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Effeff (Redewendung)


Die Redewendung „Etwas aus dem Effeff zu können oder zu kennen“ bedeutet, eine Sache vorzüglich zu beherrschen bzw. entsprechendes Wissen sehr schnell, wie im Schlaf, abrufen zu können oder sich ergebende Zusammenhänge zügig zu verstehen.[1]

Erklärungsansätze

Die Herkunft der Wendung ist ungeklärt.[2] Die geläufigsten Erklärungen für diese Redewendung sind:

  1. ff steht für „folgende Seiten“: Wer etwas „aus dem Effeff“ (ff.) kann, beherrscht nach dieser Erklärung nicht nur einen Einzelaspekt, sondern auch alle folgenden „Seiten“ des Themas.
  2. Kaufleute bezeichnen seit dem 17. Jahrhundert feine Waren mit f (fino), ff steht dabei für sehr fein (finissimo). Analoges bedeutet FF bei Lebensmitteln. Wenn man also etwas aus dem Effeff beherrscht, kann man es sehr fein.[3]
  3. Im Mittelalter wurden die Digesten/Pandekten (eine Sammlung von Textauszügen aus Juristenschriften) von römischen Juristen mit dem Zeichen ff abgekürzt. Hierbei handelt es sich möglicherweise um ein verballhorntes π (griech.: pi) von pandectae.[4] Eine andere Auffassung ist der Ansicht, es handele sich um ein durchquertes D von Digesta. Die Digesten, die allein aus 50 Büchern bestehen, stellten eine sehr umfangreiche Sammlung der erwähnten Texte dar. Auch ihre Ordnungskriterien waren komplex. Aus ihnen zu lernen war schwierig. Für den Anfänger hatte Justinian deswegen neben den Digesten auch noch die sog. Institutionen erlassen. Sie bestanden aus nur vier Büchern geringen Umfangs und wiesen ein zwar sehr deutbares, jedoch bei erstem Zugriff einfacheres Ordnungssystem auf. Daher der Name. Denn kannte jemand Etwas aus dem ff., so kannte er es aus den Digesten und nicht nur aus den Institutionen. Er war also Profi, nicht Anfänger.[5][6]
  4. Der Begriff „aus dem Effeff“ kommt aus dem Lateinischen, und zwar „ex forma, ex functione“. Jemand beherrscht etwas aus dem Effeff, wenn er es nicht nur der Form nach beschreiben, sondern auch die Funktionsweise erklären kann.

Des Weiteren steht ff in der Musik für sehr laut (fortissimo), also unüberhörbar, nachdrücklich. Stark für diese Deutung spricht die Redensart „Man wirds dir aus dem Effeff (ff) geigen“ (etwas Besonderes machen).

ff. – Bezeichnung höchster Qualität für Waren

Die durch Buchstabenverdopplung dargestellte Steigerung des Attributs fein (ital. fino/finissimo) wird für Waren, insbesondere Lebensmittel, verwendet. Diese Auszeichnung durch den Anbieter der Waren in Werbung, Angebot und Verkauf ist interpretierbar als das "Feinste vom Feinen". Als Qualitätsattribut ist es seit 1700 nachweisbar und um 1900 im Lebensmittelhandel (vergleiche: Feinkost) - etwa in Zeitungsinseraten - üblich, zuletzt war es 1968 noch in Angeboten von Metzgereien (z.B. in einer Jubiläumszeitschrift der Freiwilligen Feuerwehr Dortmund-Berghofen aus demselben Jahr) geläufig und um 1965 auch noch im Zusammenhang mit Bier zu lesen.[7]

Literatur

  • Alfred Söllner: Einführung in die römische Rechtsgeschichte. 4. Auflage. Beck, München 1989, ISBN 3-406-34269-8, S. 140.
  • Hermann Schmid: Lingua Latina 'ex efef' (e forma, e functione). Intensivkurs Latinum. Klett, Stuttgart 1993.

Einzelnachweise

  1. Anna Belin: Idiomatische falsche Freunde im deutsch-schwedischen Wortschatz. 2008, abgerufen am 24. August 2015.
  2. Karl Friedrich Wilhelm Wander: Wortbedeutung und Etymologie: Effeff. Abgerufen am 24. August 2015.
  3. Effeff. Abgerufen am 24. August 2015.
  4. Wissen macht Ah! – Wann beherrscht man etwas aus dem Effeff? In: www.wdr.de. Abgerufen am 24. August 2015.
  5. Hermann Fitting: Ueber die Entstehung des Zeichens ff für die Digesten. In: Zeitschrift für Rechtsgeschichte. Band 12 (1876), S. 300
  6. Adolf Stölzel: Nochmals die Abkürzung ff für die Abkürzung D. Zeitschrift für Rechtsgeschichte, Band 13 (1878), S. 399 .
  7. Lexikon zum Berlinischen: f auf mediensprache.net, erstellt am 30. März 2007 von si, aktualisiert am 29. November 2014, abgerufen am 31. Januar 2015.

Weblinks

 Wiktionary: Effeff – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Kategorien: Redewendung

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Effeff (Redewendung) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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