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Elchingen


Thalfingen ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Bürgermeister der Stadt Augsburg siehe Johann Jakob Besserer von Thalfingen.
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Elchingen im Landkreis Neu-Ulm in Bayern. Zum gleichnamigen Stadtteil von Neresheim im Ostalbkreis in Baden-Württemberg siehe Elchingen auf dem Härtsfeld.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Neu-UlmVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 465 m ü. NHN
Fläche: 24,87 km²
Einwohner: 9261 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 372 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 89275,
89081 (Seligweiler)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 0731, 07308
Kfz-Kennzeichen: NU, ILL
Gemeindeschlüssel: 09 7 75 139
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pfarrgässle 2
89275 Elchingen
Webpräsenz: www.elchingen.de
Bürgermeister: Joachim Eisenkolb (parteilos)
}

Elchingen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm.

Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde liegt rund sieben Kilometer östlich von Ulm/Neu-Ulm an der Donau in Mittelschwaben.

Gemeindegliederung

Die drei Ortsteile sind:

Name Einwohner Fläche
Thalfingen 4.211 883 ha
Oberelchingen 3.024 731 ha
Unterelchingen 2.863 876 ha

Geschichte

1294 verkaufte Konrad von Plochingen Elchingen (das heutige Unterelchingen) an das Zisterzienserkloster Salem, in dessen Besitz (Unter-) Elchingen bis zur Säkularisation 1802 blieb. (Unter-) Elchingen gehörte also nie zum Kloster (Ober-) Elchingen. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 kamen Ober-, Unterelchingen und Thalfingen an Bayern. Schon vorher, am 29. August 1802, hatten bayerische Truppen das Gebiet um Ulm besetzt.

Die Gründung des Oberelchinger Klosters wird datiert auf den Beginn des 12. Jahrhunderts. Während eines Brandes im Jahre 1395 wurden alle authentischen Dokumente vernichtet, und so konnte nicht einmal das Weihdatum vom 15. August 1128 bewiesen werden. Nach Stifterwillen zogen die Benediktiner ein.

Bekannt wurde Elchingen durch die Schlacht bei Elchingen im Rahmen des dritten Koalitionskrieges: Am 14. Oktober 1805 besiegten Napoleons Truppen unter dem Kommando von Marschall Ney ein österreichisches Heer, was die Niederlage der österreichischen Armee einleitete. Tags darauf begann die Belagerung Ulms, wo Karl Mack von Leiberich schließlich kapitulieren musste. Marschall Ney bekam 1806 von Napoleon den neugeschaffenen Titel Duc d’Elchingen verliehen. Der Ortsname Elchingen ist aufgrund dessen auf der Innenseite des Arc de Triomphe (Triumphbogen) in Paris zu finden.

Für die Region bedeutete der napoleonische Sieg die Beendigung der Vorherrschaft Österreichs und der freien Reichsstadt Ulm und in der Folge eine Gebietsneuordnung von Württemberg und Bayern.

Eingemeindungen

Die heutige Gemeinde Elchingen entstand im Rahmen der Gebietsreform in Bayern am 1. Mai 1978 durch den Zusammenschluss von Thalfingen, Oberelchingen und Unterelchingen.[2]

Einwohnerentwicklung

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat aus Elchingen hat 20 Mitglieder, zuzüglich des Bürgermeisters.

CSU SPD UFWG DG Oberelchingen Freie Wähler Umweltliste Gesamt
2002 7 2 3 3 3 2 20 Sitze
2008 7 2 3 3 3 2 20 Sitze
2014 5 1 3 3 5 3 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Wappen

Die Gemeinde Elchingen führt kein Wappen.

Wappen der Ortsteile

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Die katholische Kirche St. Laurentius in der Ortsmitte von Thalfingen.
  • Nördlich von Thalfingen liegt der Autohof Seligweiler. Dieser weist eine Besonderheit auf: Der Große Speisesaal verläuft zur Hälfte auf bayrischer, zur Hälfte auf baden-württembergischer Seite, was durch eine Grenzlinie verdeutlicht wird, die auch durch ein paar Tische verläuft. Dies lockt jährlich viele Touristen an, die schon immer mal in Bayern sitzen wollten, während sich ihre Suppe in Baden-Württemberg befindet.
  • Das Kloster Oberelchingen mit der ehemaligen Abteikirche St. Peter und Paul.

Baudenkmäler

Sport

Im Gemeindeteil Thalfingen befindet sich eine Mehrzweckhalle, welche im Jahr 2005 fertig renoviert wurde. Im Gemeindeteil Unterelchingen befindet sich die Brühlhalle, in welcher bereits Basketball-Spiele auf Bundesliga-Niveau ausgetragen wurden. Besonders hervorzuheben sind hier die Derbys des SV Oberelchingen mit der Basketballmannschaft des SSV Ulm 1846, welche damals unter dem Motto „Spatzenjagd an der Donau“ standen. Neben den beiden oben genannten Hallen befinden sich auch jeweils Sport- und Trainingsplätze, sowie ein weiterer Trainingsplatz in Oberelchingen. Des Weiteren finden sich unweit der beiden Sporthallen auch Skateranlagen, in Unterelchingen sogar mit einer Halfpipe. Im Gemeindeteil Oberelchingen befindet sich die Schwimmhalle der örtlichen Hauptschule, die teilweise auch für öffentliches Publikum geöffnet ist. Tennis spielt man in Elchingen beim TCE. In Thalfingen liegen zwischen Bahn und Auwald fünf Sandplätze und das Tennisheim. Der TC Elchingen war der erste Verein, der nach dem Zusammenschluss der drei Teilgemeinden als Verein der Großgemeinde gegründet wurde und hat heute rund 300 Mitglieder. Der KSV Unterelchingen ist mit seiner Ringer-Abteilung in der württembergischen Oberliga sowie mit der zweiten Mannschaft in der Bezirksliga Württemberg vertreten.

