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Eiskeller (Berlin)


Das Landschaftsschutzgebiet Eiskeller im Berliner Ortsteil Hakenfelde (Bezirk Spandau) liegt mit einer Fläche von 51,6 Hektar am westlichsten Zipfel des Spandauer Forstes. Unter besonderem Schutz steht die Wiese in Eiskeller als flächenhaftes Naturdenkmal.

Der Name geht auf die Eiskeller zurück, in denen Eis aus dem nahegelegenen Falkenhagener See für eine Brauerei gelagert wurde.[1]

Eiskeller gilt im Winter als der kälteste Ort Berlins. In klaren, windstillen Nächten liegen die Temperaturen oft bis zu zehn Grad Celsius unter denen im Zentrum der Stadt. Im Sommer kann es dagegen heißer als in der Umgebung werden.[1]

Geschichte

Seit der Bildung Groß-Berlins im Jahr 1920 war Eiskeller zunächst fast eine Exklave Berlins im Umland, später West-Berlins in der DDR. Die Verbindung von Eiskeller, wo zu Zeiten des Mauerbaus rund 20 Einwohner auf drei Bauernhöfen lebten, mit dem übrigen Berlin war ein vier Meter breiter und 800 Meter langer Korridor.[2] Innerhalb des Gebietes gab es wiederum Enklaven verschiedener brandenburgischer Gemeinden und damit der DDR.

Südlich von Eiskeller lag – umschlossen von DDR-Gebiet – die West-Berliner Exklave Große Kuhlake. Bei einem Gebietsaustausch im Jahr 1972 wurde der Zugang nach Eiskeller verbreitert, die DDR-Enklaven in Eiskeller kamen zu West-Berlin und die Große Kuhlake sowie ein kleines Gebiet am Westrand von Eiskeller im Gegenzug zur DDR. In einem weiteren Gebietsaustausch zwischen der DDR und West-Berlin kamen 14 DDR-Gebiete im Jahr 1988 zu West-Berlin und vier West-Berliner Exklaven zur DDR. Im Rahmen dieses Austauschs wurde auch im Bereich von Eiskeller die Grenze zugunsten Berlins arrondiert, das Waldgebiet Große Kienhorst im Südosten von Eiskeller kam zu West-Berlin.[2]

Nach dem Jahr 2000 lebten drei Familien in Eiskeller.[1]

Sonstiges

Im Jahr 1961 behauptete ein Junge, dass er auf dem Weg von Eiskeller zur Schule in Berlin-Spandau von Volkspolizisten aufgehalten worden sei. Die Briten brachten das Kind nunmehr in einem Panzerspähwagen zur Schule. Erst 33 Jahre später gestand er, dass er sich die Geschichte nur ausgedacht hatte, um die Schule zu schwänzen.[3]

Weblinks

 Commons: Eiskeller (Berlin)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Wärmeinsel, Kälteloch: Ein Besuch in Eiskeller. In: Der Tagesspiegel, 4. März 2003
  2. 2,0 2,1 Christian Simon: Berlin Grotesk. Die Mauer im absurden Alltag einer Millionenstadt. Christian Simon Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-936242-14-0, S. 62–64
  3. Schulschwänzer gesteht nach 33 Jahren seinen Streich. In: Berliner Zeitung, 9. Mai 1994, abgerufen am 14. Juli 2013.

Kategorien: Ehemalige Exklave oder Enklave von oder in Berlin (West) | Landschaftsschutzgebiet in Berlin | Naturdenkmal in Berlin | Ort in Berlin

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Eiskeller (Berlin) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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