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Eberdingen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: LudwigsburgVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 272 m ü. NHN
Fläche: 26,21 km²
Einwohner: 6667 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 254 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71735
Vorwahl: 07042
Kfz-Kennzeichen: LB, VAI
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 012
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stuttgarter Straße 34
71735 Eberdingen
Webpräsenz: www.eberdingen.de
Bürgermeister: Peter Schäfer
}

Eberdingen ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Ludwigsburg. Sie besteht seit 1975 aus den ehemals selbständigen Gemeinden Eberdingen, Hochdorf und Nussdorf.

Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde liegt im Schnittpunkt zweier Landschaften, dem Strohgäu (Hochdorf/Enz) und dem Heckengäu (Eberdingen und Nussdorf), zwischen 270 und 403 Meter Höhe.

Geologie

Durch Eberdingen fließt der Strudelbach, der in Flacht (Gemeinde Weissach) entspringt und in Enzweihingen in die Enz mündet. Hochdorf und Nussdorf liegen auf der vom Strudelbach geteilten, mit Löss bedeckten Hochebene. Als Gesteinsformation herrscht der Muschelkalk vor. In der Gemarkung sind noch Reste alter Steinbrüche zu finden.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Eberdingen besteht seit dem 1975 erfolgten Zusammenschluss aus den drei Ortsteilen Eberdingen, Hochdorf an der Enz und Nussdorf. Die Ortsteile sind räumlich identisch mit den ehemaligen Gemeinden gleichen Namens. Die offizielle Benennung der Ortsteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Gemeinde und mit Bindestrich verbunden nachgestellt der Name der Ortsteile.[2] Zu den Ortsteilen Eberdingen und Hochdorf an der Enz gehören jeweils nur die Dörfer gleichen Namens. Zum Ortsteil Nussdorf gehören das Dorf Nussdorf und die Häuser Sonnenberg und Sorgenmühle.[3]

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Seit der Gemeindereform ist die Einwohnerzahl innerhalb von 40 Jahren von 4260 Einwohner auf 6692 Einwohner angestiegen (+57,1 %). Den größten Zuwachs hatte Hochdorf mit 88,1 % (von 1600 auf 3009) zu verzeichnen, gefolgt von Eberdingen mit 70,4 % (von 1060 auf 1806) und Nußdorf +17,3 % (von 1600 auf 1877).[4]

Jahr Einwohner
1871 ¹ 2.476
1880 ¹ 2.573
1890 ¹ 2.415
1900 ¹ 2.378
1910 ¹ 2.209
1925 ¹ 2.136
1933 ¹ 2.070
1939 ¹ 2.000
31. Dezember 1950 2.613
1956 ¹ 2.674
1961 ¹ 2.894
31. Dezember 1965 3.300
Jahr Einwohner
31. Dezember 1970 3.658
31. Dezember 1975 4.386
31. Dezember 1980 5.353
31. Dezember 1985 5.438
31. Dezember 1990 6.103
31. Dezember 1995 6.540
31. Dezember 2000 6.438
31. Dezember 2005 6.491
31. Dezember 2006 6.529
31. Dezember 2012 6.494
31. Dezember 2013 6.540
10. September 2015 6.692

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[5]

Geschichte

Die heutige Gemeinde Eberdingen entstand am 20. September 1975 bei der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg durch die Vereinigung der drei Gemeinden Eberdingen, Hochdorf an der Enz und Nussdorf.

Älteste Besiedlungsspuren finden sich im Ortsteil Hochdorf. Schon im 4. Jahrtausend v. Chr. siedelten sich hier Menschen an. Besonders gut erforscht ist die Besiedlung dieser Gemeinde im Zeitraum 750–450 v. Chr., da in diesen Zeitraum das unausgeraubte hallstattzeitliche Fürstengrab fällt.

Um 500 wurde das von Alemannen besiedelte Gebiet der drei Gemeinden fränkisch, christianisiert und dem Bistum Speyer einverleibt. Bei der um 750 vorgenommenen Gliederung Alemanniens in Gaugrafschaften wurden Eberdingen und Nussdorf dem Enzgau[6] und Hochdorf dem Glemsgau zugeordnet. Dementsprechend zählten Eberdingen und Nussdorf bis zur Reformation zum Landkapitel Vaihingen und Hochdorf zum Landkapitel Grüningen der Diözese Speyer (siehe Karte).