Regelmäßige Veranstaltungen

Einmal im Jahr findet das Thalfinger Dorffest statt. Die evangelische Kirchengemeinde veranstaltet ein jährliches Gemeindefest in Thalfingen, die katholische Kirchengemeinde das Pfarrfest. Das traditionelle, weit über die Region bekannte „Narrabaumstella“, ein schwäbisch-alemannischer Fasnetsbrauch, findet jedes Jahr in Oberelchingen statt und zieht hunderte Hästräger in die Straßen Oberelchingens. Des Weiteren findet alljährlich am ersten Juliwochenende das über die Grenzen der Gemeinde Elchingen bekannte Seenachtsfest des Fischereiverein Elchingen statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Elchingen liegt am Autobahnkreuz Ulm/Elchingen der Bundesautobahn 8 mit der Bundesautobahn 7 mit der Ausfahrt „Oberelchingen“ (A 8).

Bahnlinie

Elchingen liegt an der Bahnstrecke UlmAalen, der sogenannten Brenzbahn.

Bahnhof Thalfingen (eröffnet 1875)
Bahnhof Unterelchingen (eröffnet 1875)
Haltestelle Oberelchingen

Es gilt der Verbundtarif des Donau-Iller-Nahverkehrsverbundes (DING).

Fernwanderwege und Fernradwege

Außerdem führen als Fernwanderwege zwei vom Schwäbischen Albverein betreute Hauptwanderwege durch Elchingen. Der Hauptwanderweg 2, auch Schwäbische-Alb-Südrand-Weg genannt, verläuft gemeinsam mit dem Hauptwanderweg 4, dem Main-Donau-Bodensee-Weg, zwischen Langenau und Ulm.

Ferner liegt Elchingen an der Route des Jakobswegs von Nürnberg über Ulm nach Konstanz, der zum Oberschwäbischen Jakobsweg führt.

Auf dem Donauradweg, einem süddeutschen Fernradweg entlang der Donau, durchfährt man ebenfalls die Teilorte von Elchingen.

Energie

Zum Ende des Jahres 2005 wurde in der Nähe des Gemeindeteils Thalfingen eine Windkraftanlage errichtet, um einen Beitrag zur Energieversorgung der Region zu leisten. Diese Windkraftanlage ist ein Prototyp, dessen Rotorblätter vier Meter länger sind als die des Serienmodells. 2008 wurde eine Biogasanlage in Betrieb genommen.

Bei Oberelchingen gibt es eine Donau-Staustufe.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Richard Ambs: Befunde und Funde vom „Heiligen Berg“ in Oberelchingen, Gemeinde Elchingen. Bodendenkmäler – ungeliebte Überbleibsel vergangener Zeiten. In: Geschichte im Landkreis Neu-Ulm, 15. Jhrg. 2009.
  • Richard Ambs: Keramik der Bronzezeit am Oberelchinger Südosthang. In: Geschichte im Landkreis Neu-Ulm, 13. Jhrg. 2007.
  • Richard Ambs u. a.: Die Kirche St. Laurentius in Thalfingen. Berichte zur Archäologie im Landkreis Neu-Ulm, Bd. 3, Neu-Ulm 2002. ISBN 3-9807689-0-2.
  • Daniel Drascek: Homo peregrinus. Der Mensch als Fremder in dieser Welt. Die Wallfahrt nach Oberelchingen in Kulturgeschichtliche Forschungen 7, München 1987.
  • Ferdinand Kramer: Wissenschaft und Streben nach „Wahrer Aufklärung“. Ein Beitrag zur Aufklärung im oberschwäbischen Benediktinerkloster Elchingen, in: ZBLG 54 (1991), S. 269–286.
  • Alfred Krauss: 1805 – Der Feldzug von Ulm. Wien 1912.
  • Henriette Obermaier: Tierknochenfunde vom „Heiligen Berg“ in Oberelchingen, Gemeinde Elchingen aus dem 11./12. und 16. Jahrhundert In: Geschichte im Landkreis Neu-Ulm, 15. Jhrg. 2009.
  • Emma Pressmar: Elchinger Kreuz, Landkreis Neu-Ulm. Siedlungsgrabung mit urnenfelderzeitlichem Töpferofen. Kallmünz/opf. 1979, ISBN 3-7847-5119-9.
  • Johann Nepomuk von Raiser, Die vorige Benidiktiner-Reichsabtey Elchingen in Schwaben, München 1817.
  • Franz Willbold: Napoleons Feldzug um Ulm. Die Schlacht von Elchingen 1805 ISBN 3-7995-8027-1.
  • Gerhard Flitsch: Oberelchingen - Heimatgeschichte(n) einer schwäbischen Gemeinde, Ulm 2014, ISBN 978-3-00-047517-7

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 790.

Weblinks

 Commons: Elchingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Elchingen | Gemeinde in Bayern

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