Dunaújváros - LinkFang.de





Dunaújváros


Dunaújváros
Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Mitteltransdanubien
Komitat: Fejér
Kleingebiet bis 31.12.2012: Dunaújváros
Koordinaten:
Fläche: 52,66 km²
Einwohner: 48.104 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 913 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 25
Postleitzahl: 2400
KSH kódja: 03115
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Gábor Ferenc Cserna (Fidesz-KDNP)
Postanschrift: Városháza tér 1-2
2400 Dunaújváros
Webpräsenz:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)

Dunaújváros [ˈdunɒ.uːjvaːroʃ] (bis 1951 Dunapentele, bis 1961 Sztálinváros; deutsch Neustadt an der Donau) ist eine Stadt mit Komitatsrecht im ungarischen Komitat Fejér.

Die Stadt befindet sich am rechten Ufer der Donau 67 km südlich von Budapest auf einer Fläche von 5266 ha. Sie hatte im Jahr 2001 53.036 Einwohner.

Geschichte

Prähistorische und römische Epoche

Die Gegend war während der frühen Bronzezeit und später durch die Kelten besiedelt. Mit dem Beginn der römischen Herrschaft, ab dem frühen 1. Jahrhundert n. Chr., bildete die Donau als Limes Pannonicus die Reichsgrenze. Damals entstand am Westufer des Flusses auf dem nördlichen Lösssporn des Öreghegy (Alter Berg) das Kastell Intercisa,[1] um das sich rasch ein großes Lagerdorf (Vicus) mit mehreren Gräberfeldern entwickelte.[2] Am gegenüberliegenden Donauufer, im Barbaricum, siedelten gleichfalls seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. die kriegerischen sarmatischen Jazygen,[3] die mehrfach in der Geschichte zu einer Bedrohung für das Kastell wurden. Das Militär sicherte diese Position noch bis in die Völkerwanderungszeit hinein.[4] Spätestens mit der Räumung der pannonischen Provinzen, 433 n. Chr., erlosch das römische Leben in Intercisa.

Mittelalter

Unter neuen Vorzeichen wurde der Ort später wiederbesiedelt. So existieren Ausgrabungen aus der Zeit der ungarischen Landnahme im frühen 10. Jahrhundert, und schon in der Árpádenzeit ist eine Kirche bezeugt, die dem heiligen Pantaleon geweiht war und der Siedlung den Namen (Duna-)Pentele gab.

Frühneuzeit und Gegenwart

Während der Osmanischen Herrschaft von 1541 bis 1688 war der Ort für 15 Jahre verödet und blieb in der Folge ein unbedeutendes Landstädtchen, das noch 1949 erst 3949 Einwohner hatte.

Nachdem im Frühsommer 1949 von den sowjetischen Besatzern ein Stahlwerk bei Mohács geplant worden war und erste Arbeiten dort auch schon begonnen hatten wurde Ende 1949 vom Zentralkomitee der ungarischen Kommunisten beschlossen, in Dunapentele ein großes Eisenhütten-Kombinat mit einer dazugehörigen Arbeitersiedlung zu bauen.[5] Im Gefolge des Personenkults um Stalin sollte diese sogenannte erste sozialistische Stadt Ungarns den Namen des sowjetischen Diktators tragen: ungarisch Sztálinváros (deutsch „Stalinstadt“). 1961 wurde die Stadt jedoch in Dunaújváros (deutsche Übersetzung: Neustadt an der Donau) umbenannt und trägt seither diesen Namen.

Seit Gründung der Universität Dunaújváros im Jahre 1953 ist Dunaújváros eine Studentenstadt. In jüngster Zeit macht die Stadt durch ihre moderne Infrastruktur und das neue Werk des südkoreanischen Unternehmens Hankook auf sich aufmerksam, das hier seine größte europäische Reifenfabrik errichten wird.

Sehenswürdigkeiten

Insbesondere die teilweise für Besucher konservierten Überreste des römischen Kastells Intercisa über einem Altarm der Donau sowie das vor dem Südtor der Fortifikation angelegte Lapidarium mit ausgewählten Steindenkmälern aus den antiken Gräberfeldern sind eine besondere Attraktion in der sonst an historischen Bauwerken sehr armen Industriestadt. Ein Teil der vielfach hochwertigen und seltenen Funde aus diesem Kastell und der dazugehörigen zivilen Siedlung, die während der über ein Jahrhundert hinweg durchgeführten Ausgrabungen zusammengetragen wurden, können im Intercisa-Museum von Dunaújváros besichtigt werden.[6]

Städtefreundschaft

  • Ungarn Deutschland Osterreich Polen Tschechien Slowakei Niederlande Dunaújváros ist Mitglied der größten internationalen Städtefreundschaft Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa, in der sich 37 Städte und Gemeinden (Stand: April 2014) mit Namen Neustadt aus Ungarn, Deutschland, Österreich, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei und den Niederlanden zusammengeschlossen haben.
  • Vereinigtes Konigreich Städtepartnerschaft mit Coventry im Vereinigten Königreich.
  • Bulgarien Städtepartnerschaft mit Silistra in Bulgarien.
  • Osterreich Städtefreundschaft mit Linz in Österreich.

Sport

Die Fußballmannschaft des Dunaújváros FC spielte zuletzt in der Nemzeti Bajnokság II, der 2. Liga Ungarns, zog sich aber 2009 vom Spielbetrieb zurück. Sehr erfolgreich sind die Handballer von Dunaferr SE. Die Wasserballerinnen von Dunaújvárosi VSE zählen seit Jahren zu den Topvereinen im Lande des zweimaligen Weltmeisters, wurden mehrmals ungarischer Meister und haben auch Medaillen in den Europapokalwettbewerben gewonnen. Seit der Saison 2011/12 spielt der Eishockeyverein Dab.docler Dunaújváros in der österreichischen Nationalliga mit.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

 Commons: Dunaújváros  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Zsolt Visy: Der pannonische Limes in Ungarn. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0488-8, S. 100.
  2. Zsolt Visy: Der pannonische Limes in Ungarn. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0488-8, S. 101.
  3. Paul Lambrechts, u. a. (Hrsg.): Abriß der Geschichte antiker Randkulturen. Oldenbourg-Verlag, München 1961. S. 141.
  4. Zsolt Visy: Der pannonische Limes in Ungarn. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0488-8, S. 102.
  5. Anne Applebaum: Der eiserne Vorhang, Siedler-Verlag, 2012, S.415
  6. Zsolt Visy: Der pannonische Limes in Ungarn. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0488-8, S. 105.
  7. Radulovics Bojana. Dunaújváros.hu, abgerufen am 31 May 2011 (magyar).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Dunaújváros (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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