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Ebstorf


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: UelzenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Samtgemeinde: Bevensen-Ebstorf
Höhe: 70 m ü. NHN
Fläche: 27,26 km²
Einwohner: 5301 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 194 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29574
Vorwahl: 05822
Kfz-Kennzeichen: UE
Gemeindeschlüssel: 03 3 60 006
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Lindenstr. 12
29549 Bad Bevensen
Webpräsenz: www.ebstorf.de
Bürgermeister: Uwe Beecken (FBE)
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Ebstorf ist eine Gemeinde inmitten der Lüneburger Heide im Landkreis Uelzen, Niedersachsen. Die Gemeinde Ebstorf gehört zur Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Klosterflecken Ebstorf besteht aus dem Ort Ebstorf und dem bis zur Gemeindereform 1972 selbstständigen Ort Altenebstorf sowie Tatendorf. Bis zum 31. Oktober 2011 war sie Mitgliedsgemeinde und Sitz der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf, die zum 1. November 2011 in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf aufging.

Geschichte

Bei Ebstorf besiegte im Jahre 880 ein Heer von Wikingern ein sächsisches Heer unter dem sächsischen Grafen Brun. Das Heer der Sachsen erlitt eine furchtbare Niederlage. Der Herzog fiel im Kampf; mit ihm Bischof Theoderich von Minden, Bischof Markward von Hildesheim, die elf Grafen Wigmann, Bardo, Bardo und Bardo, Thiotrich und Thiotrich, Gerrich, Liutolf, Folkward, Awan, Liuthar, sowie die 14 namentlich bekannten Ministerialen Bodo, Aderam, Alfuin, Addasta, Aida, Aida, Dudo, Wal, Halilf, Humildium, Adalwin, Werinhard, Thiotrich und Hilward.[2]

Seit dem 24. Juni 2010 führt der Ort offiziell den Namen Klosterflecken Ebstorf.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurde Altenebstorf in den Flecken Ebstorf eingegliedert.[3]

Herkunft des Ortsnamens

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1084 Ebbekestorp, 1131 Ebbikesdorp, 1136 Ebbekesthorp, 1152 Ebbekesdorf, 1156 Ebbecstorp, 1195 Dingelstide, 1196 Ebekestorp, 1212 Ebbikestorp, 1225 Ebbekestorp und 1270 Ebekestorp. Beide Namen enthalten niederdeutsch „t(h)orp“ für „Dorf, Siedlung“ und einen Personennamen „Eb(b)ek-“, eine Verkleinerung, Verkosung (Element „-ek-“) von einer Basis „Ab-“ (entstanden aus Verkleinerungen von Adal-, Athal-, Adel-).[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kloster Ebstorf

Hauptartikel: Kloster Ebstorf

Vor 1150 gründeten Prämonstratenser ein Kanoniker-Doppelstift für Männer und Frauen, aber nach einem Brand verließen die Männer Ebstorf, um am Bau des Ratzeburger Doms mitzuwirken. Spätestens ab 1197 war Ebstorf ein benediktinisches Frauenkloster. 1565 hatte sich im Kloster Ebstorf endgültig die protestantische Reformation durchgesetzt. Noch heute wird das Kloster bewohnt und bewahrt von evangelischen Konventualinnen im Rahmen einer selbständigen Körperschaft des öffentlichen Rechts innerhalb des 1818 gegründeten Verbundes der Klosterkammer Hannover. Die heutigen Klostergebäude stammen überwiegend aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Die Konventualinnen bieten Führungen durch das Kloster an, bei denen sie auch zahlreiche Ausstattungsstücke zeigen wie z. B. Skulpturen, Glasmalereien, Textilien, Gemälde, Möbel und Altargerät vorwiegend aus dem Mittelalter; berühmteste Sehenswürdigkeit ist eine Nachbildung der 1943 verbrannten Ebstorfer Weltkarte.

Ebstorfer Weltkarte

Die Ebstorfer Weltkarte war eine Rundkarte von 3,57 m Durchmesser auf 30 Pergamentblättern mit Jerusalem als Mittelpunkt. Es soll sich dabei um die Nachahmung einer römischen Weltkarte aus dem vierten Jahrhundert handeln. Es ist die größte Radkarte und Darstellung des Weltbildes aus dem Mittelalter. Sie ist nach ihrem Fundort, dem Benediktinerinnenkloster Ebstorf, benannt. Dort wurde sie 1830 in einer Abstellkammer gefunden; zwei Stellen der Karte waren durch Mäusefraß zerstört, darunter auch das Gebiet des heutigen Brandenburgs. Zudem wurde ein ca. 50 × 60 cm großes Kartenstück in der oberen rechten Hälfte im Gebiet des heutigen Indien kurz nach der Wiederentdeckung aus ungeklärten Gründen herausgeschnitten.

