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Eisenkappel-Vellach


Eisenkappel-Vellach
Železna Kapla-Bela
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Völkermarkt
Kfz-Kennzeichen: VK
Hauptort: Bad Eisenkappel
Fläche: 199,43 km²
 :
Höhe: 556 m ü. A.
Einwohner: 2.399 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 9135
Vorwahl: 04238
Gemeindekennziffer: 2 08 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bad Eisenkappel 260
9135 Bad Eisenkappel
Website: www.bad-eisenkappel.info
Politik
Bürgermeister: Franz Josef Smrtnik (EL)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
8 EL, 8 SPÖ, 2 ÖVP, 1 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach
Železna Kapla-Bela im Bezirk Völkermarkt
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Eisenkappel-Vellach (slow. Železna Kapla-Bela) – meist einfach Eisenkappel genannt – ist eine Marktgemeinde im Bezirk Völkermarkt, Kärnten mit 2399 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ). Im Gemeindegebiet liegt der südlichste Punkt Österreichs. Der Hauptort Bad Eisenkappel ist das Verwaltungszentrum der Marktgemeinde und trägt als einziger Ort Österreichs das Doppelprädikat Kur- und Luftkurort.

Geographie

Geographische Lage

Das Gemeindegebiet erstreckt sich im oberen Vellachtal von den Vorbergen bis zum Hauptkamm der östlichen Karawanken, nahe der Grenze zu Slowenien. Eisenkappel-Vellach hat zwei Grenzübergänge zu Slowenien, den Seebergsattel (Jezerski vrh) und den Paulitschsattel (Pavličevo sedlo).

Gemeindegliederung

Eisenkappel-Vellach gliedert sich in elf Katastralgemeinden:

Bad Vellach (Bela), Blasnitzen (Spodnja Plaznica), Ebriach (Obirsko), Eisenkappel (Železna Kapla), Koprein Petzen (Pod Peco), Koprein Sonnseite (Koprivna), Leppen (Lepena), Lobnig (Lobnik), Rechberg (Reberca), Remschenig (Remšenik) und Trögern (Korte).

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 14 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Bad Eisenkappel (Železna Kapla) (902)
  • Blasnitzen (Spodnja Plaznica) (66)
  • Ebriach (Obirsko) (318)
  • Koprein Petzen (Pod Peco) (11)
  • Koprein Sonnseite (Koprivna) (33)
  • Leppen (Lepena) (167)
  • Lobnig (Lobnik) (128)
  • Rechberg (Rebrca) (138)
  • Remschenig (Remšenik) (60)
  • Trögern (Korte) (26)
  • Unterort (Podkraj) (40)
  • Vellach (Bela) (376)
  • Weißenbach (Bela) (5)
  • Zauchen (Suha) (139)

Nachbargemeinden

Gallizien Sittersdorf Globasnitz, Feistritz ob Bleiburg
Zell Črna na Koroškem
Tržič Jezersko Solčava

Klima

Eisenkappel-Vellach liegt im Überschneidungsbereich mehrerer Klimaregionen. Zu dem westeuropäischen Seeklima und dem osteuropäischen Landklima gesellt sich der Einfluss des mediterranen Klimas. Durch die geomorphologische Lage wird täglich die Talluft am Abend durch das Absinken der kühlen Bergluft erneuert. Es gibt ganzjährig keinen Talnebel und durchschnittlich 176 Sonnentage.

Geschichte

Eisenkappel verdankt seinen Namen einer 1050 erstmals genannten Kapelle. Der langgestreckte Straßenmarkt an der Nordseite der Seebergstraße geht vermutlich auf Herzog Bernhard von Spanheim zurück und entstand nach 1209; 1267/68 wurde er als Markt genannt. Markt und Ort profitierten zunächst vom Eisen- und Salztransport. Vom 15. bis zum 19. Jahrhundert sorgten wasserbetriebene Eisenhämmer, ab dem 18. Jahrhundert auch der Eisenbergbau für lokalen Wohlstand.

Die Gemeinde Vellach wurde im Jahr 1850 gebildet und umschloss die gesamte kleine Marktgemeinde Kappel (auch: Coppl; zuerst: Capella), deren Gemeindename 1890 in Eisenkappel geändert wurde. Vellach und Eisenkappel wurden 1939 zur Bürgermeisterei Eisenkappel-Vellach vereinigt.

