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Drei-Seen-Land


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. siehe Dreiseengebiet
Drei-Seen-Land
Pays des Trois-Lacs
Kantone: Kanton Bern Bern

Kanton Freiburg Freiburg

Kanton Neuenburg Neuenburg

Kanton Waadt Waadt

Amtssprachen: Französisch, Deutsch
Politische Gliederung: Verwaltungskreis Biel/Bienne,
Verwaltungskreis Seeland,
Verwaltungsregion Berner Jura,
Bezirk Boudry,
Bezirk Neuenburg,
Bezirk Grandson,
Bezirk Yverdon,
Bezirk Payerne,
Bezirk Avenches,
Bezirk Broye,
Bezirk See
Grösste Stadt: Biel/Bienne
Kontrollschild: BE, FR, NE, VD
Website: www.juradreiseenland.ch

Das Drei-Seen-Land (französisch Pays des Trois-Lacs ) ist eine Region der Schweiz und umfasst die Gebiete rund um den Bieler-, den Neuenburger- und den Murtensee. Die Region befindet sich in den Kantonen Bern, Freiburg, Neuenburg und Waadt. Das Gebiet im Dreieck zwischen den Seen, das sogenannte Seeland war früher sehr sumpfig. Nach der ersten Juragewässerkorrektion konnte man es über Kanäle in die Seen entwässern. Es ist zum grössten Gemüseanbaugebiet der Schweiz geworden, insbesondere das Grosse Moos.

Sprache

Durch das Drei-Seen-Land verläuft die Schweizer Sprachgrenze, womit in der Region sowohl Deutsch bzw. mündlich Schweizerdeutsch als auch Französisch gesprochen werden. Die Städte Biel/Bienne und Murten sind zweisprachig, wobei die deutsche Sprache dominiert. Neuenburg und Waadt sind durchgehend französischsprachig. Daneben leben auch in vielen Gemeinden, die nicht den Status der Zweisprachigkeit aufweisen, Einwohner der anderen Sprache.

Grösste Städte

Geographie und Geologie

Das Drei-Seen-Land ist Teil der geographischen Grosseinheit Schweizer Mittelland. Der Untergrund besteht überwiegend aus Gesteinsschichten der Molasse, die ein Becken zwischen Alpen und dem Juragebirge füllt. Bei diesen Gesteinen handelt es sich um Sandsteine, Konglomerate (Nagelfluh) und Mergelgesteine. Sie sind die während der Tertiärzeit angeschwemmten Verwitterungsprodukte ehemaliger Flüsse aus den nahen Gebirgen, die einem See abgelagert wurden. Deshalb bezeichnet man sie als Süsswassermolasse. Unter diesen Schichten liegen Gesteine der Kreide, der Jura und aus der Trias (hier mit einer dünnen Salzschicht). In einer Tiefe von etwa 3000 Metern liegt das kristalline Grundgebirge.[1]

Während der Eiszeitperiode war die Landschaft vom Rhonegletscher überdeckt, der nach seinem Rückzug eine glaziale Oberflächenprägung mit Moränenablagerungen hinterlassen hat. Diese Schotter sind in der Region allgegenwärtig und für den Grundwasserhaushalt sowie für das Baugeschehen von grosser Bedeutung. Die jüngsten Ablagerungen bilden limnische Sedimente, die aus Perioden ursprünglich grösserer Seeausdehnungen stammen. Es handelt sich dabei um Sande und Schlämme sowie um organische Substanzen.

Die Hänge des Jura fallen steil und nahezu ohne vorgelagerte Erhebungen zum Bielersee und Neuenburgersee und somit zum Drei-Seen-Land herab. Es handelt sich um meist gold- bis hellbeige Kalksteine. Sie begrenzen die westliche Flanke des Drei-Seen-Land. Im Norden und Osten schliessen sich weitere flache und leicht gewellte Landschaften des Mittellandes an, beispielsweise das Freiburger Land.

Am Gebirgsabhang des Jura wurde der Kalkstein bereits in gallo-römischer Zeit an verschiedenen Stellen abgebaut und mit Schiffen über den Neuenburgersee transportiert. Bis in die Gegenwart sind die wirtschaftlich genutzten Kalksteinlagerstätten des Jura für die Architektur in den Städten des Drei-Seen-Land von bestimmenden Einfluss.[2]

Kultur

Schweizer Landesausstellung

In dieser Region fand im Jahre 2002 mit der Expo.02 die sechste Schweizerische Landesausstellung statt. Ausstellungen, die sogenannten «Arteplages», befanden sich in Biel/Bienne, Murten, Neuchâtel und Yverdon. Dazu kam ein auf dem Bielersee und Neuenburgersee fahrendes Schiff als Arteplage.

Die Expo 02 hat dazu beigetragen, den Begriff „Drei-Seen-Land“ in der Schweiz bekanntzumachen.

Wein

Bekannt ist das Drei-Seen-Land für seine Weine, die an den Jurasüdfuss-Hängen am Bielersee und Neuenburgersee sowie am Mont Vully gedeihen.

Pfahlbauten

In der Region befinden sich Pfahlbauten, welche zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen:[3]

Wirtschaft

Biel/Bienne ist das Zentrum der Schweizer Uhrenindustrie.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Nach Toni P. Labhart: Geologie der Schweiz. Thun 1992. 8. A. ebd. 2009, ISBN 978-3-7225-0116-1
  2. Michel Septfontaine, Stefan Ansermet: Belles et utiles pierres de chez nous. Lausanne (Musée cantonal de géologique) 1999
  3. sda/schubeca: Drei-Seen-Land setzt auf Pfahlbauten. SF Tagesschau, 11. Juli 2011, abgerufen am 11. Juli 2011.

Weblinks


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