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Hochdorf vermutlich 779 in einer Urkunde über die Schenkung von Gütern durch den fränkischen Grafen Kunibert an das Kloster Fulda.[7] Im Laufe der Geschichte hat die Hochdorfer Ortsherrschaft mehrmals gewechselt. Die letzten Ortsherren waren die Freiherren von Tessin, die sich nach etwa 100 Jahre währender Herrschaft dem von Napoleon zum Königreich erhobenen Württemberg unterordnen mussten. Teile der Hochdorfer Einwohnerschaft müssen allerdings bereits im 16. Jahrhundert württembergische Untertanen gewesen sein, da sie unter der Verwaltung des Amts Grüningen standen.[8]

Nach der Rückkehr Herzog Ulrichs im Jahre 1534 wurde in Eberdingen und Nussdorf die Reformation eingeführt. In Hochdorf geschah dies um 1555 nach der Säkularisierung des in Hochdorf begüterten Heilig-Geist-Spitals in Grüningen. Vermutlich weil dessen Patriarchenkreuz auf zahlreichen Grenzsteinen auf der Markung zu sehen war, haben es die Hochdorfer wie die Bissinger als Ortswappen übernommen. Als Rechtsnachfolger des Spitals besitzt die Stadt Markgröningen bis heute Waldflächen im Hochdorfer Bonholz.

Eberdingen und Nussdorf wurden erstmals um 1100 in Urkunden des Klosters Hirsau genannt. Durch die Säkularisierung des Klosters Hirsau 1534 kamen Eberdingen und Nussdorf 1534 an das Haus Württemberg und wurden dem Amt Vaihingen zugeordnet. Spätestens 1807, nach der endgültigen Auflösung des Oberamts Gröningen, kam auch Hochdorf zum vergrößerten Vaihinger Oberamt, das im Zuge der Gebietsreform des NS-Regimes im 1972 aufgelösten Landkreis Vaihingen aufging.

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Nussdorf im April 1945 ein Desaster: Durch massiven Beschuss seitens französischer Truppen wurde das Dorf binnen kürzester Zeit zu drei Vierteln zerstört; zahlreiche Einwohner verloren dabei ihr Leben.

Zur Unterscheidung vom gleichnamigen, heutigen Remsecker Ortsteil wurde Hochdorf am 19. Juni 1973 in Hochdorf an der Enz umbenannt (obgleich es nicht an der Enz liegt, sondern auf der Hochfläche südlich davon). Am 15. August 1973 wurde außerdem die Schreibweise des späteren Ortsteils Nußdorf in Nussdorf geändert.

Religion

Bis zur Reformation gehörten Eberdingen und Nußdorf zum Landkapitel Vaihingen und Hochdorf zum Landkapitel Grüningen im Archidiakonat Trinitatis der Diözese Speyer.

Seit der Reformation ist das Gebiet der heutigen Gemeinde evangelisch geprägt mit dem evangelischen Pfarramt Eberdingen, dem evangelischen Pfarramt Hochdorf und dem evangelischen Pfarramt Nussdorf.

Die katholischen Einwohner gehören zur Kirchengemeinde St. Paulus in Enzweihingen und bilden zusammen mit St. Antonius in Vaihingen an der Enz eine Seelsorgeeinheit.

In Eberdingen und Nussdorf gibt es jeweils eine neuapostolische Gemeinde. Die Evangelisch-methodistische Kirche in Nussdorf ist seit längerem geschlossen, zuständige Gemeinde ist jetzt Weissach. In Eberdingen gibt es eine „Freie Christen Aktionsgemeinde e. V.“ und Eberdingen ist zudem Sitz der deutschen Abteilung der Theosophischen Gesellschaft Pasadena.

Politik

Kommunalwahl 2014[9]
Wahlbeteiligung: 56,58 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,65 %
36,08 %
23,27 %
SPD/GL
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+0,75 %p
+0,88 %p
-1,63 %p
SPD/GL
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Gemeinderat

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 18 Mitglieder an.

CDU 40,7 % +0,8 % 7 Sitze ±0
FWE 36,0 % +0,8 % 7 Sitze ±0
SPD/GrL1 23,3 % −1,6 % 4 Sitze ±0

1Gemeinsame Wahlliste von SPD und Grüne Liste Eberdingen

Wappen und Flagge

Das Gemeindewappen zeigt in Gold aus den Kuppen eines grünen Dreibergs wachsend drei grüne Rosenzweige (die beiden äußeren schräg gekreuzt), von denen jeder eine fünfblättrige rote Rose mit grünen Kelchblättern trägt. Die Gemeindeflagge ist rot-gelb. Wappen und Flagge wurden der Gemeinde am 10. Mai 1977 verliehen.

