Donum vitae (Verein) - LinkFang.de





Donum vitae (Verein)


Der private Verein donum vitae zur Förderung des Schutzes des menschlichen Lebens e. V. (lat. donum vitae „Geschenk des Lebens“) bietet Schwangerschaftskonfliktberatung in deutschlandweit 200 Beratungsstellen sowie per Online-Beratung. Er wurde im September 1999 aus den Reihen der Mitglieder des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gegründet, nachdem die katholischen Verbände Deutscher Caritasverband und Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) sich nicht weiter an der staatlichen Schwangerschaftsberatung beteiligten. Im Gegensatz zu den kirchlichen Beratungsstellen stellt donum vitae Beratungsscheine aus, die nach § 218a Abs. 1 StGB einen Schwangerschaftsabbruch innerhalb einer festgelegten Frist ermöglichen.

Ziel des Vereins ist es nach eigenen Angaben, „sich für den Schutz des menschlichen Lebens, namentlich den Schutz des Lebens ungeborener Kinder einzusetzen“, was insbesondere durch die kostenfreie Beratung und Hilfe für Frauen in Konfliktsituationen geschieht.

Sitz des Vereins ist in Bonn. Gefördert wird er durch die gleichnamige Stiftung „DONUM VITAE – Stiftung deutscher Katholiken zum Schutz des menschlichen Lebens“. Die bayerischen Beratungsstellen werden zu 90 % über staatliche Zuschüsse finanziert.

Beratungsangebot

Der Verein berät jährlich rund 50.000 Frauen in seinen 200 Beratungsstellen und der Online-Beratung. Im Jahr 2010 fanden rund 47.000 Erstberatungen statt, davon etwa 16.000 (34 %) Konfliktberatungen nach § 219 .[1]

In Bayern wurden im Jahr 2007 16.885 Personen in den Beratungsstellen gezählt, davon 3146 Personen zur Konfliktberatung, was einem Anteil von 18 % entspricht.[2] Davon entschieden sich nach Angaben des Vereins rund 1000 beratene Frauen für das Leben des Kindes.

Kirchliche Haltung

Die Ausstellung eines Beratungsscheins war den Beratungsstellen der katholischen Kirche 1999 von Papst Johannes Paul II. untersagt worden, da dieser Schein letztlich den mit der Lehre der katholischen kirchlichen Lehre unvereinbaren Schwangerschaftsabbruch mit ermögliche und somit das kirchliche Zeugnis für die Würde des Lebens verdunkele. Hierdurch verloren die katholischen Beratungsstellen ihre staatliche Anerkennung, setzten die Beratungstätigkeit jedoch ohne die Ausstellung eines Beratungsscheins fort.

Der damalige apostolische Nuntius in Deutschland, Giovanni Lajolo, stellte nach der Gründung donum vitaes im November 2000 im Auftrag der Glaubenskongregation fest, dass sich der Verein „in offenem Widerspruch zu den Anweisungen des Heiligen Vaters“ befinde und sein Handeln „das Zeugnis der katholischen Kirche, für die alle Glieder – Geistliche, Ordensleute und Laien – Verantwortung tragen“, verdunkle. Durch die Ausstellung des Beratungsscheines werde die Kirche in den Vollzug eines Gesetzes eingebunden, „das die Tötung unschuldiger Menschen zulässt“.[3]

Eine Erklärung der deutschen Bischöfe vom 20. Juni 2006 hält fest, dass es sich bei dem privaten Verein donum vitae um „eine Vereinigung außerhalb der katholischen Kirche“ handle, die weder von Ortsbischöfen noch von der Deutschen Bischofskonferenz anerkannt sei.[4] Kooperationen mit Caritas und dem Sozialdienst katholischer Frauen seien nicht möglich, auch nicht die gemeinsame Unterbringung kirchlicher Beratungsstellung und des Vereins donum vitae im selben Gebäude. Kirchlichen Mitarbeitern ist die Mitwirkung bei donum viae untersagt. Darüber hinaus werden alle Katholiken, die in kirchlichen Gremien mitarbeiten, „ersucht, zum Zwecke der größeren Klarheit des kirchlichen Zeugnisses auf eine leitende Mitarbeit bei donum vitae zu verzichten“ und so die Unterschiede zwischen donum vitae und Positionem der Kirche „besser zur Geltung zu bringen und zu respektieren“.

