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Eicklingen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: CelleVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Samtgemeinde: Flotwedel
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 22,79 km²
Einwohner: 3182 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29358
Vorwahlen: 05144, 05149
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 007
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Alten Bahnhof 3
29342 Wienhausen
Bürgermeister: Wilfried Schrader (SPD)
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Eicklingen (niederdeutsch Eikeln) ist eine aus mehreren, teilweise schon sehr alten (um 1196 gegründeten), Dörfern bestehende Gemeinde im Landkreis Celle in Niedersachsen. Sie liegt südöstlich der Kreisstadt und gehört zur Samtgemeinde Flotwedel. Der Name der Gemeinde ist von dem hier häufiger anzutreffenden Laubbaum Eiche geprägt.

Geografie

Etwa 500 m südwestlich vom Ortskern von Eicklingen fließt die Fuhse vorbei, die Eicklingen von der Nachbargemeinde Wathlingen trennt. Sie kommt aus den Vorharzbergen im Salzgittergebiet und mündet etwa 20 km stromab in die Aller.

Gemeindegliederung

Zu Eicklingen gehören die Ortsteile Klein Eicklingen (Lüttjen Eikeln), Groß Eicklingen (Groten Eikeln), Sandlingen (Santeln), Schepelse (Scheipelse), Neu-Schepelse und Paulmannshavekost. Groß Eicklingen ist der alte Dorfkern des Hauptortes, ist jedoch inzwischen deutlich kleiner als Klein Eicklingen. Die beiden Dorfteile trennt der „Horstgraben“, von den Eicklingern oft „Hoste“ genannt. Der Horstgraben mündet ebenso wie das Flüsschen Harlake in die Fuhse. Der Ortsmittelpunkt ist der 2005 wieder eröffnete Amtshof mit dem neu gestalteten Vorplatz und dem gegenüber liegenden Dorfbrunnen. Der Ortsteil Groß Eicklingen ist immer noch landwirtschaftlich geprägt, Klein Eicklingen ist durch Wohnbebauung und ein Gewerbegebiet an der B 214 geprägt.

Nachbargemeinden

In der näheren Umgebung liegen Wathlingen, Wienhausen, Bröckel und Nienhagen. Der nächste Flecken ist Uetze (10 km). Die nächsten größeren Städte sind Celle (15 km), Burgdorf (20 km), Peine (30 km), Gifhorn (30 km), Braunschweig (45 km) und Hannover (45 km).

Geschichte

Eicklingen ist hervorgegangen aus den ehemaligen Gemeinden Groß Eicklingen, Klein Eicklingen und Sandlingen mit den Wohnplätzen Paulmannshavekost und Schepelse. Der 1968 erfolgte Zusammenschluss brachte eine Reihe von Änderungen für die Gemeinden mit sich. Verstärkt wurde der Straßenbau in der neuen Gemeinde vorangetrieben, die Straßen erhielten eine Bezeichnung, und sämtliche Wohngrundstücke bekamen eine neue Hausnummer. Der Schulzweckverband wurde aufgelöst, Rechtsnachfolger wurde die neue politische Gemeinde.

Groß Eicklingen

Wie man aus alten Dokumenten ersieht, hieß Groß Eicklingen etwa im Jahr 1350 Ekelege (Eek-lage = Eichenfläche). Später, etwa 1438, nannte man es Ekelinghen. Damals zählte der Ort 319 Einwohner. Das alte Amtshaus mit Glockenturm ist noch vorhanden. Außerdem besteht noch das Gerichtsgefängnis aus der preußischen Zeit.

Groß Eicklingen hat ausschließlich landwirtschaftlichen Charakter. Im Ort gab es 1963 fünf Gewerbebetriebe: eine Bäckerei, eine Schlosserei, eine Schmiede, eine Stellmacherei und ein Maurermeister. Etwa 110 der insgesamt 525 Einwohner arbeiteten damals in Celle.

Klein Eicklingen

Klein Eicklingen [Lüttjen-Eickeln, mittelalterlich: Lütteken Ekelege um 1350; Lütteken Ekenlinghen 1438; Eek-lage = Eichenfläche] bestand lange Zeit hindurch aus zwei räumlich voneinander getrennten Ortsteilen, dem älteren eigentlichen Dorf und dem etwa 200 m südlich davon gelegenen Seelhop, die inzwischen allerdings fast ganz zusammengewachsen sind. Das Dorf besaß insgesamt 37 Bauernstellen (6 Vollhöfner, 2 Höfner, 23 Kötner und 6 Brinksitzer), es war damit immerhin ein verhältnismäßig großes Bauerndorf. Beide Ortsteile hatten auch je einen bevorrechtigten Hof, das alte Dorf das adlige Gut von der Wense, der Seelhop einen Sattelhof, von dem es seinen besonderen Namen erhielt.

