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Echte Sackträger


Echte Sackträger

Systematik
Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Echte Sackträger
Wissenschaftlicher Name
Psychidae
Boisduval, 1828

Die Echten Sackträger (Psychidae) sind eine Familie der Schmetterlinge.

Verbreitung

Weltweit sind bislang über 1350 Arten bekannt, allein in Australien kommen 350 Arten vor. Im deutschsprachigen Raum wurden etwa 90 Arten nachgewiesen.

Merkmale

Psychiden sind kleine bis mittelgroße Falter, deren Mundteile stark rückgebildet sind. Im Gegensatz zu den Männchen sind die Weibchen oft ungeflügelt. Die Männchen sind meist unscheinbar, düster und relativ dünn beschuppt, eine Flügelzeichnung fehlt oder ist nur schwach ausgebildet. Ihre Antennen sind gut entwickelt und doppelt gekämmt.

Die Raupen besitzen beißende Mundwerkzeuge und gut entwickelte Brustbeine, ihre Bauchbeine sind aber oft rückgebildet.

Biologie

Die Raupen verbringen die meiste Zeit ihrer Entwicklung in einem Sack, der aus Pflanzenresten oder Sandteilchen zusammengesponnen ist. Diese Säcke gleichen denen der Köcherfliegen-Larven. Oft sind Aufbau des Köchers und Materialien spezifisch für eine Art.

Sie fressen aus diesem Sack heraus an ihren Futterpflanzen. Häutungen und Verpuppung erfolgen im Sack. Dieser wird mit zunehmender Größe der Larve ständig erweitert. Vor der Verpuppung wird der Sack am vorderen Ende an einer Unterlage versponnen, dann wendet sich die Raupe im Sack. Zum Schlüpfen kann sich der Falter dann aus der hinteren Öffnung schieben.

Die Überwinterung erfolgt im Larvenstadium, wobei einige Arten mehrjährige Entwicklungen aufweisen.

Nach dem Schlüpfen bleiben oft die flügellosen Weibchen auf dem Sack sitzen und werden von den anfliegenden Männchen begattet. Bei der Partnerfindung spielen Sexualpheromone eine wichtige Rolle.

Die Lebensdauer der Falter ist kurz, die Männchen leben nur wenige Stunden, die Weibchen nur wenige Tage. Schon aus diesem Grund muss das Schlüpfen der Geschlechter synchronisiert sein, um eine Begattung zu sichern. Bei manchen Arten liegt der Schlupfzeitpunkt in den früheren Morgenstunden (um 5.00).

Viele Arten sind polyphag, eine ganze Reihe von Arten haben sich aber auf eine Futterpflanzen-Art spezialisiert.

Die Weibchen mancher Arten bleiben madenförmig, sind beinlos und ihr Hinterleib verbleibt im Sack. Von einigen Arten ist Parthenogenese bekannt.

Taxonomie

Die nachfolgende Liste enthält die im deutschen Sprachraum nachgewiesenen Arten.[1]

Familie Psychidae

Unterfamilie Naryciinae

Unterfamilie Taleporiinae

Unterfamilie Typhoniinae

Unterfamilie Psychinae

Unterfamilie Epichnopteryginae

Unterfamilie Oiketicinae

Quellen

Einzelnachweise

  1. Psychidae (Echte Sackträger) in Mitteleuropa. Lepiforum e. V.: Bestimmungshilfe des Lepiforums für die in Deutschland, Österreich und der Schweiz nachgewiesenen Schmetterlingsarten., abgerufen am 14.01.2008.

Literatur

  • Günter Ebert, Thomas Esche, Rene Herrmann, Axel Hofmann, Hans Georg Lussi, Ingo Nikusch, Wolfgang Speidel, Axel Steiner, Jürgen Thiele: Die Schmetterlinge Baden Württembergs Band 3, Nachtfalter I (Wurzelbohrer (Hepialidae), Holzbohrer (Cossidae), Widderchen (Zygaenidae), Schneckenspinner (Limacodidae), Sackträger (Psychidae), Fensterfleckchen (Thyrididae)), Ulmer Verlag Stuttgart 1993. ISBN 3-8001-3472-1
  • SAUTER & HÄTTENSCHWILER (2004): Zum System der palaearktischen Psychidae. 3. Teil: Bestimmungsschlüssel für die Säcke. — Nota lepidopterologica 27 (1): 59–69 (PDF-Datei; 204 kB)
  • Thomas Sobczyk (2011): Psychidae. World Catalogue of Insects 10. Apollo Books Stenstrup, 467 Seiten. ISBN 978-87-88757-98-9

Weblinks


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