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Ducherow


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-GreifswaldVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Amt: Anklam-Land
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 77,28 km²
Einwohner: 2607 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17398
Vorwahlen: 039726, 039777
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 029
Adresse der Amtsverwaltung: Rebelower Damm 2
17392 Spantekow
Webpräsenz: www.amt-anklam-land.de
Bürgermeister: Bernd Schubert (CDU)
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Ducherow ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland. Sie wird seit dem 1. Januar 2005 vom Amt Anklam-Land mit Sitz in der Gemeinde Spantekow verwaltet. Sie ist die bevölkerungsreichste Gemeinde im Amt und war bis zum 31. Dezember 2004 Sitz des Amtes Ducherow. Ducherow bildet für seine Umgebung ein Grundzentrum.[2]

Geografie und Verkehrsanbindung

Die Gemeinde befindet sich am Westrand der Ueckermünder Heide. Anklam liegt rund 13 Kilometer nordwestlich und Ueckermünde etwa 20 Kilometer östlich der Gemeinde.

Ducherow liegt an der Bundesstraße 109. Die Bahnstrecke Angermünde–Stralsund führt durch das Gemeindegebiet. Früher zweigte am Bahnhof Ducherow die auf die Insel Usedom führende Bahnstrecke Ducherow–Heringsdorf–Wolgaster Fähre ab, die heute nur auf ihrem auf der Insel liegenden Teil zwischen Swinemünde und Wolgast befahrbar ist. Die gewünschte Wiederinbetriebnahme ab Ducherow setzt den Wiederaufbau der die Hubbrücke Karnin enthaltenden oder den Neubau einer Eisenbahnbrücke zwischen dem pommerschen Festland und Usedom voraus. Durch diese Verbindung würde sich die Fahrzeit zwischen Berlin und Usedom auf etwa zwei Stunden reduzieren, das heißt etwa halbieren lassen.[3]

Ortsteile

Wüstungen und Wohnplätze im Gemeindegebiet
  • Brandshof (Wohnplatz zu Heidberg)
  • Heidemühl (Wohnplatz zu Heidberg)
  • Luisenau (Wüstung)
  • Mootsch (Wohnplatz)
  • Mollwitz (Wüstung)
  • Wilhelmshof (Wüstung)
  • Werder (Wohnplatz)

Zeitgleich mit den Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Löwitz und Rathebur nach Ducherow eingemeindet.[4] Zum 1. Januar 2012 folgte Neuendorf A.[5]

Geschichte

Busow

Busow wurde 1278 als Bussow urkundlich erstmals erwähnt. Der Name belegt eine slawische Gründung, er soll so viel wie Gotteszorn oder Gottesruhm bedeuten.[6]

Hauptartikel: Busow

Ducherow

Ducherow wurde 1229 als Dogodowe erstmals und dann 1328 als Ducherow in heutiger Schreibweise urkundlich genannt. Der Name wird aus dem Slawischen mit vor dem Hügel gedeutet.[6]

Heidberg

Dieser Ortsteil ist vom Namen her erst in der Gegenwart entstanden. Vorher war dort die große Ziegelei Ducherow, die in der Nachkriegszeit stufenweise eingestellt und später zur Ruine wurde. Die verbliebenen Ziegelei-Wohngebäude und die später hinzugekommenen Eigenheime bildeten dann mit den alten Wohnplätzen Heidemühl und Brandshof den Ortsteil mit dem neuen Namen Heidberg, der erstmals offiziell im Gemeindeverzeichnis 1995 auftrat.[6]

Kurtshagen

Kurtshagen wurde 1779 als Curtshagen erstmals urkundlich erwähnt. Es ist dem Namen nach eine deutsche Gründung „Hagen“ bedeutet Wald, das „Curt“ könnte vom Namen des Gründers abgeleitet sein. Es wurde als Rittergut auf der Feldmark von Neuendorfer A angelegt.[6]

Löwitz

Löwitz wurde urkundlich erstmals 1533 als Lowitz genannt. Der slawische Gründungsname wurde mit „Rindenbach“ gedeutet.[6]

Hauptartikel: Löwitz

Marienthal

Marienthal wurde 1776 erstmals urkundlich mit aktuellem Namen genannt. Es war als neues Vorwerk zu Rathebur angelegt worden.[6]

Das Gutshaus mit den Stallanlagen wurde um 1900 neu errichtet. Durch die hohen Bodenwerte war die wirtschaftliche Lage relativ gut. Der letzte Gutsbesitzer Weiblinger wurde 1945 enteignet und das Gutshaus wurde an zwei Neubauern aufgeteilt. Das Gutshaus ist ein langgestreckter einfacher Putzbau. Es wurde in den letzten Jahren teilweise renoviert, zeigt durch seine Eigentums-Zweiteilung aber einen schlechten Anblick. Auch die ehemaligen Gutsgebäude sind zu LPG-Zeiten verändert worden. Der ehemalige Gutspark wurde teilweise überbaut und ist nur noch in Resten vorhanden. Die Parkmauer wurde wohl zugunsten der Baumaterialgewinnung nach 1945 abgeräumt.