Die neuere Weiterentwicklung Klein Eicklingens wurde wesentlich durch die große Heerstraße von Celle nach Braunschweig (B 214) bestimmt, die rechtwinklig zur alten nach Wienhausen führenden Dorfstraße verläuft.

Sandlingen

Der Ortsteil Sandlingen umfasste als Gemeinde die Ortsteile Sandlingen, Schepelse und Paulmannshavekost. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand etwa 1 km westlich von Schepelse auf den Sohnemannschen Grundstücken der Ortsteil „Neuschepelse“, wo bald 7 Eigenheime errichtet wurden. Die Bezeichnung „Bauerschaft“ – plattdeutsch Buerskopp – für alle Ortsteile hat sich in den Nachbardörfern erhalten.[2]

Die Kapelle St. Lucä

Sie ist ein Mythos: die Kapelle St. Lucä in Eicklingen. Nur wenige Menschen waren sich ihrer Existenz sicher gewesen. Nähere Hinweise fehlen. Es ist nicht einmal gesichert, dass sie überhaupt bestanden hat. Die Heimatforscher, die sich mit dieser Kapelle befasst haben, haben auch fest an ihre Existenz geglaubt, einen genauen Standort indes nie ausmachen können. Zwei mögliche Standorte konnten im Zuge der Recherchen lokalisiert werden, nämlich zum einen auf einer Fläche, die früher zum Gut derer von der Wense gehört hatte, und zum anderen nahe der Wathlinger Feldmark, zwischen Bundesstraße 214 und Fuhse.

Forschungsobjekt war die Kapelle St. Lucä in den siebziger Jahren für Erich Ebeling und Adolf Schumacher, danach für Wilhelm Köneke und Helmut Schmidt-Harries und bereits um 1900 für den Pastor zu Wienhausen, Wilhelm Bettinghaus. Letzterer hatte sich im III. Teil seiner „Heimathskunde“ (1901) nicht näher festlegen wollen bezüglich der Lage der Kapelle. Er schrieb: „Wann dieselbe erbaut ist und wo sie gestanden hat, ob in Gr.- oder in Kl.-Eicklingen, habe ich nicht ermitteln können. Sie wurde im Jahre 1531 zugleich mit den Heiligen-Capellen des hiesigen Klosters abgerissen. Die hiesigen Capellane haben wahrscheinlich zu gewissen Zeiten den Gottesdienst in derselben versehen.“

Erich Ebeling übernahm die Jahreszahl 1531 als Datum des Kapellenabrisses und ergänzte: „Warum bleibt dahingestellt. Damals gehörte das Gut Herrn v. Mahrenholtz. Wilhelm Jochen v. Mahrenholtz starb etwa um 1650 ohne Nachkommen. Durch Lehnsbrief vom 27. März 1655 des Herzogs Christian Ludwig ging das Gut an die Familie Franz Otto v. d. Wense über.“[3]

Politik

Gemeinderatswahl 2011
Wahlbeteiligung: 57,7 % (2006: 54,6 %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,6 %
29,1 %
23,1 %
1,1 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
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  -6
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-10
-12
-14
-16
+6,5 %p
+2,8 %p
+4,8 %p
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Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Eicklingen setzt sich aus 15 Abgeordneten zusammen.

CDU LUB SPD FW Gesamt
2001 7 3 3 2 15 Sitze
2006 6 4 3 2 15 Sitze
2011 7 4 4 15 Sitze [4]

Bürgermeister

Der ehrenamtliche Bürgermeister Wilfried Schrader wurde am 20. April 2015 gewählt.

Wappen

Die Wappenfarben sind Silber, Gold und Grün. Das Wappen zeigt einen grünen Eichenbaum mit drei goldenen Eicheln. Die drei goldenen Eicheln symbolisieren die drei zuletzt selbstständigen Gemeinden Groß Eicklingen, Klein Eicklingen und Sandlingen. Davor befindlich ist ein silbernes, gesenktes Schwert mit einer über den goldenen Griff gehängten goldenen Waage. Das Schwert mit der Waage ist ein Symbol für den alten Gerichtsstandort Groß Eicklingen.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Eicklingen verfügt über zwei Einkaufsmärkte, eine Bankfiliale, eine Apotheke, eine Tankstelle, mehrere Autowerkstätten, zwei Landmaschinenbetriebe, ein Schreibwarengeschäft, mehrere Versicherungsbüros, einer Poststelle, ein Nachhilfestudio, ein Teppichhaus, zwei Frisöre, einen Zahnarzt, einen Allgemeinmediziner, einen Steuerberater, mehrere Gaststätten, mehrere Bestattungsunternehmen und ein Blumengeschäft. Auch das Handwerk in Eicklingen ist sehr gut vertreten: Dachdeckerei, Baugeschäfte, Fliesenlegerfachgeschäft, Sattlerei, Malerbetrieb, Druckstudio, Tischlereien, Heizung-Sanitär-Betrieb und Airbrush.

