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Ehenfeld


Ehenfeld
Stadt Hirschau
Höhe: 453 m
Einwohner: 634 (1998)
Eingemeindung: 1. Januar 1971
Postleitzahl: 92242
Vorwahl: 09622

Lage der Ortschaft und der Gemarkung Ehenfeld im Norden des Gemeindegebiets der Stadt Hirschau

Ehenfeld ist seit dem 1. Januar 1971 ein Ortsteil der Stadt Hirschau im Landkreis Amberg-Sulzbach in der Oberpfalz in Bayern.[1] Ehenfeld erreicht man von Hirschau aus nach vier Kilometern über die Kreisstraße AS 18.

Geographie

Geographische Lage

Die Gemarkung Ehenfeld und somit auch der Ort Ehenfeld liegen im nördlichen Stadtgebiet von Hirschau an der Grenze des Landkreises Amberg-Sulzbach zum Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Nördlich von Ehenfeld liegen Massenricht, Träglhof und Rödlas, im Osten Kindlas und Kohlberg, im Süden Hirschau und im Westen Großschönbrunn.

Geologie

Zwischen Massenricht und Ehenfeld verläuft die sogenannte Freihunger Störung. Entlang dieser Störung wurden Gesteinsschichten um bis zu 1500 Meter herausgehoben, wodurch die zirka 88 Millionen Jahre alten Gesteine der Oberkreide bei Ehenfeld direkt neben die etwa 280 Millionen Jahre alten Ablagerungen des Rotliegend gelangten, auf denen Massenricht, Rödlas und Träglhof liegen.[2]

Topographie

Das Dorf liegt an der südöstlichen Flanke des Rödlasberges. Der Ortskern von Ehenfeld befindet sich auf 464 m ü. NN . Die Spitze des Rödlasberges, etwa einen Kilometer nordwestlich des Ortskerns, hat eine Höhe von 579 m ü. NN . Der Rödlasberg ist der westliche Abschluss des Höhenzuges zwischen dem Ehenbachtal und dem Röthenbachtal beziehungsweise Haidenaabtal.

Klima

Ehenfeld liegt in der kühlgemäßigten Klimazone (effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger: Cfb). Das ganze Jahr über gibt es deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Jahresdurchschnittstemperatur in Ehenfeld liegt bei 7.8 °C. Jährlich fallen durchschnittlich etwa 662 mm Niederschlag.[3]

Geschichte

Bereits 1130 wurde Ehenfeld als Ehenvelt zum ersten Mal urkundlich erwähnt und am 3. März 1293 ein zweites Mal als Eheveld. Der Name hat seine Wurzeln im Wort Ährenfeld. Aus der heutigen Aussprache des Namens durch die Einheimischen in der nordbairischen Mundart ist diese ursprüngliche Bedeutung des Namens noch deutlich herauszuhören. Am 3. Januar 1325 überließ Ludwig der Bayer Ehenfeld Heinrich von Lengenfeld für den an der Schlacht bei Mühldorf erlittenen Schaden.

Im Hoch- und Spätmittelalter lag Ehenfeld im Kreuzungsgebiet zweier wichtiger Handelsstraßen, der Goldenen Straße zwischen Nürnberg und Prag und der Verbindung Frankfurt am Main-Amberg-Regensburg. Amberg war in dieser Zeit das Zentrum der Eisenproduktion in Europa und Endstation der Salzschiffe aus dem Süden. Die heutige AS 19, die frühere Hohe Straße, aber auch ein weiter nördlich, im Buch, verlaufender Weg, kommen als Fragmente der Goldenen Straße in Betracht. Auf dem heutigen Kirchberg in Ehenfeld stand damals eine Befestigungsanlage. Das Leichenhaus war ursprünglich ein Wehrturm. Ob diese Wehranlage zum Schutz oder zur Wegelagerei diente ist unbekannt. Im ältesten Teil der Kirche, der jetzigen Sakristei, befinden sich Fresken aus dem 12. bis 15. Jahrhundert.

An die Pest in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges erinnert das 1998 renovierte Pestmarterl am Dorfeingang. An der heutigen AS 19 befindet sich das Schwedenkreuz. Dort soll sich ein Gehöft befunden haben, das im Dreißigjährigen Krieg Plünderungen zum Opfer fiel. Ähnliches Schicksal soll Gehöfte in Irles, Bimbach, Buch und Axelshof ereilt haben. Die Einwohner dieser Gehöfte siedelten sich in der näheren Umgebung der Kirchfestung in Ehenfeld an. Im Irles wurden auch Hufeisen von Gustav Adolfs Pferden gefunden. Nach der Überlieferung befand sich auch im Buch, einem Waldgebiet im Nordwesten von Ehenfeld, eine Burg- oder Schlossanlage.

