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Doveren


Doveren
Einwohner: 3019 (30. Jun. 2014)
Eingemeindung: 1972
Postleitzahl: 41836
Vorwahl: 02433

Stadtgebiet Hückelhoven, Fläche von Doveren hervorgehoben

Die Ortschaft Doveren liegt in der Stadt Hückelhoven im Kreis Heinsberg, im äußersten Westen von Nordrhein-Westfalen, am linken Niederrhein und nicht weit der Grenze zu den Niederlanden.

Neben dem eigentlichen Ortskern, früher von den Einheimischen zumeist „het Dörp“ (= das Dorf) genannt, gehören auch die beiden Ortsteile Doverhahn und Doverheide zur bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg stark landwirtschaftlich geprägten sehr alten Gemeinde. Der Ort hatte am 30. Juni 2014 3.019 Einwohner.

Geographie

Nachbarorte sind Kleingladbach, Houverath, Hetzerath, Hückelhoven, Granterath, Hilfarth, Brachelen und Baal.

Geschichte

Doveren dürfte weit über 2000 Jahre alt sein, denn sein Name leitet sich vom keltisch-germanischen Dubra (dt. Gewässer bzw. am Wasser) ab, das die Römer latinisierten und zu Dubris machten. In diesem Zusammenhang ist auch die enge namentliche Verwandtschaft zur Hafenstadt Dover am Ärmelkanal in der Grafschaft Kent, England zu sehen. Deren Name änderte sich im Laufe der Jahrhunderte von Dubra über Dubris, Dofras, Doferum, Douer, Dovor und Dower bis hin zum heutigen Dover.

Auf dem Areal von Doveren gibt es auch jetzt noch insgesamt drei Bäche, das alte Flussbett der Rur war nur einen guten Steinwurf von Doverheide entfernt und darüber hinaus gab es zumindest früher einige Weiher und Feuchtgebiete, die jedoch längst durch die Grundwasserspiegel-Absenkungen des nahen Braunkohlereviers der Rheinbraun ausgetrocknet sind. Vermutlich hat dieser ursprüngliche Wasserreichtum zu ersten Besiedlungen des Geländes durch die Kelten oder Germanen geführt. Später kamen dann die Römer in die Gegend und mindestens einer ihrer zahlreichen Heerwege kreuzte die Ausläufer des heutigen Doverheide.

Die älteste bekannte Urkunde, in der Doveren bereits erwähnt wird, betrifft den Verkauf des sogenannten Kühlerhofs, im Jahre 1148 an die Abtei Rolduc (Kloosterrade).

Doveren gehörte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit zum Amt Wassenberg im Herzogtum Jülich und hatte eine eigene Gerichtsbarkeit. Zum Gerichtsort Doveren gehörten auch Baal (diese Ortschaft allerdings nur teilweise), Doverack, Doverhahn, Doverheide, Hetzerath, das Kloster Hohenbusch, Hückelhoven, Granterath und der oben erwähnte Kühlerhof.

Die ehemals eigenständige Gemeinde Doveren wurde durch das Aachen-Gesetz am 1. Januar 1972 zu einem Stadtteil von Hückelhoven.[1]

Einwohnerentwicklung

Wie Hückelhoven selbst so wuchs auch das nur rund 1 km entfernte Doveren im 20. Jahrhundert relativ schnell durch den Zuzug von vielen Grubenarbeitern, die eine Beschäftigung bei der Zeche Sophia-Jacoba fanden. Besonders die „Alte Siedlung“ und später die „Neue Siedlung“ wurden zur neuen Heimat für die anfänglich zumeist deutschen Kumpels, denen ab den 1960ern auch Gastarbeiter aus Südeuropa und besonders der Türkei folgten. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts entstanden vermehrt neue Häuser entlang der alten Bahntrasse von Hückelhoven nach Baal, genau in dem Gebiet, in dem sich einstmals der Fußballplatz vom FC Viktoria Doveren befand. Im Jahr 2004 wurde das 5,5 Hektar große Neubaugebiet „Doverheide“ im Ortsteil Doveren erschlossen, welches Platz für ca. 250 neue Einwohner schuf.[2]

Einwohnerzahlen[3]

Die Zahlen von 1961 und 1970 sind Volkszählungsergebnisse.[1]

Jahr 1885 1925 1933 1939 1961 1970
Ew. 0923 1085 1113 1405 2412 2434

Politik

Wappen

Das Wappen ist in Gold und Blau unterteilt. Oben ein schwarzer Löwe mit roter Zunge und roten Tatzen, unten in Blau eine goldene Taube mit weißem Schnabel.