Am 12. Februar 2007 schrieb Kardinal William Joseph Levada an Kardinal Friedrich Wetter, er solle „klug und entschieden“ darauf hinwirken, dass die Gläubigen „nicht nur auf eine leitende Mitarbeit bei donum vitae e. V., sondern auf jegliche Form der Unterstützung verzichten“. Levada rief dabei in Erinnerung, dass die Entscheidung Papst Johannes Pauls II., keinen Beratungsschein auszustellen, „für alle Glieder der Kirche gilt“.[5]

2007 brachte der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen in Bezug auf das Aufklärungs-Theater „Liebe, Sex und Zärtlichkeit“, das die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Donum vitae organisierten, zum Ausdruck:

„Dass die Organisation Donum Vitae sich für diese Form des Zugangs zur körperlichen Sexualität für die Kinder fernab vom Elternhaus und ethischer Wertevermittlung bekennt, zeigt, dass sie keine katholische Vereinigung ist.[6]

Im Januar 2009 wies der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz kirchenkritische Aussagen im Jahresbericht 2007 von Donum vitae in Bayern e. V. „mit entschiedener Missbilligung zurück“.[7] Die Bischöfe sahen darin „ein besorgniserregendes Zeichen für die Entwicklung des Verhältnisses von Donum Vitae zur Kirche“. Nach Angaben der Zeitung Die Tagespost ging es dabei unter anderem um die Aussage der Landesvorsitzenden Maria Eichhorn, der Beschluss des Vatikans komme „einem Verbot der Nächstenliebe“ gleich.[8]

Im August 2010 machte der damalige Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, donum vitae mitverantwortlich für einen negativen Bewusstseinswandel und lehnte im Hinblick auf den Verein jede Beteiligung „an einem System“ ab, „das durch das Ausstellen eines Scheines den Anschein erweckt, jede Entscheidung sei rechtmäßig und damit gleich gültig. Die Entscheidung gegen ein Kind kann nicht vom Recht gedeckt werden.“[9]

Nach anfänglichem Widerstand erlaubte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer die Teilnahme donum vitaes beim Katholikentag 2014 in Regensburg.[10] Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, hatte im Vorfeld des Katholikentags die Haltung der deutschen Bischöfe gegenüber dem Verein bekräftigt und „wenig Spielraum“ gesehen, fügte jedoch hinzu, Mitarbeiter von donum vitae dürften nicht aus der Kirche ausgegrenzt werden.[11]

Bundesvorstand

Weitere Vorstandsmitglieder: Bernward Credo, Bert Degenhart, Otti Geschka, Ursula Heinen-Esser, Constanze Nattermann, Beate Niessen, Adelheid Wahlen, Hildegard Müller und Margareta Meyer. Andrea Redding ist Geschäftsführerin der Bundesgeschäftsstelle.

Stiftungsvorstand (Geschäftsführung)

Einzelnachweise

  1. Wer wir sind und was wir tun. donum vitae, abgerufen am 31. Mai 2014.
  2. Donum-vitae-Kurzbericht 2007 (PDF; 12 kB) donum-vitae-bayern.de, abgerufen am 6. September 2012.
  3. Donum Vitae: 100 Beratungsstellen geplant , Tagesspiegel vom 8. November 2000
  4. Erklärung der deutschen Bischöfe 2006, (PDF; 844 kB) in: Kirchlicher Anzeiger Bistum Hildesheim Nr. 5/2006, S. 131.
  5. http://www.domradio.de/nachrichten/2007-03-20/forderung-staerkere-abgrenzung-von-schwangerenhilfe-donum-vitae
  6. Bischof Algermissen kritisiert ,Aufklärungstheater’ für Kinder in kath.net am 23. Oktober 2007.
  7. „Bischöfe verlangen Klärung vom ZdK“ in: Die Tagespost
  8. Jahresbericht 2007 von Donum vitae in Bayern e. V., S. 4. (PDF; 87 kB) donum-vitae-bayern.de, abgerufen am 6. September 2012.
  9. Pressemeldung des Limburger Bischofs „Keine Kompromisse beim Lebensschutz (vom 19. August 2010)
  10. Bischof gibt Widerstand auf: Donum Vitae darf zum Katholikentag. www.br.de, 19. September 2013 (abgerufen am 12. Oktober 2013)
  11. kath.net, 29. Mai 2014 , abgerufen am 25. Oktober 2014.

Weblinks


Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Donum vitae (Verein) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.