Einrichtungsfahrzeug - LinkFang.de





Einrichtungsfahrzeug


Als Einrichtungsfahrzeug werden solche Fahrzeuge bezeichnet, die normalerweise immer mit demselben Ende voraus (vorwärts) fahren und nur ausnahmsweise in die andere Richtung (rückwärts). Oft spricht man auch kurz vom Einrichter.

Schienenverkehr

Straßenbahn

Einrichtungsfahrzeuge sind häufig bei der Straßenbahn anzutreffen. Voraussetzung für den Einsatz von Einrichtungsfahrzeugen ist, dass alle Endstationen der befahrenen Linie Wendeschleifen beziehungsweise Wendedreiecke aufweisen oder eine Ringlinie befahren wird. Manche Betriebe (zum Beispiel Berlin und Frankfurt) betreiben deshalb nur einen Teil ihrer Linien mit Ein- und andere mit Zweirichtungsfahrzeugen. Auch die Wuppertaler Schwebebahn verkehrt mit Einrichtungsfahrzeugen, sie gilt rechtlich als Straßenbahn.

Um im Falle von außerplanmäßigen Betriebsstörungen, abweichenden Streckenführungen infolge von Baustellen oder bei Rangierfahrten flexibel zu bleiben, sind viele Einrichtungsfahrzeuge mit einem Hilfsführerstand am Heck des Fahrzeugs ausgestattet. Es handelt sich dennoch nicht um Zweirichtungsfahrzeuge, weil diese rückwärts in der Regel nur mit verminderter Geschwindigkeit gefahren werden können.

Zu Mischformen (sogenannte Anderthalbrichtungsfahrzeuge): → Unechte Zweirichtungswagen

Stadtbahnwagen sind meist als Zweirichtungsfahrzeuge konzipiert. In Essen wurden Anfang der 1990er Jahre vorhandene DÜWAG-Einrichtungs-Gelenkwagen mit zusätzlichen Türen auf der linken Seite ausgestattet, damit diese Fahrzeuge an den Mittelbahnsteigen des Stadtbahntunnels halten konnten.[1] Auch die im Tunnel verkehrenden Spurbusse waren so ausgerüstet.

Vorteile

  • Es ist nur ein Führerstand notwendig, dadurch kann das Fahrzeug günstiger gebaut werden, insbesondere ist die Verkabelung einfacher. Außerdem steht zusätzlicher Fahrgastraum zur Verfügung.
  • An den Endstellen muss der Fahrer den Führerstand nicht wechseln, was kürzere Aufenthaltszeiten ermöglicht und insbesondere bei Verspätungen eine sofortige Rückfahrt ermöglicht. Zudem begegnen sich die Züge nicht im Weichenbereich der Kehranlage. Beim Einsatz von Beiwagen entfällt außerdem der umständliche Rangierbetrieb an den Umsetzendstellen.
  • Es müssen nur auf einer Seite Türen vorhanden sein, auf der anderen Fahrzeugseite können daher mehr Sitz- beziehungsweise Stehplätze angeboten werden.
  • Alle Sitzplätze können in Fahrtrichtung angeordnet werden.
  • Ist ein fester Schaffnerplatz eingebaut, so befindet sich dieser immer an der gleichen Position, was den Fahrgastfluss erleichtert.

Nachteile

  • Wendeschleifen und Gleisdreiecke erfordern einen erhöhten Platzbedarf und können zudem nicht überall dort angelegt werden, wo dies betrieblich notwendig wäre.
  • Die typischerweise engen Radien von Wendeschleifen sorgen für eine relativ starke Abnutzung der Radreifen, zudem werden Anwohner dort oft durch die entsprechende Geräuschentwicklung bei der Kurvenfahrt belästigt.
  • An eingleisigen Strecken müssen beim Einsatz von Einrichtungswagen mit einseitigen Türen dennoch auf beiden Seiten Bahnsteige angelegt werden oder aber die Einrichtungswagen müssen mit zusätzlichen Türen auf der linken Fahrzeugseite ausgestattet werden (wie beispielsweise bei den ehemaligen Aachener Wagen 7103–7113).
  • Die Anlage von – kostengünstigeren – Mittelbahnsteigen ist ohne zusätzliche Einstiege auf der linken Seite oder abschnittsweises Fahren auf der "falschen" Seite nicht möglich.

Eisenbahn

Bei Eisenbahnen sind Einrichtungsfahrzeuge gegenüber Zweirichtungsfahrzeugen heute die Ausnahme. Dagegen waren die früheren Dampflokomotiven Einrichtungsfahrzeuge, sie wurden normalerweise nur mit dem Dampfkessel voraus gefahren. Gleiches galt für Dampftriebwagen. Weitere Ausnahmen waren beispielsweise der McKeen-Triebwagen, die Micheline-Triebwagen, der Schienenzeppelin, zahlreiche frühe Schienenbus-Typen, Schienenautos, Draisinen, der Schienen-Straßen-Omnibus, die Borgward-Leichttriebwagen der Sylter Inselbahn oder die frühen Talgo-Versuchsträger, Talgo I und Talgo II. Diese Fahrzeuge mussten über Gleisdreiecke gewendet werden oder sie wurden auf Drehscheiben in die gewünschte Richtung gedreht. Weitere Beispiele sind die Karlsruher Stadtbahnwagen GT6-80C oder manche Schneepflüge. Ebenso verkehren die sogenannten Kanzelwagen meist nur in eine Richtung, damit sich die Aussichtskanzel am Zugschluss befindet. Gleichfalls können Steuerwagen nur in einer Richtung als solche genutzt werden.

Straßenverkehr

Fast alle Straßenfahrzeuge sind Einrichtungsfahrzeuge. Sie sind daher in Einrichtungsbauweise ausgelegt. Der Rückwärtsgang wird hier nur zum Rangieren, etwa beim Einparken, verwendet. Daher ist diese Bezeichnung bei Straßenfahrzeugen unüblich. Ausnahmen sind beispielsweise die Spezialfahrzeuge, die im Wartungstunnel des Eurotunnels verkehren, da sie im Tunnel nicht wenden können.

Einzelnachweise

  1. Wagenparkliste Essen auf www.tram-info.de

Kategorien: Landfahrzeug | Straßenbahn

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Einrichtungsfahrzeug (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.