Das Doverener Wappen bezieht sich auf ein altes Schöffensiegel, das dem Dingstuhl Doveren in Jülicher Zeit verliehen wurde. Es zeigt im oberen Teil den Jülicher Löwen, im unteren die Taube als redendes Symbol, das den Ortsnamen (mundartlich Duevere, wie mundartlich „Dueve“ für Tauben) darstellt. Das Wappen wurde der Gemeinde am 6. Oktober 1955 vom Innenminister Nordrhein-Westfalens verliehen[4], verlor aber mit der Eingemeindung nach Hückelhoven im Jahr 1972 seine Bedeutung.

Sehenswürdigkeiten

Die Sakristei von Sankt Dionysius

Die Sakristei der kath. Kirche St. Dionysius in Doveren wurde, fast schon im Stil der Brücken von Venedig, als eine Art Rundbogenbau zwischen Pfarr- und Gotteshaus quer über die Straße, die zum Nachbarort Houverath führt, errichtet.

Der Wald der blauen Blumen

In einem kleinen Wäldchen östlich von Doveren, im Volksmund „Wald der blauen Blumen“ genannt, gibt es in jedem Frühjahr ein regelrechtes Blütenmeer zu erleben. Von Mitte April bis Mitte Mai (je nach Witterung) ist hier der Waldboden großflächig wie mit einem dichten blau-grünen Teppich aus Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta) bedeckt.

Sonstige Sehenswürdigkeiten

Verkehr

Doveren gehört zum Aachener Verkehrsverbund (AVV). Durch den Ort führen die Buslinien Schnellbus 4 (SB4), 401, HÜ1 und 495.

Im EXPO-Jahr 2000 wurde die Kohlenwäsche der ehemaligen Zeche Sophia-Jacoba in Ratheim kurzfristig als Inbetriebsetzungsstützpunkt für ICE-Triebzüge genutzt, wodurch es zu dem kuriosen Umstand kam, dass auch ICEs durch Doveren fuhren.

Der Aachener Verkehrsverbund sah ursprünglich in seinem Zielkonzept 2013 eine Reaktivierung der Strecke (Wassenberg) – Ratheim – Baal für den Personenverkehr vor. Diesen Plänen steht allerdings die Absicht der Stadt Hückelhoven gegenüber, die Strecke zum Bau einer Ortsumgehung teilweise zu überbauen, was eine spätere Reaktivierung verteuern würde.

Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich ca. 800 m südlich von Doveren entfernt in Baal, an der Eisenbahnlinie Aachen–Erkelenz–Mönchengladbach–Düsseldorf. Hier gibt es (Stand: 2007) folgende Bahnverbindungen:

Die am Ort vorbeifließende Rur war in früheren Jahrhunderten schiffbar. Sie stellte eine wichtige Verkehrsader für die Region dar und gab den Heinsberger Landen einen Zusammenhalt. Flussaufwärts konnte sie z. T. nur mittels Treideln befahren werden. Die Wege entlang der Rur führten ins Jülicher bzw. ins Limburger Land [5].

Söhne und Töchter des Ortes

Vereine

Doveren beheimatet eine relativ große Anzahl verschiedener Vereine, die der Bevölkerung vielfältige Möglichkeiten zur Mitgestaltung des Dorflebens bieten. Neben den größten und bekanntesten Vertretern der Vereinskultur im Rheinland, der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft, der Freiwilligen Feuerwehr Doveren und des Karnevalsvereins K.G. Tipp existieren in Doveren noch einige weitere Vereine. Die kath. Frauengemeinschaft und der Fußballverein F.C. Victoria Doveren mit all seinen Jugend-, Erwachsenen- und Altersmannschaften sind hierbei die größten Vertreter. Zu den kleineren Vereinen des Ortes zählen das Trommlercorps T.C. Leonardo, der Gartenbau- und Siedlerverein, der Tischtennisverein und der Motorsportverein.