Die drei Rosen im Wappen symbolisieren die drei Ortsteile, wobei bereits das alte Eberdinger Gemeindewappen eine Rose enthielt. Die Wappen und Flaggen der drei Vorgängergemeinden waren wie folgt:

  • Eberdingen: In Gold eine grüne Traube am grünen Stiel, von dem nach oben links ein grünes Blatt ausgeht; oben rechts eine fünfblättrige rote Rose; zusammen mit einer rot-gelben Flagge am 24. März 1969 verliehen.
  • Hochdorf an der Enz: In Gold ein schwarzes Patriarchenkreuz, das wie in Bissingen vom Grüninger Heilig-Geist-Spital stammen dürfte.[10]
  • Nussdorf: In Silber ein fünfblättriger grüner Nussbaumzweig. Am 18. Oktober 1962 erhielt der Ort eine grün-weiße Gemeindeflagge.

Wirtschaft und Infrastruktur

Kunststoff- und Metallbearbeitung sind die wichtigsten Wirtschaftsträger der drei Ortsgemeinden. Der Hauptarbeitgeber beschäftigt fast 400 Mitarbeiter.

Verkehr

Die nächstgelegene IC/IRE/ICE-Bahnstation ist in Vaihingen an der Enz (10 km); der nächste Lokalbahnhof in Hemmingen (6 km). Eberdingen ist eingebunden in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) unter anderem mit Busverbindungen nach Stuttgart-Feuerbach und Vaihingen an der Enz.

Bildung

Die Gemeinde Eberdingen ist Träger einer Grundschule, die sich auf die Standorte Hochdorf (Schillerschule[11]) und Nussdorf (Karl-Ehmann-Schule) verteilt. Die ehemalige Hauptschule bzw. Werkrealschule wurde aufgehoben. Außerdem gibt es Kindergärten.

Ver- und Entsorgung

Das Strom- und Gasnetz in der Gemeinde wird von der EnBW Regional AG betrieben.

Der Ortsteil Eberdingen bezieht 55 % Eigenwasser und 45 % Fremdwasser von der Strohgäu-Wasserversorgung. Der Ortsteil Hochdorf an der Enz bezieht 100 % Fremdwasser von der Strohgäu-Wasserversorgung. Der Ortsteil Nussdorf bezieht 40 % Eigenwasser und 60 % Fremdwasser von der Bodensee-Wasserversorgung.

Die Abfallentsorgung wird von der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH (AVL) übernommen, einer 100%igen Tochtergesellschaft des Landkreises Ludwigsburg. Die AVL ist beauftragt, die Aufgaben zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen im Auftrag des Landkreises Ludwigsburg zu erfüllen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Das bekannteste Kulturgut ist das Keltenmuseum Hochdorf. Nach der Entdeckung des Fürstengrabhügels 1977 wurde in Hochdorf an der Enz dieses Museum errichtet. Im Ortsteil Hochdorf befindet sich noch die Galerie im Kunsthof und die Schlossgalerie Kastenscheuer.

Sehenswert ist auch die Sammlung Alison & Peter W. Klein im Ortsteil Nussdorf mit ca. 1500 Werken zeitgenössischer Kunst seit den 1980er Jahren.[12]

Gebäude

Sehenswert ist in Eberdingen die spätgotische Pfarrkirche (Martinskirche). In Nussdorf sind es die Kirche zum Heiligen Kreuz aus dem 13. Jahrhundert, das Schloss Nußdorf der Herren von Reischach und das alte Nussdorfer Rathaus.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Ernst Kranich: Eberdingen: Ein Dorf im Wandel der Zeit. Gesamtgemeinde Eberdingen (Hrsg.). IPa-Verlag, Mühlacker-Mühlhausen 2012, ISBN 978-3-933486-74-5.

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Eberdingen vom 13. September 2001
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 466–467.
  4. Mitteilungsblatt der Gemeinde Eberdingen, Woche 37, 10. September 2015
  5. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Eberdingen.
  6. Aufgelistet bei Christoph Friedrich von Stälin: Wirtembergische Geschichte, Band 1: Schwaben und Südfranken von der Urzeit bis 1080. Stuttgart und Tübingen 1841, S. 313 Digitalisat .
  7. WUB Band II., Nr. NA, S. 437-438, online
  8. Siehe Lagerbücher des Amts Grüningen im HStA
  9. http://www.wahlen.kdrs.de/AGS118012/118012g.htm
  10. Siehe Wappen des Heilig-Geist-Spitals in Markgröningen
  11. Homepage Grundschule Eberdingen
  12. Homepage Sammlung Klein

Weblinks

 Commons: Eberdingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Eberdingen – in der Beschreibung des Oberamts Vaihingen von 1856

Kategorien: Ort im Landkreis Ludwigsburg | Eberdingen | Gemeinde in Baden-Württemberg

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