Eimelrod - LinkFang.de





Eimelrod


Eimelrod
Höhe: 488 (485–510) m ü. NHN
Fläche: 8,81 km²[1]
Einwohner: 426 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Eingemeindet nach: Upland
Postleitzahl: 34508
Vorwahl: 05632

Eimelrod ist ein Ortsteil von Willingen im Upland im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg (Deutschland).

Geographische Lage

Eimelrod liegt im Nordwestteil Nordhessens in den Nordostausläufern des Rothaargebirges in der Bergregion Upland unweit der Nahtstelle zum Sauerland. Es befindet sich im Naturpark Diemelsee etwa 6 km ostnordöstlich des Willinger Kernorts bzw. etwa 12 km westnordwestlich der Kernstadt des nordhessischen Korbach (jeweils Luftlinie). Direkt östlich von Eimelrod fließt etwa in Südwest-Nordost-Richtung die Mülmecke, die etwas weiter nordostwärts in die Diemel mündet. Der höchste Berg beim Dorf, das 485 bis 510 m ü. NN hoch liegt, ist mit 726 m ü. NN die etwas südwestlich gelegene Sähre.

Erholungsort

Der staatlich anerkannte Erholungsort ist im Vorupland ganz auf Fremdenverkehr eingestellt: bei rund 550 Einwohnern gibt es 180 Gästebetten in Gaststätten, Ferienwohnungen und Pensionen. In Eimelrod gibt es einen Naturlehrpfad, eine Kneipp- und Kuranlage, einen Abenteuerspielplatz, einen Ententeich und eine Grillhütte. Das Dorf besitzt ein gut ausgebautes Wanderwegenetz mit Anschluss für ausgedehnte Wanderungen auf dem Uplandsteig. Im Winter gibt es eine 13 km lange Langlaufloipe. Im 1992 fertiggestellten Dorfgemeinschaftshaus finden kulturelle und sportliche Veranstaltungen sowie Festlichkeiten statt.

Geschichte

Allgemein

Der Ort war, zusammen mit den benachbarten Deisfeld und Hemmighausen, eine Exklave der Herrschaft Itter im Bereich der Grafschaft bzw. des Fürstentums Waldeck. Nach dem Aussterben der Herren von Itter kam der Ort mit der gesamten Herrschaft Itter in den Besitz der Landgrafschaft Hessen, im Dreißigjährigen Krieg an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und 1866 als Teil des Kreises Vöhl an Preußen. Als Waldeck 1929 unter preußische Verwaltung kam, endete die Eigenschaft als Exklave. Eimelrod wurde zusammen mit Deisfeld und Hemmighausen in den Kreis des Eisenbergs eingegliedert; dieser wurde 1942 mit zwei anderen ehemals waldeckischen Kreisen zum Landkreis Waldeck vereinigt.

Am 31. Dezember 1971 wurde Eimelrod mit vier weiteren Orten zur neuen Gemeinde Upland zusammengeschlossen. Diese fusionierte am 1. Januar 1974 mit Willingen zur Gemeinde Willingen (Upland).[3]

Romanische Kirche

Schon im 12. Jahrhundert befand sich an ihrer Stelle eine romanische Vorgängerkirche – die heutige wird erstmals 1310 erwähnt. Das Kirchenschiff wurde 1827 von Grund auf neu erbaut. Der mittelalterliche Turm musste 1909 wegen Baufälligkeit abgerissen werden; der neue Turm wurde 1928 in der heutigen Form errichtet. Ein Tympanonrelief aus der Vorgängerkirche befindet sich im neuen Turm. Von dem von Josias Wolrat Brützel im Jahre 1697 geschaffenen Kanzelaltar befindet sich heute nur noch der Kanzelkorb in der Kirche; die beiden Seitenflügel befinden sich im Heimatmuseum Korbach.

Jüdische Gemeinde

In Eimelrod bestand eine kleine jüdische Gemeinde vom 18. Jahrhundert bis 1938. Im Jahre 1830 lebten 34 jüdische Einwohner im Dorf, 1871 waren es nur noch 10 (von insgesamt 307 Einwohnern), und 1895 und 1905 jeweils 15 (von 401 bzw. von 417). 1924 waren es 20 (von insgesamt 486 Einwohnern), und 1933 lebten noch 14 jüdische Personen in Eimelrod (von insgesamt 484 Einwohnern). Danach zog ein Teil von ihnen fort oder wanderte aus. 1939 lebten nur noch zwei jüdische Einwohner im Dorf, die 1941 über das „Sammellager“ in Wrexen deportiert wurden.[4]

An Gemeindeeinrichtungen bestanden eine Synagoge, eine Religionsschule, ein rituelles Bad und ein Friedhof von 11,38 Ar Fläche. Die kleine Synagoge wurde wohl um 1780 erstellt. Sie hatte 24 Plätze für Männer, 16 für Frauen. Sie hatte kein elektrisches Licht, und die Beleuchtung erfolgte durch Stalllaternen. Auch nachdem die Zahl der jüdischen Einwohner nach 1933 schnell abnahm, fanden noch bis 1938 gelegentlich Gottesdienste in der Synagoge statt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Gebäude völlig zerstört; die Brandruine wurde 1939 abgerissen.

Stollen Heinrich

Der Dortmunder Heinrich Lenz erhielt 1914 die Schürfrechte für Mangan und Eisenerz im "Bergfeld Heinrich" im Mühlenberg bei Eimelrod. Es wurde ein 140 Meter langer Stollen, der sogenannte "Stollen Heinrich" mit vier Seitenarmen geschaffen, der jedoch schon 1915 aufgrund der geringen Erzausbeute wieder verschlossen wurde. Im Jahr 1991 wurde der Stollen wieder geöffnet und dessen Eingang für den Waldlehrpfad Eimelrod zugänglich gemacht.

Vereinsleben

  • Männergesangverein Eimelrod, gegründet 1899
  • Posaunenchor Eimelrod
  • SV Grün Weiß Eimelrod 1931 e.V., Gründungsjahr 1931; in den 1950er Jahren Sportbetrieb eingestellt, 1967 Wiedergründung. Heute vier Sportarten: Fußball, Sportschießen, Gymnastik, Skilanglauf. Mitgliedsstärkster Verein von Eimelrod.
  • Freiwillige Feuerwehr Eimelrod e.V.
  • Kur- und Verkehrsverein Eimelrod
  • Landfrauenverein

Verkehr

Durch das Dorf führt die Landesstraße 3082, welche die Bundesstraße 251 beim südöstlichen Neerdar mit der Kreisstraße 66 beim nördlichen Hemmighausen verbindet. Südöstlich verläuft die Uplandbahn mit dem stillgelegten Bahnhof Eimelrod an der L 3082.

Persönlichkeiten

Literatur

Einzelnachweise

  1. Gemarkungsflächen im Internetauftritt der Gemeinde Willingen (Upland) , abgerufen im Februar 2016
  2. Einwohnerzahlen der Ortsteile Internetauftritt der Gemeinde Willingen (Upland) , abgerufen im Februar 2016
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 409.
  4. Eimelrod (Jüdische Gemeinde Willingen (Upland), Kreis Waldeck-Frankenberg) auf Alemannia Judaica

Weblinks


Kategorien: Staatlich anerkannter Erholungsort in Hessen | Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg | Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) | Willingen (Upland)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Eimelrod (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.