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Eiserne Front


Die Eiserne Front war ein Zusammenschluss des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB), des Allgemeinen freien Angestelltenbundes (Afa-Bund), der SPD und des Arbeiter-Turn- und Sportbundes (ATSB) im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Zu ihren politischen Gegnern gehörte auch die KPD. Der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann charakterisierte die Eiserne Front als „Terrororganisation des Sozialfaschismus“.[1]

Sie wurde am 16. Dezember 1931 auf Initiative des Reichsbanners gegründet, um dem Zusammenschluss der antidemokratischen Rechten in der Harzburger Front ein Gegengewicht gegenüberstellen zu können. Die politische Führung des Abwehrbündnisses lag beim Parteivorsitzenden der SPD Otto Wels, die technische Leitung beim Reichsbanner-Vorsitzenden Karl Höltermann. Höltermann erklärte in seinem Aufruf zur Gründung der Eisernen Front:

„Das Jahr 1932 wird unser Jahr sein, das Jahr des endlichen Sieges der Republik über ihre Gegner. Nicht einen Tag, nicht eine Stunde mehr wollen wir in der Defensive bleiben – wir greifen an! Angriff auf der ganzen Linie! Unser Aufmarsch schon muss Teil der allgemeinen Offensive sein. Heute rufen wir – morgen schlagen wir!“

Diese eindeutige Kampfansage der Eisernen Front bewirkte einen vorübergehenden Motivationsschub bei den Anhängern der Republik, der nach der kampflosen Hinnahme des Preußenschlags am 20. Juli 1932 aber in Resignation umschlug.

Symbol der Eisernen Front waren drei Pfeile, die sich gut eigneten, um ein Hakenkreuz durch Übermalung zu „zerstören“. Die drei Pfeile wurden unterschiedlich interpretiert. Sie standen für die Gegner der Eisernen Front, die drei Feinde der Demokratie: Kommunisten, Monarchisten und Nationalsozialisten, aber auch für die drei Pfeiler der Arbeiterbewegung: Partei, Gewerkschaft und Reichsbanner als Symbole für die politische, wirtschaftliche und physische Kraft der Eisernen Front. Entwickelt wurden die drei Pfeile von Carlo Mierendorff und Sergej Tschachotin.

Die Eiserne Front hörte mit der Unterdrückung der Arbeiterbewegung und der Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 auf zu bestehen.

Siehe auch

Literatur

  • Robert Hofmann: SPD – Geschichte der deutschen Sozialdemokratie (Teil 1 bis 1993) CD-ROM; München: Bayerisches Seminar für Politik e.V., 1996
  • Carlo Mierendorff, Sergej Tschachotin: Grundlagen und Formen politischer Propaganda; Magdeburg: Bundesvorstand des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, 1932
  • Tonaufzeichnung: Der Marsch der Eisernen Front wurde auf einer Schellackplatte (78 Umdr./Min.) der Marke FREIHEITSPLATTE um 1932 von Mitgliedern des Berliner Schubert Chores, begleitet von einem Blasorchester, aufgenommen. Das Etikett in Rot-Gold trug das Drei-Pfeile-Logo. Inzwischen gibt es dieses Lied und 13 weitere Aufnahmen mit Arbeitermusik aus der Weimarer Republik auch als CD-Sampler (Brüder, zur Sonne, zur Freiheit, Pläne 88 775).

Weblinks

Einzelnachweis

  1. Siegfried Lokatis: Der rote Faden. Kommunistische Parteigeschichte und Zensur unter Walter Ulbricht. Böhlau Verlag, Köln 2003, ISBN 3-412-04603-5 (= Zeithistorische Studien 25), S. 60

Kategorien: Aufgelöst 1933 | Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold | Politische Organisation (Deutschland) | Organisation (Weimarer Republik) | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | Widerstand gegen den Nationalsozialismus | Sozialdemokratische Organisation | Gegründet 1931

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Eiserne Front (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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