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ECHO Pop


Der ECHO Pop ist ein deutscher Musikpreis für Persönlichkeiten und Produktionen aus dem Bereich der populären Popmusik. Der ECHO Pop ist der älteste von drei Echopreisen und wird von der Deutschen Phono-Akademie seit 1992 jährlich vergeben. Neben dem Echo Pop gibt es noch den ECHO Klassik und ECHO Jazz.

Beschreibung

Die Rangfolge der Sieger ergibt sich in den meisten Kategorien aus den addierten Wochenergebnissen der Media-Control-Verkaufscharts vom Februar eines Jahres bis zum Januar des Folgejahres. Dies hat zur Folge, dass nicht die absoluten Verkaufszahlen – über das Gesamtjahr verteilt – berücksichtigt werden. Dadurch ist leicht eine Verzerrung der Ergebnisse möglich. Gute Verkaufszahlen von Künstlern, die über längere Zeiträume (ohne wochenaktuelle Spitzenpositionen in den Charts) gute Verkaufsergebnisse erzielen, werden benachteiligt.[1] In einigen Kategorien (Lebenswerk und Sonderpreise) werden die Preisträger durch eine Jury ausgewählt. Preisträger für die Kategorien wie Live-Act und Musikvideo werden via Online-Voting bestimmt.

Die Veranstalter des ECHO geben offiziell an, dass für jede ECHO-Kategorie eine Jury existiert, diese besteht aus Mitgliedern des Bundesverbandes Musikindustrie e. V. und musikaffinen Partnern aus Rundfunk, Presse, TV sowie ehemaligen Preisträgern.[2] Mitbegründer und Executive Producer des ECHO Gerd Gebhardt erklärte am 21. März 2012 auf einer Pressekonferenz dazu, dass in jenen Kategorien zu 50 Prozent die Jury und zu 50 Prozent die Verkaufszahlen über die Preisvergabe entscheiden.[3] Allerdings wird die Existenz von Jurys in diesen Kategorien auch angezweifelt.[4][5]

Um Kritiken wie bei der Echoverleihung 2013 wegen der Nominierung von angeblicher Musik mit rechtsradikalen Hintergrund von Frei.Wild aus dem Weg zu gehen, wurde für die Echoverleihung 2014 ein Beirat gegründet, der die Musik von Künstlern mit verdächtigen Hintergründen aus Aussagen prüfen soll. Das erste Album, das unter Beobachtung stand, war das Album Still von Frei.Wild, welches diese problemlos bestehen konnte.[6]

Veranstaltungen

Veranstaltung Ort Moderatoren Fernsehübertragung
18. Mai 1992 Köln, Flora Kristiane Backer keine Fernsehübertragung
15. März 1993 Berlin, Wintergarten Susann Pingel
8. März 1994 Frankfurt am Main, Alte Oper Fritz Egner
14. Februar 1995 München, Bavaria Film- und Fernsehstudios Reinhold Beckmann
23. Februar 1996 Hamburg, Congress Center Hamburg Thomas Ohrner
6. März 1997 Hamburg, Congress Center Hamburg Axel Bulthaupt
5. März 1998 Hamburg, Congress Center Hamburg Axel Bulthaupt Das Erste
5. März 1999 Hamburg, Congress Center Hamburg Kim Fisher
9. März 2000 Hamburg, Congress Center Hamburg Kim Fisher
15. März 2001 Berlin, ICC Berlin Frauke Ludowig RTL
7. März 2002 Berlin, ICC Berlin Frauke Ludowig
15. März 2003 Berlin, ICC Berlin Frauke Ludowig und Oliver Geissen
6. März 2004 Berlin, ICC Berlin Oliver Geissen
2. April 2005 Berlin, Estrel Convention Center Yvonne Catterfeld und Oliver Geissen
12. März 2006 Berlin, Estrel Convention Center Michelle Hunziker und Oliver Geissen
25. März 2007 Berlin, Palais am Funkturm Yvonne Catterfeld und Oliver Geissen
15. Februar 2008 Berlin, ICC Berlin Nazan Eckes und Oliver Geissen
21. Februar 2009 Berlin, O₂World Barbara Schöneberger und Oliver Pocher Das Erste
4. März 2010 Berlin, Palais am Funkturm Sabine Heinrich und Matthias Opdenhövel
24. März 2011 Berlin, Palais am Funkturm Ina Müller und Joko Winterscheidt
22. März 2012 Berlin, Palais am Funkturm Ina Müller und Barbara Schöneberger
21. März 2013 Berlin, Palais am Funkturm Helene Fischer
27. März 2014 Berlin, Messe Berlin Helene Fischer
26. März 2015 Berlin, Messe Berlin Barbara Schöneberger
7. April 2016 Berlin, Messe Berlin Barbara Schöneberger