Traditionell existieren auch noch einige Taubenzüchtervereinigungen, die aus der bergmännisch geprägten Geschichte Doverens erhalten geblieben sind. Außerdem hat sich in jüngerer Vergangenheit die Pfadfinderschaft mit ihrem Stamm Kreuzherren erneut in Doveren etabliert.

Literatur

  • 1100 Jahre Doveren – 800 Jahre der ersten urkundlichen Erwähnung unserer Pfarre St. Dionysius; 1977/1978; Verfasser: Pfarrer Heinrich Schroiff (†); Verlag: Kath. Pfarramt St. Dionysius, Hückelhoven-Doveren; keine ISBN.
  • Die Villa Grittern bei Doveren – ihr Baumeister Otto March aus Berlin; Frank Körfer (1985); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Adam Josef Cüppers – Lehrer und Schriftsteller aus Doveren; Frank Körfer (1986); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Hermann-Josef Mackenstein aus Doveren – Erfinder und Erbauer fotografischer Apparate in Paris; Frank Körfer (1987); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Zur mittelalterlichen Baugeschichte der Pfarrkirche St. Dionysius in Doveren; Frank Körfer (1988); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Der kriegszerstörte Hochaltar von Johann Josef Couven in der Pfarrkirche Doveren; Frank Körfer (1989); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Der Doverener Reiterverein und seine Pferderennen; Frank Körfer (1990); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Will Schwarz, ein Kunstmaler aus Doveren; (1992); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Missale von 1493 kehrte nach Doveren zurück – Inkunabeldruck von kulturgeschichtlicher Bedeutung; Frank Körfer (1994); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Zur Geschichte von Haus Mackenstein – Aus der bewegten Vergangenheit eines Gutshofes; Frank Körfer (1995); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Werner Leopold Holz – Ein kurfürstlicher Amtsjäger von Wassenberg und Heinsberg; Frank Körfer (2000); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Schicksal einer Zwangsarbeiterin nach 60 Jahren aufgeklärt – Ukrainerin Nina Bessenowa hütete in Doveren Kühe; Frank Körfer (2006); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Leben im Haus Mackenstein – Gestern und Heute; Verf. Frank Körfer (2002 u. 2007); Hrsg. Servitinnen von Galeazza.
  • Doveren – Ein Kleinod im Grenzland; Verf. u. Hrsg. Frank Körfer (1989 u. 2005)
  • Josef Thomas, Pfarrer in sturmbewegter Zeit; Frank Körfer (2008); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Hermann-Josef Mackenstein, Paris; Frank Körfer; publiziert in: Photo Antiquaria, 35. Jahrgang 2008, Nr. 84.
  • Pfarrer Josef Thomas – In Rom einen Rechtsstreit gegen den Bischof geführt; Frank Körfer; publiziert in: „Zwischen Venn und Schneifel“, 44. Jahrgang/Mai 2008.
  • Johannes Sellary, der Feldkaplan des Reitergenerals Jan von Werth; Frank Körfer (2009); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Kölner Erzbischof auf der Flucht – Paulus Melchers versteckte sich in Doveren und Hilfarth; Frank Körfer (2010); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Die Orgelbauerfamilie Weidtmann; Ihr Stammvater Peter Weidtmann (1647–1715) kam aus Doveren; Frank Körfer (2011); publiziert in: Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Hohenbuscher Monstranzen aus Krieg und Notzeiten; Im Besitz der Pfarrgemeinde St. Dionysius Doveren; Frank Körfer (2012); publiziert in Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg.
  • Gut Gansbroich; Die wechselvolle Geschichte eines Gutshofes und seiner Bewohner; Frank Körfer (2014); publiziert in Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 307.
  2. Stadtportrait auf Hückelhoven.de
  3. http://www.verwaltungsgeschichte.de/erkelenz.html
  4. http://www.doveren.info/Dokumente/Fahne.pdf , Seite 2
  5. Heiner Coenen: Leinpfad

Weblinks

 Commons: Doveren  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Kreis Heinsberg | Ehemalige Gemeinde (Kreis Heinsberg) | Hückelhoven

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Doveren (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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