Baudenkmäler

Politik

Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Ebstorf setzt sich aus 17 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

CDU SPD Grüne U.W.E Freie Bürgerliste Ebstorf Gesamt
2011 5 (30,0 %) 4 (24,3 %) 1 (7,1 %) 3 (18,0 %) 4 (20,6 %) 17 Sitze [5]

Letzte Kommunalwahl am 11. September 2011

Bürgermeister/Verwaltung

Bürgermeister ist Uwe Beecken (FBE). Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Gebäude des alten Rathauses in der Hauptstraße 30. Hier unterhält die neue Samtgemeindeverwaltung auch ein Bürgerbüro.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildung

Ebstorf ist ein Standort der Georgsanstalt.

Verkehr

Ebstorf hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Uelzen–Langwedel, der durch die Linie RB37 der Erixx bedient wird.

Über die Landesstraßen L 250 bzw. L 233 ist Ebstorf an die Mittelzentren Uelzen und Lüneburg angebunden. Diese Strecke Melbeck–Uelzen dient vielen Autofahrern als Ausweichroute zur stark befahrenen Bundesstraße 4.

Religionen

In Ebstorf befindet sich die evangelisch-lutherische Mauritius-Kirchengemeinde, ihre Gottesdienste finden in der St. Mauritius-Kirche des Klosters Ebstorf am Kirchplatz statt. Die Kirchengemeinde gehört zur Region West des Kirchenkreises Uelzen, zu ihr gehören neben Ebstorf noch die Ortschaften Altenebstorf, Haarstorf, Linden, Luttmissen, Melzingen, Oetzfelde, Stadorf, Tatendorf, Wessenstedt und Wittenwater.

Um 1918 wurde in einem an der Hauptstraße stehenden Wohnhaus eine römisch-katholische Kapelle eingerichtet. 1966 wurde das Gebäude abgerissen, und 1967 an dessen Stelle die heute noch bestehende römisch-katholische Kirche Mariä Heimsuchung erbaut. Seit 2006 gehört sie zur Pfarrgemeinde Zum Göttlichen Erlöser in Uelzen.

Persönlichkeiten

  • Johann Conrad Eggers (1741–1814), deutscher lutherischer Theologe und Generalsuperintendent in Harburg und Celle
  • George Turner (* 1935), Präsident der Universität Hohenheim, Präsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz, Senator für Wissenschaft und Forschung in Berlin, lebte als Schüler von 1945 bis 1955 in Ebstorf.

Literatur

  • Lutz Mohr: 2. Februar 880: Die Wikingerschlacht von Ebstorf oder Hamburg. In: Carfunkel-Combat. Das jährliche Special zu Militärgeschichte... Wald-Michelbach, Nr. 2/2006, S. 4–6
  • Wilhelm Spangenberg, Sophia Wichelmann: Ebstorf. Aus der Chronik. 6., erweiterte Auflage. Becker, Uelzen 1982.
  • Sophia Wichelmann (Hrsg.): Ebstorf. Aus der Geschichte des Klosterfleckens. Becker, Uelzen 1994, ISBN 3-920079-34-5.
  • Michael Wolfson: Ein Rundgang durch Kloster Ebstorf (= Die blauen Bücher). Aufnahmen von Jutta Brüdern. Langewiesche, Königstein im Taunus 2001, ISBN 3-7845-2403-6.
  • Heinrich Porth, Dieter Boe: Die Familien und Einwohner des Kirchspiels Ebstorf. Ortsfamilienbuch 1627–1875 und Untersuchung zur Bevölkerungsgeschichte. Zu den Orten Altenebstorf, Ebstorf, Haarstorf, Linden, Luttmissen, Melzingen, Oetzfelde, Stadorf, Tatendorf, Verhorn, Wessenstedt und Wittenwater (= Quellen und Darstellungen zur Geschichte von Stadt und Kreis Uelzen. Bd. 4). Museums- und Heimatverein des Kreises Uelzen, Uelzen 2005, ISBN 3-929864-07-X.

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014  (Hilfe dazu).
  2. Ökumenisches Heiligenlexikon Theoderich http://www.heiligenlexikon.de/BiographienT/Theoderich_Dietrich_von_Minden.htm am 18. März 2007
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 236.
  4. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen , Recherche Jürgen Udolph
  5. Ergebnis Kommunalwahl 2011

Weblinks

 Commons: Ebstorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Ebstorff in der Topographia Braunschweig Lüneburg (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Kategorien: Ort im Landkreis Uelzen | Ebstorf | Gemeinde in Niedersachsen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ebstorf (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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