setzt sich für den Erhalt des Kanals ein.[4]

Die Schleuse Osterhausen ist im November 2015 in Eigentum des Landkreises Cloppenburg übergegangen.

Einzelnachweise

  1. Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes , Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  2. Elisabethfehnkanal - Infos vom WSA Meppen
  3. Verzeichnis F der Chronik , Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  4. 4,0 4,1 Streit um Elisabethfehnkanal eskaliert. In: Wilhelmshavener Zeitung vom 16. Mai 2013, S. 25

Literatur

  • M. Eckoldt (Hrsg.): Flüsse und Kanäle, Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen, DSV-Verlag, 1998
  • Zeitschrift Binnenschifffahrt, Supplement Oktober 2010: 75 Jahre Küstenkanal
  • Oldenburgische Volkszeitung vom 26. November 2015, "Landkreis Cloppenburg erwirbt Schleuse"

Weblinks


Kategorien: Flusssystem Leda | Flusssystem Hunte | Kanal in Niedersachsen | Verkehr (Landkreis Cloppenburg) | Bundeswasserstraße | Erbaut in den 1890er Jahren

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabethfehnkanal (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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