Ehrenberg (Altenburg) - LinkFang.de





Ehrenberg (Altenburg)


Ehrenberg
Stadt Altenburg
Höhe: 211 (165–260) m
Fläche: 14,1 km²
Einwohner: 1219 (31. Dez. 2004)
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1993
Postleitzahl: 04600
Vorwahl: 03447

Lage von Ehrenberg in der Stadt Altenburg

Ehrenberg ist der flächengrößte und einwohnerreichste Ortsteil der Stadt Altenburg im thüringischen Landkreis Altenburger Land. Das Ortsbild wird von der Schlossanlage geprägt.

Geographie

Der frühere Gemeinde Ehrenberg mit ihren neun Ortslagen erstreckt sich etwa 5 km südöstlich der Kreisstadt über beide Seiten des Pleißentales.

Gliederung

Der Altenburger Ortsteil Ehrenberg besteht aus den Ortslagen Ehrenberg, Greipzig, Lehnitzsch, Modelwitz und Stünzhain sowie Mockzig mit Zschaiga, die am 1. Juni 1965 eingegliedert wurden und Paditz mit Zschechwitz, die am 7. September 1973 eingemeindet wurden.

Geschichte

Ehrenberg wurde um 1200 als befestigter Ort zur Niederhaltung der slawischen Bevölkerung des Pleißenlandes gegründet. Der älteste überlieferte Name Herinberch aus dem Jahre 1181 könnte ein Patronymium (Burg des Her) sein. Im Jahr 1244 nannte sich nach der Burg ein Adelsgeschlecht Ehrenberg. Dieses Geschlecht übergab später die Besitzungen dem Thüringer Landgrafen und trat den Deutschen Orden bei. Die Burg wurde mehrfach verpfändet und auch umgebaut. Ein Schloss ließ zuletzt die Familie Schmertzing errichten, welches von 1878 bis 1880 umgebaut wurde. Am Ende des 19. Jahrhunderts, ging 1878 im Zuge einer Teilung der Domänengüter des Herzogshauses Sachsen-Altenburg in den Besitz des Altenburger Wollfabrikanten Bernhard Schmidt über.[1] Nach 1945 diente das Gebäude einem landwirtschaftlichen Betrieb und wird jetzt schrittweise restauriert.[2]

Die wichtigsten Betriebe im Ort waren die LPG Mockzig sowie ein Betriebsteil des VEB Feinkost Leipzig, der heute noch als private Essig- und Senffabrik fortbesteht.

Ehrenberg wurde am 1. Juli 1993 nach Altenburg eingemeindet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Musik

In Ehrenberg existierte von 1960 bis ins Jahr 2000 ein Blasorchester, das seine Anfänge an der dortigen Polytechnischen Oberschule hatte und inzwischen als Ostthüringer Jugendblasmusikzentrum im Nachbarort Nobitz ansässig ist.

Bauwerke

Das Schloss Ehrenberg welches erstmals 1244 als Burganlage mit Rittersitz erwähnt wurde ist heute eine landschaftsprägende Schlossanlage des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der Vorgängerbau wurde nach zahlreichen Besitzwechseln und mehrfachen Umbauten von 1805 bis 1816 als Baumwollmanufaktur genutzt, später als Getreidespeicher des Kammergutes. Bauliche Reste des verfallenen Gebäudekomplexes wurden nach 1860 teilweise abgebrochen. Nach 1875 erwarb der Altenburger Kommerzienrat B. Schmidt das Anwesen und beauftragte die Dresdner Architekten Schilling und Gräbner 1878 mit der Errichtung eines im Stil der Neorenaissance gestalteten Landsitzes. Somit blieben ältere Bauteile, wie der Rundturm aus dem 16. Jahrhundert, einige Wirtschaftsgebäude, die Parkanlage und Reste der mittelalterlichen Wehranlage erhalten. Nach dem Tod Schmidts gelangte der Besitz an die Altenburger Kammerherren von Bloedau.[3]

Der Ortskern der Ortslage Stünzhain ist als Denkmalensemble ausgewiesen. Sanierte Fachwerkhäuser sind dort anzutreffen, wie beispielsweise der Pfarrhof. Die 1584 abgebrannte und wiedererrichtete Kirche mit Bauelementen des Vorgängerbaues weist im Inneren eine barocke Gestaltung auf, ungefähr um 1720 entstanden, wie die Patronatsloge oder die Orgel von 1726.

Der Ortsteil Paditz ist vor allem durch das Flächennaturdenkmal Paditzer Schanzen bekannt, dort umschließt freiliegender Buntsandstein einen kleinen Talkessel. Zudem existiert im Ort eine Steinbogenbrücke von 1531, die einen Teil der Handelsstraße nach Böhmen darstellte.

Sport

Der Sportverein „Blau Gelb“ Ehrenberg spielt zurzeit in der 1. Radball-Bundesliga.

Bildung

Die nach der Eingemeindung Ehrenbergs in die Stadt Altenburg geschlossene Schule wurde 1999 vom „Känguru Lern- und Spielräume e.V.“ übernommen und ist seitdem eine Grundschule in freier Trägerschaft.

Persönlichkeiten

  • Melchior Bauer (* 19. Oktober 1733 in Lehnitzsch; † ?), Luftfahrtpionier
  • Richard Teichmann (* 23. Dezember 1868 in Lehnitzsch; † 12. Juni 1925 in Berlin), Schachmeister

Sonstiges

In gemeinsamer Initiative der Jugend der umliegenden Orte entstand in den letzten Jahren auf den Wiesen vor dem Dorf ein Jugendklub, dessen rege Aktivitäten Besucher von weit über die Kreisgrenzen hinaus anziehen.

Weblinks

 Commons: Ehrenberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen Wartberg Verlag 2000 ISBN 3-86134-631-1 S. 17
  2. Klaus Hofmann, Gustav Wolf, Sabine Hofmann Das alte Schloss sehn wir noch heut ... Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land Teil II Museum Burg Posterstein 2010
  3. Ehrenberg. In: Paul Lehfeld (Hrsg.): Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens. Herzogthum Sachsen-Altenburg, Verwaltungsbezirk Altenburg (Ostkreis), Amtsgerichtsbezirk Altenburg. Heft XXI. Gustav Fischer Verlag, Jena 1895, S. 151–153.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ehrenberg (Altenburg) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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