Elektrische Stromstärke - LinkFang.de





Elektrische Stromstärke


Physikalische Größe
Name elektrische Stromstärke
Formelzeichen der Größe [math]I[/math]
Größen- und
Einheitensystem
Einheit Dimension
SI A I
CGS (E-stat.) cm3/2·g1/2·s−2 L3/2·M1/2·Z−2
CGS (E-mag.) cm1/2·g1/2·s−1 L1/2·M1/2·Z−1
Planck Planck-Strom G−1/2·c6/2·ε01/2

Die elektrische Stromstärke (veraltet auch Stromintensität)[1][2] ist eine physikalische Größe aus der Elektrizitätslehre, die den elektrischen Strom bemisst. Die Stromstärke bezieht sich immer auf eine geeignet gewählte orientierte Fläche, beispielsweise die Querschnittsfläche eines Leiters (Konvektionsstrom) oder den Querschnitt eines Kondensators (Verschiebungsstrom). Im einfachsten Fall eines konstanten Stromflusses ist die Stromstärke die durch den Querschnitt geflossene und auf die betrachtete Zeitspanne bezogene Ladungsmenge.

Die Stromstärke ist eine Basisgröße des internationalen Einheitensystems (SI) und wird darin in der Maßeinheit Ampere mit dem Einheitenzeichen A angegeben. Ihr Formelzeichen ist das [math]\textstyle I[/math], zur Kennzeichnung einer Zeitabhängigkeit verwendet man für den Augenblickswert auch den Kleinbuchstaben [math]\textstyle i[/math].[3]

Beim sinusförmigem Wechselstrom, wie er für die praktische elektrische Energieversorgung am häufigsten verwendet wird, ist der zeitliche Mittelwert der Stromstärke null – unabhängig vom Scheitelwert als maximalen Augenblickswert der Stromstärke. Der Effektivwert der Stromstärke ist bei zeitlich periodischen Strömen konstant und wird ebenfalls mit dem Formelzeichen [math]I[/math] angegeben.

Zusammenhänge, die zur Definition genutzt werden können

Für einen zeitlich konstanten Ladungsfluss gilt

[math]I=\frac {\Delta Q}{\Delta t}[/math]

mit der Ladungsmenge [math]\Delta Q[/math], die in der Zeitspanne [math]\Delta t[/math] durch eine orientierte Fläche [math]A[/math] hindurchtritt.

Bei zeitlich veränderlicher Stromstärke liefert diese Beziehung den Mittelwert der Stromstärke während der Dauer [math]\Delta t[/math]. Hier gibt man aber statt eines Mittelwertes eher den Augenblickswert an:

[math]I(t) =\lim_{\Delta t\to 0} \frac{\Delta Q(t)}{\Delta t} =\frac{\mathrm dQ}{\mathrm dt} =\dot{Q}[/math].

Die flächenbezogene Stromstärke wird als Stromdichte [math]\vec J[/math] bezeichnet, [math]\mathrm d\vec A[/math] ist das zugehörige Flächenelement. Mit ihr lässt sich die Stromstärke schreiben als :

[math]I=\int\limits_A\vec J\cdot\mathrm d\vec A[/math].

Wenn die Stromdichte gleichmäßig über die Querschnittsfläche verteilt ist, was bei Gleichstrom durch einen homogenen Leiter erfüllt ist, dann vereinfacht sich diese Beziehung zu [math]I=\vec J \cdot \vec A[/math] bzw. bei senkrecht durchflossener Fläche zu [math]I = JA[/math] oder [math]I = -JA[/math], je nach Orientierung der Fläche.

Richtung bzw. Vorzeichen

Hauptartikel: Elektrische Stromrichtung

Die Richtung des elektrischen Stroms ist definiert als die Richtung, in der sich positive elektrische Ladung bewegt.[4] Bei negativen Ladungsträgern, beispielsweise bei Elektronen, ist die „positive“ Stromrichtung entsprechend entgegengesetzt zur Bewegungsrichtung dieser Ladungsträger.

In vielen Darstellungen elektrischer Schaltungen werden Zählpfeile parallel oder antiparallel zur Bewegungsrichtung verwendet. Ihre Richtung ist im Prinzip willkürlich. Da die Stromstärke eine skalare Größe ist, legen die Pfeile bei Gleichstrom lediglich das Vorzeichen der Stromstärke fest: Bei Übereinstimmung der Stromrichtung mit der Pfeilrichtung ist die Stromstärke positiv. Auch bei Wechselstrom können Pfeile sinnvoll sein, wenn sie die Richtung des Energieflusses kennzeichnen sollen.[5]

Messung

Hauptartikel: Strommessgerät

Zur Strommessung muss der zu messende Strom durch das Messgerät fließen. Es wird daher zum Verbraucher in Reihe geschaltet.

Digitaltechnische Strommessgeräte sind in der Regel in ihrem Grundaufbau Spannungsmessgeräte, die den Spannungsabfall über einem eingebauten oder externen Messwiderstand (Shunt) messen. Analogtechnische Strommessgeräte nutzen verschiedene Wirkungen des elektrischen Stromes aus:

Größenordnung

„Natürliche“ Stromstärken auf der Erde decken eine große Bandbreite ab, von einem Pikoampere durch einen Natriumkanal bis zu über hundert Kiloampere in Blitzen. Beispiele aus dem Alltag sind der Ladestrom eines Handy-Akkus (Größenordnung 1 A) und der Strom pro Pixel (Größenordnung 1 µA). Bei einem Mikroampere fließen etwa sechs Billionen Elementarladungen pro Sekunde durch den Leiterquerschnitt.

An Potentialbarrieren für die Ladungsträger tritt bei kleinen Stromstärken Schrotrauschen auf.[6] Sehr kleine Stromstärken kann man durch Abzählen der Ladungsträger messen bzw. gezielt erzeugen. Dabei wird ausgenutzt, dass die elektrische Ladung und damit die Spannung [math]\textstyle{U = Q/C}[/math] eines Kondensators eine Quantelung zeigt, falls in eine der Zuleitungen eine Barriere eingebaut wird, durch die die Leitungselektronen einzeln tunneln (in einem Leiter ohne Tunnelbarriere ändern sich [math]Q[/math] und [math]U[/math] kontinuierlich).[7]

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Weber’s Werke. . Springer-Verlag, 29. Juli 2013, ISBN 978-3-662-24693-1, S. 610.
  2. Ludwig Bergmann, Clemens Schaefer: Lehrbuch der Experimentalphysik, Band II, Elektrizitätslehre. 4. Auflage. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1961, S. 123.
  3. DIN 5483-2 „Zeitabhängige Größen“
  4. IEC 60050, siehe DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE: Internationales Elektrotechnisches Wörterbuch Eintrag 131-11-29
  5. DIN 40110-1:1994 Wechselstromgrößen, Kap. 3.1.
  6. Leonhard Stiny: Aktive elektronische Bauelemente: Aufbau, Struktur, Wirkungsweise, Eigenschaften und praktischer Einsatz diskreter und integrierter Halbleiter-Bauteile. . Springer Fachmedien Wiesbaden, 2. September 2015, ISBN 978-3-658-09153-8, S. 260.
  7. Ernst O. Goebel, Uwe Siegner: Quantum Metrology: Foundation of Units and Measurements. Wiley-VCH 2015, ISBN 9783527680924, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.

Weblinks

 Wiktionary: Stromstärke – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrische Stromstärke (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.