Schon zu Beginn der Neuzeit verlagerte sich die Route der Goldenen Straße ab Hirschau weg von Ehenfeld weiter nach Süden. Als die Bedeutung der Oberpfalz für die Eisenherstellung verschwand, war dies auch das Ende der zweiten Nord-Süd-Handelsstraße. Ehenfeld lag damit abseits. Die Entwicklung der Bevölkerungszahl stagnierte, während sie sich in den Orten am neuen Verlauf der Verbindung Prag-Nürnberg, der heutigen B 14, kontinuierlich fortentwickelte. Steuerbeschreibungen aus dem Jahr 1650 und 1700 weisen Ehenfeld als Bauern- und Handwerkerdorf aus, was es bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts geblieben ist. Aus schriftlichen Belegen geht hervor, dass im Jahre 1804 in Ehenfeld 40 Bauern, 13 Austrägler und sieben Tagelöhner wohnten. Dazu kamen als Handwerker ein Schuhmacher, zwei Zimmerleute, drei Weber und ein Schmied. Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm die Zahl der gewerblichen Betriebe kontinuierlich zu. So waren im Jahr 1843 zwei Metzger (als Zu- oder Nebenerwerbslandwirte), vier Schneider, drei Schuhmacher, drei Leinweber, ein Schmied und zwei Wirte ansässig. Im März 1939 verfügte Ehenfeld über zwölf Handwerksbetriebe mit 22 Beschäftigten und einen Einzelhandelsbetrieb mit zwei Beschäftigten.

1969 wurden noch 56 landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaftet, 33 davon als Nebenerwerbsbetriebe. Die Gesamtzahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten betrug 106, davon waren 33 in den Nebenerwerbsbetrieben tätig. Vier Handwerksbetriebe beschäftigten elf Mitarbeiter und zwei Einzelhandelsgeschäfte je zwei. Auch zwei kleine Industriebetriebe waren ansässig, die Tongruben Monika der Firma Buchtal GmbH und Barbara der Ton- und Schamotte-Werke Ponholz. In diesen Gruben verdienten 18 Personen ihren Lebensunterhalt. Damals pendelten bereits 107 Arbeitnehmern aus, Einpendler gab es drei. 1995 verfügte Ehenfeld noch über 12 Handwerksbetriebe und 25 landwirtschaftliche Betriebe.

Vergleicht man die Ortsansicht Ehenfelds (aus der Vogelansicht) des Jahres 1970 mit der des Jahres 1852, so stellt man fest, dass sich der alte Ortskern in diesen 120 Jahren kaum verändert hat. Die Ortsdurchfahrt in Richtung Großschönbrunn hatte bis zu Beginn der Dorferneuerung 1998 das alte für Ehenfeld typische Straßenpflaster. In den 70er Jahren wurde im Osten des Ortskerns an der Kindlaser Straße ein Baugebiet mit 46 Bauplätzen erschlossen. 1995 wurde dieses Baugebiet erweitert und 32 Bauplätze wurden südlich davon Am Zeilerweg ausgewiesen.

Ehenfeld erhielt bereits 1906 die erste Wasserleitung. Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung eines privaten Spenders wurde die Quelle bei den Erlenstauden gefasst und eine Wasserleitung zur Versorgung des Dorfes gebaut. Die Nachbarstadt Hirschau erhielt eine Wasserleitung erst in den Jahren 1950 bis 1953. Eine Kanalisation erhielt das Dorf in den Jahren 1954 bis 1956. Vorher flossen die Abwässer auf den nicht befestigten Straßen und ab 1935 in gepflasterten Gräben neben der Straße. Ehenfeld wurde 1922 an das Elektrizitätsnetz angeschlossen.

Mit der bayerischen Gebietsreform verlor Ehenfeld am 1. Januar 1971 seine Eigenständigkeit und wurde in die Stadt Hirschau eingemeindet[4]. Als Gemeinschaft mit ihren ca. 20 Vereinen und Gruppierungen besteht das Dorf gleichwohl weiter.

Religionen

Die Glaubenswirren des 16. und 17. Jahrhunderts wirkten sich auch auf Ehenfeld aus. Es ist anzunehmen, dass Ehenfeld mehrmals den Glauben wechselte. Im Jahr 1628 wurde Ehenfeld endgültig katholisch. Die heutige Pfarrgemeinde St. Michael besteht aus allen Teilen der früheren Gemeinden Ehenfeld und Massenricht. Sie umfasst die Ortschaften Ehenfeld, Massenricht, Kindlas, Rödlas, Obersteinbach, Untersteinbach, Träglhof, Ebenhof, Hölzlmühle und Hummelmühle mit zusammen etwa 1100 Gläubigen. Ehenfeld ist als Pfarrgemeinde noch selbständig, bildet aber mit der Pfarrgemeinde Hirschau seit 2003 eine Seelsorgeeinheit.