Neuendorf A

1317 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Neuendorf. Neuendorf A wurde als Niendorp 1618 in der Lubin´schen Karte genannt. Mit dem Zusatz A wurde es erstmals 1779 geschrieben, dann wieder lange ohne oder wechselnd mit a oder b und erst ab 1957 offiziell mit A.

Hauptartikel: Neuendorf A

Rathebur

Rathebur wurde erstmals im Jahr 1271 als „Ratebur“ urkundlich erwähnt. Der slawische Name bedeutet wohl „Der Kampfes-frohe“.[6]

Hauptartikel: Rathebur

Schmuggerow

Im Park steht an dessen Südrand ein Turmhügel der aus archäologischer Sicht aus der frühdeutschen Zeit nach 1230 stammt.

Schmuggerow wurde 1407 erstmals als „Smuggerow“ urkundlich erwähnt. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet „Torflager“.[6]

Schmuggerow ist ein Angerdorf, obwohl es vom Gut dominiert wurde. Das Gut ist nur noch in Teilen erhalten, das Gutshaus wurde rekonstruiert. Der große Park in dessen Mitte das Gutshaus, Schloss genannt, steht, ist auch nur noch in Teilen erhalten, weil er nach 1945 teilweise bebaut wurde.

Das im klassizistischen Stil mit barocken Akzenten erbaute Schloss/Gutshaus befindet sich in der Mitte des Gutsparks. Gebaut wurde es von der Familie Schwerin, die seit 1560 in Löwitz und Schmuggerow ansässig war. Es entstand 1870/71 und gehörte zum Besitz der Familie von Schwerin. Es wurde von dem bekannten Architekten Paul Otto Brückwald für die Tochter des Grafen Maximillian von Schwerin erbaut. Es ist zweigeschossig und besitzt einen Keller. Der Eingang bildet die Mitte des symmetrischen Baus und führt über eine breite Treppe ins Innere. Auffallend ist auch der Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel.

Das Gut Schmuggerow wurde im Jahre 1815 von einem Kaufmann erworben, der ein neues Gutshaus westlich des Schlosses erbauen ließ.

Seit 1895 wurde Schmuggerow von der Kleinbahnlinie Anklam-Gellendin-Uhlenhorst tangiert, die wie alle Kleinbahnen 1945 demontiert und als Reparation an die UdSSR ging.

Nach 1945 diente das Gebäude als Unterkunft für Umsiedler und Neubauern.

Im Jahr 1997 wurde das Schloss nach alten Zeichnungen saniert und präsentiert sich heute als Familienschloss mit 17 Schlafzimmern und einem Festsaal in der ersten Etage. Es beherbergt das Schlosshotel, 13 Ferienwohnungen und ein Restaurant im Schlosskeller. Der Park kann begangen werden. In ihm liegt das Grab der Erna Raabe, einer Malerin und Freundin der Familie von Schwerin.

Sophienhof

Sophienhof wurde als solches 1631 erstmals genannt. Es war ursprünglich ein Vorwerk zu Löwitz, diese Flur hieß vorher „Hagedorn“.[6] Das Vorwerk Sophienhof gehörte wirtschaftlich zum Rittergut Löwitz. 1494 wies ein Zabel von Schwerin nach, dass sich Sophienhof im Pfandbezirk der Familie von Schwerin befand. Der Ort wurde nach Sophie Juliane von Schwerin, der Schwester des Feldmarschalls Curt Christoph von Schwerin, benannt. Zuvor trug der Ort den Namen Hagedorn. Das Gut Sophienhof machte sich in der Pferde- und Rinderzucht verdient, wobei hierfür Schwerin 1910 hohe Auszeichnungen erhielt. Nach 1945 diente das Gutshaus als Unterkunft für Umsiedler.

Schwerinsburg

Der heutige Ortsteil Schwerinsburg hieß früher Cummerow. Er wurde 1733 bei einem Besuch König Friedrich Wilhelms I. von Preußen von diesem nach Kurt Christoph Graf von Schwerin, der das dortige Schloss erbaut hatte, in Schwerinsburg umbenannt.[7]

Hauptartikel: Schwerinsburg (Ducherow)
Brandshof (Wohnplatz zu Heidberg)

Brandshof wurde erstmals als Hammelstall 1822 genannt. Ab 1865 hieß der Wohnplatz dann Brandshof und bestand nur aus einem heute noch vorhandenen Forsthaus.[6] Gegenüber befindet sich der Wohnplatz Heidemühl, beide Wohnplätze gehören zum Ortsteil Heidberg der Gemeinde Ducherow.

Heidemühl (Wohnplatz zu Heidberg)

Heidemühl wurde erstmals 1320 als Heytmolen urkundlich erwähnt. 1822 wurde der aktuelle Name verzeichnet.[6] Nach dem Namen hat hier eine Wassermühle bestanden, von der wir aber nichts wissen. Der Wohnplatz besteht aus einem Forsthaus mit dem Namen Heidemühl (1865 eingerichtet) und daneben ein Wirtshaus, beide sind vor 1880 entstanden (lt. MTB). Dieser Wohnplatz gehört mit seinem Gegenüber Brandshof zum jetzigen Ortsteil Heidberg.