Nach dem Niedergang der Eisenindustrie im Verlauf des 19. Jahrhunderts gewann zunächst vor allem die Holz- und Sägeindustrie an Bedeutung, ab der Wende zum 20. Jahrhundert auch der Sommerfrischen- und Badetourismus zunächst in Bad Vellach (seit den Nachkriegsjahren stillgelegt), heute auch im Kurbad Eisenkappel.

Von 1902 bis 1971 war der Ort durch die Vellachtalbahn an das Bahnnetz angeschlossen. Die Strecke wurde 1971 stillgelegt und anschließend abgetragen. Einige wenige Spuren sind erhalten, so z. B. das ehemalige Bahnhofsgebäude Bad Eisenkappel, das heute einen Schreinereibetrieb beherbergt.

Vier Angehörige der heutigen Gemeinde Eisenkappel, Marija Olip und ihr Bruder Miha Zupanc aus Ebriach, Jurij Pasterk aus Lobnig und Franc Weinzierl aus Rechberg, wurden am 9. April 1943 von Roland Freisler, dem Präsidenten des Volksgerichtshofs in Berlin (VGH) zum Tode verurteilt und am 29. April 1943 im Wiener Landesgefängnis hingerichtet. Ein Kriegsverbrechen war das Massaker einer Polizeieinheit am 25. April 1945 auf dem Peršmanhof, bei dem elf Familienangehörige erschossen wurden.

Bevölkerung

Laut Volkszählung 2001[2] hat die Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach 2.710 Einwohner, davon sind 95,2 % österreichische und 1,8 % bosnische Staatsbürger. 57,0 % gehören der deutschsprachigen und 37,6 % der slowenischsprachigen Volksgruppe an.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 91,1 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche und zum Islam jeweils 1,9 %. Ohne religiöses Bekenntnis sind 4,1 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Eisenkappel-Vellach

Museen

  • Partisanen-Museum und -Denkmal am Peršmanhof: der Peršmanhof war ein Partisanenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg, und beherbergt heute ein Museum zur Geschichte der Kärntner Slowenen während der Zeit des Nationalsozialismus
  • Galerie Vorspann/Galerija Vprega[3] :
  • Oldtimer- & Bauernkram-Museum: mit Motorrädern, Buschenschenke zum Florian (siehe Weblinks)

Bauwerke

Naturdenkmäler

Weitere

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Kirchleintragen: Am 1. Februar, dem Vorabend zu Maria Lichtmess, gedenken die Einwohner von Eisenkappel/Železna Kapla mit dem 'Kirchleintragen' eines verhinderten Hochwassers der Vellach/Bela, die direkt durch den Ort fließt. Der Sage nach gab es im Spätmittelalter in der Gemeinde eine Überschwemmung, sodass das Volk zur höher gelegenen Kirche Maria Dorn flüchten musste. Zimmerleute bauten diese Kirche aus Holz nach und legten sie in die Fluten des Flusses, woraufhin das Hochwasser auf wundersame Weise zurückging. Seit dieser Begebenheit ist es Brauch, dass zum 1. Februar jedes Jahres Kinder des Ortes selbst gebastelte, mit Kerzen beleuchtete Holzkirchlein zur Schlossbrücke an der Vellach/Bela tragen und sie dort den Fluss hinabtreiben lassen. Der Brauch wird auch kurz Ante pante populore genannt – in Anlehnung an den Spruch, den die Teilnehmer auf dem Weg von der Kirche zur Schlossbrücke ständig aufsagen. Der ursprüngliche Spruch lautete „Ante faciem omnium populorum“, er veränderte sich jedoch im Laufe der Zeit zu „Ante pante populore, Kocle vrate cvilelore!“.[4]
  • Am letzten Junisonntag eines jeden Jahres findet auf dem Peršmanhof (Koprein Petzen) die Gedenkfeier für die Opfer des dortigen Massakers vom 25. April 1945 statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Entlang der Seebergstraße spielte das Gewerbe insbesondere für den Hauptort eine wichtige Rolle, die Umgebung ist ansonsten immer noch stark von der Landwirtschaft, insbesondere von der Holzgewinnung und -verarbeitung geprägt. Neben den Naturschutzgebieten Vellacher Kotschna und Trögerner Klamm besitzt die Marktgemeinde mit dem Kurbad und den Obir-Tropfsteinhöhlen beliebte Anziehungspunkte für den Fremdenverkehr.

