Egoutteur - LinkFang.de





Egoutteur


Ein Egoutteur (auch Wasserzeichenwalze oder Siebwalze) ist in der Papierproduktion eine leichte, mit Kupfer- oder Bronzesieb bespannte Walze, die auf der noch nicht verfestigten Papierbahn (in der Papiermaschine) abrollt und mit aufgebrachten figürlichen Erhöhungen oder Vertiefungen - durch Stoffverdrängung oder Stoffansammlung - das so genannte echte Wasserzeichen entstehen lässt. Die Konturen des Wasserzeichens markieren sich im Papier negativ hell ab. Ist der Egoutteur glatt, so entsteht das ungerippte Velinpapier.

Hintergrund

Ursprünglich wurde der Egoutteur (engl. dandy roll) lediglich als Glättinstrument für die raue Papieroberseiten auf Langsiebmaschinen eingesetzt (Erfinder vermutlich T.J. Marshall, London 1827). Die Funktion als strukturgebendes oder zeichnendes Element wurde erst in späteren Jahren hinzugenommen.[1] Der Einsatzort des Egoutteurs ist die Siebpartie kurz vor den Saugern bzw. kurz nach den ersten Saugern. Entscheidend für den Erfolg dieser Technik ist, dass die Papierbahn dick genug, auf dem Sieb schon leicht verfestigt und an der Oberseite noch flüssig ist. Wird der Egoutteur zu früh aufgesetzt, verläuft das Wasserzeichen wieder. Sitzt er zu weit an der Gautsche, verdrängt er die Faser nicht mehr richtig. Das Wasserzeichen wird dann flach und unscharf. Der Egoutteur wird nicht angetrieben und läuft lediglich durch die Siebreibung mit Bahngeschwindigkeit. Egoutteurwasserzeichen sind immer (echte) Verdrängungswasserzeichen.[2] Üblich sind auch Bespannungen mit Kunststoff oder Edelstahldraht bzw. -gewebe. Führender Egoutteurhersteller ist seit Jahren die Firma Kufferath in Deutschland.

Durch die neuerliche Anwendung von Duo- und Kombiformern (Langsieb/Saugegoutteur oder Langsieb/Rundsieb) kommen beständig neue Technologien zum Einsatz, die den klassischen Langsiebegoutteur verdrängen.

Eine Sonderform des Egoutteurs ist der Egoutteur auf dem Rundsieb. Es ist die einzige Anwendungsform, die eine beidseitige Zeichenvertiefung im Papier ergibt (Siebseite mit Anlagerungswasserzeichen, Oberseite mit Verdrängungswasserzeichen). Derartige Egoutteureinsatzweisen sind nur aus der Wert- und Geldpapierherstellung bekannt.

Variation

Durch eine mit einer Gummibahn bespannten Stahlwalze in der Naßpartie einer Papiermaschine erzeugt man das Molettewasserzeichen. Es erreicht nicht die Konturenschärfe wie durch den Egoutteur, entsteht aber auf ähnliche Weise.

Literatur

  • Wisso Weiß: Zur Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Dandy Roll. In: IPH-Yearbook, Band 1, 1980, S. 25-36.
  • Wilhelm Kufferath: Theorie und Praxis der Wasserzeichenherstellung mit dem Egoutteur. In: Wochenblatt für Papierfabrikation, Jahrgang 98, 1970, Nr. 7, S. 329-333; Nr. 8, S. 355-358; Nr. 9, S. 393-401; Nr. 10, S. 431-440; Nr. 13, S. 614-616.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. Wisso Weiß: Wasserzeichen im Maschinenpapier. In: Jahrbuch der Deutschen Bücherei, Bd. 2, 1966, S. 93-111.>
  2. Vgl. Frieder Schmidt: Maschinenpapierwasserzeichen in den Sammlungen des Deutschen Buch- und Schriftmuseums. In: Dialog mit Bibliotheken. H. 1, 2011, S. 62-66 bzw. Online-Fassung .

Kategorien: Druckmaschinentechnik

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Egoutteur (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.