In dem historischen Amtshof Eicklingen ist das „Niedersächsische Informations- und Kompetenzzentrum für den ländlichen Raum“ eingezogen. Die Einrichtung wurde am 10. September 2005 durch den Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) eröffnet. Somit hat das Gebäude nach fast drei Jahrzehnten Leerstand wieder eine adäquate Nutzung. Die Sanierung wurde vom Architekten Karsten Stumpf konzipiert und geleitet.

Eicklingen hat eine Kinderkrippe, einen Kindergarten, eine Grundschule und eine Oberschule. Außerdem gibt es mehrere Freiwillige Feuerwehren, aber keine eigene Polizei.

Durch Eicklingen führen die B 214 von Celle nach Braunschweig und die Landesstraße 311 von Nienhagen nach Lachendorf.

Die Telefonanschlüsse in Eicklingen gehören zu zwei verschiedenen Telefonvorwahlbereichen: die Vorwahl 05144 von der Nachbargemeinde Wathlingen und die Vorwahl 05149 von der Nachbargemeinde Wienhausen.

Persönlichkeiten

  • Frieder Gadesmann, evangelischer Theologe und Erziehungswissenschaftler (von 1965 bis 1968 im Ortsteil Klein Eicklingen)

Literatur

  • Paul Alpers, Friedrich Barenscheer: Celler Flurnamenbuch: die Flurnamen der Stadt und des Landkreises Celle. Hrsg. v. Institut für Landesplanung und für Niedersächsische Landeskunde, Göttingen-Hannover, durch Kurt Brüning, Celle 1952 (Nachdruck 1974), S. 37.
  • Matthias Blazek: Von der Brandbekämpfung mit Feuergeräten bis zur organisierten Feuerwehr – Chronik 70 Jahre Ortsfeuerwehr Groß Eicklingen 1934–2004. Adelheidsdorf 2003.
  • Matthias Blazek: Im Schatten des Klosters Wienhausen – Dörfliche Entstehung und Entwicklung im Flotwedel, ausgeführt und erläutert am Beispiel der Ortschaften Bockelskamp und Flackenhorst. ibidem, Stuttgart 2010 ISBN 978-3-8382-0157-3.
  • Wilhelm Köneke, Helmut Schmidt-Harries: Eicklingen – Beiträge zur Geschichte und den gegenwärtigen Verhältnissen der ehemals selbständigen Gemeinden Groß Eicklingen, Klein Eicklingen, Sandlingen, Schepelse, Paulmannshavekost. Eicklingen 1991.
  • Markus Meumann: Findelkinder, Waisenhäuser, Kindsmord – Unversorgte Kinder in der frühneuzeitlichen Gesellschaft. München 1995, S. 189, ISBN 3-486-56099-9.
  • Hans-Cord Sarnighausen: Amtsjuristen von 1697 bis 1859 in Eicklingen, in: Heimatkalender, Jahrbuch für die Lüneburger Heide 2015, Pohl Verlag Celle 2014, S. 138-151.
  • Dietrich Schmidtsdorff u. a.: Der Amtshof – lebt! Geschichte und Geschichten, Sanierung 2004/2005. Eigenverlag des Heimatvereins „Altes Amt Eicklingen“, Heft 1/2005, Groß Eicklingen 2005.

Weblinks

 Commons: Eicklingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014  (Hilfe dazu).
  2. Heimat-Adreßbuch Celle Stadt und Landkreis 1963, Teil X, S. 57, 85, 115, 1971, Teil IX, S. 32.
  3. Ausführlich: Blazek, Matthias: Suche nach der Kapelle St. Lucä in Eicklingen / Zwei mögliche Standorte kommen in Frage – Gebäude wurde laut Heimatforscher Wilhelm Bettinghaus im Jahre 1531 abgerissen, Sachsenspiegel 7, Cellesche Zeitung vom 17. Februar 2007.
  4. Vorläufiges Ergebnis der Kreis- und Gemeindewahlen als PDF-Dokument 2,90 MB
  5. Zu Eicklingen wurden Gerichtstage abgehalten (Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete, Bd. 6, 1929, S. 197), Eicklingen war Sitz eines Amtsgerichts. 1849 hörte das adelige Gericht Wathlingen auf zu bestehen. Durch die Reformen von 1859 wurden die Ämter Winsen und Eicklingen aufgelöst.

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