Mollwitz (Wüstung)

Mollwitz wurde erstmals 1822 als „Molwitz“ genannt. Mollwitz war seit 1741 ein Vorwerk – Holländerei zum Gut Ducherow. Es lag westlich unweit von Ducherow. Es wurde noch bis 1891 genannt, ist aber noch im MTB (Meßtischblatt) von 1920 eingezeichnet, danach ist es wüst gefallen.[6] Heute ist es eine Unlandfläche.

Nach einer anderen Quelle (Gloed-1924) soll der frühere Name „Pitzerow“ gewesen sein.[6]

Mootsch (Wohnplatz)

Mootsch ist erstmals in dem Meßtischblatt von 1880 als Einzelgehöft verzeichnet. Es führt auch heute noch die Bezeichnung nach einem älteren Flurnamen.[6] Es liegt südwestlich von Ducherow am Waldrand.

Wilhelmshof (Wüstung)

Der Ort wurde 1822 erstmals als „Kiewitzdam“, später auch als „Wilhelmshof“ genannt. Es wurde als Vorwerk zu Schmuggerow angelegt, es lag nördlich vom Gut (Landweg heißt heute noch Kiebitzdamm). Nach 1865 nicht mehr genannt, es ist scheinbar wüst.[6] 2 Gehöfte in der Gegend heißen heute Ausbau.

Luisenau (Wüstung)

Luisenau gehörte zur alten Gemeinde Löwitz. Die genaue Lage ist nicht mehr zu ermitteln, wird aber in den nordöstlich in den MTB 1880 bis 1920 aufgezeigten Abbauen von Löwitz zu suchen sein. Luisenau wurde als solches 1957 in die Ortslisten aufgenommen.[6] In den 1970er Jahren wurden viele abseits gelegene Gehöfte zur Flurbereinigung und Schaffung großer Agrarflächen aufgegeben und abgeräumt. Das scheint hier auch der Fall zu sein, in den Satellitenaufnahmen sind dort die abgeräumten Flächen erkennbar.

Werder (Wohnplatz)

Werder wurde erstmals 1851 erwähnt. Es ist ein Vorwerk zum Gut Schwerinsburg.[6] Es wurde bereits im Preußischen Urmesstischblatt 1835 dargestellt. Es liegt nur ca. 800 m südöstlich vom Gut. Heute ist dort nur ein kleines Gehöft vorhanden, der Wohnplatz ist in den Ort Schwerinsburg integriert.

Politik

Wappen

Das Wappen wurde am 10. Juli 1992 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 60 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber, aus einem grünen Dreiberg wachsend, ein roter gold bewehrter Greif mit geöffnetem Schnabel und ausgeschlagener roter Zunge, der in seinen Fängen eine rote Raute hält.“

Das Wappen wurde von dem Sagarder Gerhard Koggelmann gestaltet.

Flagge

Das Flaggentuch ist durch zwei diagonale Linien übereck geteilt, wodurch vier Dreiecke entstehen, von denen das obere rot, das untere grün und die beiden seitlichen silber (weiß) gefärbt sind; auf dem Schnittpunkt der Teilungslinien liegt über allem das Gemeindewappen. Die Gemeindeflagge kann auch ohne Wappen gezeigt werden.

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

  • Otto Heyden (1820–1897), Maler
  • Bernd Schubert (* 1955 in Anklam), Politiker (CDU), war von 1994 bis 2007 und seit 2014 Bürgermeister von Ducherow

Sonstiges

Literarische Erwähnung findet Ducherow in Hans Falladas Roman Kleiner Mann – was nun? von 1932. Die Hauptfigur Johannes Pinneberg lebt und arbeitet in diesem Dorf, dort beginnt auch sein Eheleben mit seiner von ihm „Lämmchen“ genannten Frau Emma.

Weiterhin findet Ducherow Erwähnung in dem Buch „Das Tagebuch der Maria Meinhof: April 1945 bis März 1946 in Pommern. Eine Spurensuche“ von Renate Meinhof.

Literatur

  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Seiten 78, 87, 91, 96, 111/112, 121, 125, 146

Weblinks

 Commons: Ducherow  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Vorpommern (RREP) 2010 – zentralörtliche Gliederung mit Ober-, Mittel- und Grundzentren, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. Peter Neumann: Die Bahn will in zwei Stunden nach Usedom. In: Berliner Zeitung. 14. Mai 2007 (Online-Artikel ).
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  5. Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern (PDF-Datei; 53 KB)
  6. 6,00 6,01 6,02 6,03 6,04 6,05 6,06 6,07 6,08 6,09 6,10 6,11 6,12 6,13 6,14 6,15 6,16 Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 13 ff
  7. Leopold von Zedlitz-Neukirch (Hrsg.): Neues Preußisches Adels-Lexikon. 4. Band P-Z, bearbeitet vom „Verein von Gelehrten Freunden der vaterländischen Geschichte“, Verlag Gebrüder Eichenbach, Leipzig 1837, Seite 204, Link

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