Einwohnerentwicklung

1894 zählte Ehenfeld 488 Einwohner, 1933 waren es nur noch 415, bis 1939 hatte Ehenfeld wieder einen leichten Zuwachs zu verzeichnen. In diesem Jahr hatte es 425 Einwohner. Mit der Aufnahme der Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl sprunghaft und erreichte 1946 ihren Höchststand mit 551 Einwohnern, wobei 25 Prozent der Gesamtbevölkerung Heimatvertriebene waren. Die Einwohnerzahl betrug 1995 598, 1998 634.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Hirschau#Ehenfeld

Pfarrkirche Ehenfeld

Hauptartikel: Pfarrkirche Ehenfeld

Im ältesten Teil der Kirche, der jetzigen Sakristei, befinden sich Fresken aus dem 12. bis 15. Jahrhundert.

Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur

Bildung

Kindergarten

Im Jahr 1950 eröffnete die Pfarrgemeinde Ehenfeld einen Kindergarten, dessen Leitung in die Hände der Schwestern vom Heiligen Kreuz gelegt wurde. Bereits im Jahr 1960 wurde aufgrund der steigenden Kinderzahlen der Anbau eines Gruppenraums nötig, dem ein Garderoben-, Waschraum- und Toiletten-Anbau folgte. Die Einweihung der neuen Räumlichkeiten nahm Weihbischof Josef Hiltl vor. Von 1989 bis 1991 wurde dann das Kindergartengebäude komplett saniert und umgebaut. Die Einweihung erfolgte durch Weihbischof Vinzenz Guggenberger. Im Jahr 2002 wurde eine erneute Erweiterung notwendig. Einen personellen Einschnitt hat der Kindergarten 2001 erfahren, als die Schwestern vom Heiligen Kreuz aus Ehenfeld abgezogen wurden. Seitdem erfolgt die Betreuung der Kinder durch weltliches Personal. Seit 2009 gibt es im Kindergarten auch Mittagessen. Der Kindergarten wurde vom Deutschen Chorverband bereits mehrfach mit der Auszeichnung Felix geehrt.[5]

Schule

In Ehenfeld gibt es eine Grundschule mit zwei jahrgangskombinierten Klassen und insgesamt 35 Schülerinnen und Schülern (Stand: Schuljahr 2015/16).[6][7]

Schüler aus Hirschau, die weiterführende Schulen besuchen, müssen nach Amberg, Sulzbach-Rosenberg oder Nabburg pendeln.[6]

Verkehr

Ehenfeld liegt an der Kreisstraße AS 18 zwischen Hirschau und Massenricht.

An den öffentlichen Nahverkehr ist Ehenfeld mit zwei Buslinien angebunden. Dabei handelt es sich um die Linie 59 der RBO über Lintach nach Amberg (VGN-Linie 459)[8] und um den Ortslinienverkehr Hirschau, der einige der im nördlichen Gemeindegebiet Hirschaus liegenden Ortsteile miteinander verbindet (RBO-Linie 6334, VGN-Linie 468)[9].

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Ehenfeld  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ortsteile - Stadt Hirschau, Landkreis Amberg-Sulzbach (AS) - Bayerischer Behördenwegweiser. In: behoerdenwegweiser.bayern.de. Bayerisches Staatsministerium des Innern, abgerufen am 27. November 2012 (HTML, deutsch).
  2. Infotafel GeoTour am Rödlas, online verfügbar auf geotouren.as
  3. AmbiWeb GmbH: KLIMA: EHENFELD. In: CLIMATE-DATA.ORG. AmbiWeb GmbH, abgerufen am 26. Februar 2015 (HTML, deutsch).
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 419
  5. Wohlfühlen für die Kleinen. Kindergarten Ehenfeld feiert am Sonntag, 13. Juni, 60. Geburtstag - Auszeichnung. In: oberpfalznetz.de. Medienhaus Der neue Tag "Der neue Tag - Oberpfälzischer Kurier" Druck- und Verlagshaus GmbH, 9. Juni 2010, abgerufen am 20. Mai 2016 (HTML, deutsch).
  6. 6,0 6,1 SPM Verlag e.K. in Zusammenarbeit mit der Stadt Hirschau (Hrsg.): Hirschau. Informationen. 1. Auflage. SPM Verlag e.K., Schwabach 2015, S. 43.
  7. Karpfen bringen Glück. CSU Massenricht übergibt Erlös an Kindergarten Ehenfeld. In: oberpfalznetz.de. Medienhaus Der neue Tag "Der neue Tag - Oberpfälzischer Kurier" Druck- und Verlagshaus GmbH, 28. Januar 2016, abgerufen am 20. Mai 2016 (HTML, deutsch).
  8. Amberg - Lintach - Kemnath a. Buchberg - Massenricht. Verkehrsgemeinschaft Amberg−Sulzbach (Linie 459 − VGN). In: znas.de. Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach, 14. November 2011, abgerufen am 19. November 2012 (pdf; 22 kB, deutsch).
  9. Ortslinienverkehr Hirschau. Verkehrsgemeinschaft Amberg−Sulzbach (Linie 468 − VGN). In: znas.de. Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach, 25. Juli 2012, abgerufen am 19. November 2012 (pdf; 14 kB, deutsch).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ehenfeld (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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