Preisträger

Mehrfachgewinner

16 Echos
13 Echos
11 Echos
10 Echos
9 Echos
7 Echos
6 Echos
5 Echos
4 Echos
3 Echos
Platz Nation ECHOs
1 Deutschland Deutschland 443
2 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 66
3 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 53
4 Italien Italien 20
5 Osterreich Österreich 14
6 Kanada Kanada 13
7 Schweden Schweden 6
8 Niederlande Niederlande 5
9 Australien Australien 4
Frankreich Frankreich
Irland Irland
12 Belgien Belgien 3
Finnland Finnland
Schweiz Schweiz
Sudafrika Südafrika
16 Argentinien Argentinien 2
Danemark Dänemark
Georgien Georgien
Griechenland Griechenland
Kuba Kuba
Spanien Spanien
Trinidad und Tobago Trinidad und Tobago

Weitere Rekorde

Die meisten ECHOs an einem Abend (4)
  • 2013: Deutschland Die Toten Hosen (in den Kategorien: Gruppe National Rock/Pop, Hit des Jahres, Album des Jahres, Produzent/in/-en-Team des Jahres)
  • 2015: Deutschland Helene Fischer (in den Kategorien: Schlager, Hit des Jahres, Album des Jahres, Musik-DVD/Blu-ray national)
  • 2016: Deutschland Helene Fischer (in den Kategorien: Album des Jahres, Crossover, Live-Act national, Musik-DVD/Blu-ray national)
Die meisten Preisträger in einer Kategorie (13)
  • Italien Kastelruther Spatzen, die volkstümliche Musikgruppe Kastelruther Spatzen konnte bislang 13-mal den ECHO Pop in der Kategorie „Gruppe (Schlager/Volksmusik)“ gewinnen.
Die meisten Preisträger in einer Kategorie nacheinander (7)
Italien Kastelruther Spatzen, die volkstümliche Musikgruppe Kastelruther Spatzen konnten von 1996 bis 2003 siebenmal nacheinander den ECHO Pop in der Kategorie „Gruppe (Schlager/Volksmusik)“ gewinnen.
Jüngste Preisträger/in
  • 2005: Deutschland Joy Gruttmann, gewann im Alter von neun Jahren einen ECHO als Sängerin des Musikprojektes Schnappi in der Kategorie Download des Jahres.

Besonderheiten

  • 2002: Deutschland Herbert Grönemeyer, er gewann mit seinem Videoalbum Stand der Dinge nach 2001 zum zweiten Mal einen ECHO Pop in der Kategorie Musik Home Video DVD. Bis dato konnte noch keiner einen ECHO Pop für dasselbe Werk in zwei unterschiedlichen Jahren gewinnen.
  • 2005: Deutschland Thomas D übergab seinen Echo, den er mit den Fantastischen Vier in der Kategorie „Künstler/-in oder Gruppe (Hip-Hop/R&B)“ gewonnen hatte, an Sido.
  • 2015: Deutschland Helene Fischer, sie gewann mit ihrem sechsten Studioalbum Farbenspiel nach 2014 zum zweiten Mal einen ECHO Pop in der Kategorie Album des Jahres. Bis lang konnte nur Grönemeyer einen ECHO für dasselbe Werk in zwei unterschiedlichen Jahren gewinnen.

Kritik

Zum Echo 2013 sagten die Bands MIA., Die Ärzte und Kraftklub aus Protest gegen die Nominierung der Südtiroler Rockband Frei.Wild, die aufgrund potenzieller politisch rechter Tendenzen in ihren Songs in der Kritik stehen, ihre Teilnahme ab. Die Berliner Band Die Ärzte kritisiert, dass die Vergabe der Echos sich ausschließlich nach den Verkaufszahlen der Media Control Charts richte und deswegen auch Bands wie „Frei.Wild“ einschließe.[7]

Siehe auch

Weblinks

 Commons: ECHO (music award)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Tim Renner: Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm: Über die Zukunft der Musik- und Medienindustrie. Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, Berlin 2008, ISBN 978-3-8077-1045-7
  2. ECHO-Kategorienfolder 2012 (PDF; 1,05 MB) zuletzt abgerufen am 22. März 2012
  3. Statement von Gerd Gebhardt auf planet-interview.de , 21. März 2012
  4. Tim Renner über die Echo-Verleihung: 20 Jahre Bullshit Bingo
  5. Kommentar von Stefan Niggemeier
  6. Neuer ECHO-Beirat bei mittelbayerische.de zuletzt abgerufen am: 15. Februar 2014
  7. „Frei.Wild“-Eklat bei Musikpreis: Jetzt kehren auch „die Ärzte“ dem Echo den Rücken. Focus, 7. März 2013, abgerufen am 22. September 2013.

Kategorien: Auszeichnung (Berlin) | Musikpreis (Deutschland) | Echo (Musikpreis)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/ECHO Pop (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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