Die Heilquellen in Eisenkappel sind Kohlensäurequellen, die zu Besserungen bei Herz-Kreislauf-Beschwerden führen. Die Carinthia-Lithium-Quelle hilft gegen Durchblutungsstörungen und Bluthochdruck. Diese Quellen sind neben jenen in Bad Schönau (Niederösterreich) die einzigen Quellen dieser Zusammensetzung.

Verkehr

Die Seeberg Straße B 82 durchquert das Vellachtal und Gemeindegebiet in nord-südlicher Richtung und verbindet die Ortschaften der Gemeinde mit Sittersdorf im Norden und dem Seebergsattel und Slowenien im Süden. Von ihr zweigt in Vellach die Rosental Straße B 85 in Richtung Gallizien und in Eisenkappel eine Landstraße in Richtung Zell/Sele ab.

Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Der Gemeinderat umfasst 19 Mitglieder. Die Zusammensetzung ist nach der letzten Gemeinderatswahl am 1. März 2015 wie folgt:[5]

Franz Josef Smrtnik (EL) wurde in der Stichwahl im März 2009 erstmals gewählt und ist der erste Bürgermeister Kärntens in der Zweiten Republik, der einer Liste der slowenischsprachigen Volksgruppe angehört.[6] Am 1. März 2015 setzte er sich bereits im ersten Wahlgang gegen fünf Gegenkandidaten durch.

Wappen

Anlässlich einer Bestätigung des Stapelrechts für Meersalz sowie des Gerichtssprengels verlieh Kaiser Friedrich III. dem Markt am 28. Jänner 1493 auch als Wappen „... ain schwarzen schillt, in des mit nach der Twirch ain weissen wasserstram...“[7] Das Marktsiegel aus demselben Jahr zeigt bereits die zwei Fische im Wellenbalken, welcher die Vellach (von slowenisch bela = Weißenbach) symbolisiert. Diese sind eindeutig als Bachforellen identifizierbar und sollen den Wildbachcharakter der Vellach zum Ausdruck bringen.

Die Wappenführung wurde der Marktgemeinde am 17. Juli 1970 bestätigt und gleichzeitig eine Fahne verliehen, die die Farben Schwarz-Weiß mit eingearbeitetem Wappen zeigt. Die Blasonierung des Wappens lautet: „In einem schwarzen Schild schrägrechts ein silberner Fluss [= Wellenbalken] mit zwei natürlich gefärbten [aufwärts schwimmenden] Bachforellen.“[7]

Persönlichkeiten

  • Otto Barić (* 1933), Fußballtrainer
  • Maja Haderlap (* 1961), österreichische Schriftstellerin
  • Ferdinand Hauser (1795–1868), Bürgermeister von Klagenfurt
  • Gerald Florian Messner (* 1937), österreichischer Musikwissenschafter
  • Mari(j)a Olip geb. Zupanc (1913–1943), Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus
  • Jurij/Georg Pasterk (1903–1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Angela Piskernik (1886–1967), österreichisch-jugoslawische Botanikerin und Naturschützerin
  • Franc Weinzierl (1912–1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Erich Silla († 2002), Politiker
  • Michael Zupanc, Bruder Marijas (1909–1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus

Literatur

  • Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach (Hrsg.): 700 Jahre Markt Eisenkappel. Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten, Klagenfurt 1968.
  • Wilhelm Baum: Persmanhof 1945. Protokolle eines NS-Kriegsverbrechens. Kitab-Verlag, Klagenfurt 2013, ISBN 978-3-902878-13-7
  • Josef/Jože Till: Bad Eisenkappel und seine Kirchen entdecken/Spoznavanje Železne Kaple in njenih cerkva. Klagenfurt/Celovec u.a. 2013. ISBN 978-3-7086-0733-7

Weblinks

 Commons: Eisenkappel-Vellach  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Statistische Angaben laut Gemeindedaten, Stand Volkszählung 2001 der Statistik Austria
  3. Galerie Vorspann
  4. Kirchleintragen in Bad Eisenkappel , siehe auch K. Grafschafter: So ist’s Brauch in Kärnten. Heyn, Klagenfurt 1999, S. 22 f.
  5. Amt der Kärntner Landesregierung
  6. Kleine Zeitung: Eisenkappel-Vellach: Erstmals Bürgermeister für slowenische Einheitsliste, 15. März 2009 , abgerufen 18. März 2009.
  7. 7,0 7,1 zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 80.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenkappel-Vellach (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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